23. Januar 2025
«BUND», «BZ» UND DER BERNER REGIERUNGSRAT – «BEIM PRESSERAT IST NIE EINE BESCHWERDE EINGEGANGEN»
Der Schweizer Presserat bedauert, dass ihm die Berichterstattung von «Der Bund» und «Berner Zeitung» über den Polizeieinsatz vom Sommer 2021 nicht zur Beurteilung vorgelegt wurde.

Der Berner Regierungsrat kommt in seinem am Donnerstag veröffentlichten Schlussbericht an den Grossen Rat zur Medienberichterstattung über einen Polizeieinsatz im Sommer 2021 unter anderem zum Schluss, «Der Bund» und die «Berner Zeitung» hätten den Journalismuskodex verletzt. Der Schweizer Presserat weist darauf hin, dass bei ihm – «als die Institution, die die Einhaltung des Kodex und damit der Berufsregeln von Journalistinnen und Journalisten überwacht» – nie eine Beschwerde eingegangen sei. «Der Fall wirft primär berufsethische Fragen auf; es ist Sache des Presserats, solche zu klären», schreibt der Presserat.
Und weiter: «Ob eine Verletzung des Berufskodex vorliegt, lässt sich jeweils erst nach einem differenzierten Verfahren und der Beratung durch das unabhängige Presseratsgremium feststellen. Dieses Verfahren sieht vor, dass beide Parteien – Beschwerdeführende und Redaktion – ihre Standpunkte darlegen können. Auf der Basis dieser Stellungnahmen entscheidet der Presserat, ob eine Berichterstattung die journalistische Sorgfaltspflicht und damit den Schweizer Journalismuskodex verletzt hat.»
Der Presserat bedauert, «dass diese niederschwellige Möglichkeit vorliegend nicht genutzt wurde». Als medienethische Selbstregulierungsinstanz sei der Presserat sowohl für die Branche wie auch für die Öffentlichkeit da, «um fairen Journalismus, aber auch den Schutz der Medienfreiheit zu verteidigen».
ots
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Kommentare von Daniel Leutenegger