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26. April 2017

ERBPROZENT KULTUR VERGIBT 40’000 FRANKEN AN DEN TONVEREIN BAD BONN

Der Tonverein Bad Bonn erhält 40'000 Franken von der Stiftung Erbprozent Kultur. Damit würdigt diese das jahrelange Engagement des Vereins für das «mit Leidenschaft und Mut betriebene Musikprogramm». Zwei Jahre nach ihrer Lancierung vergibt die Schweizer Stiftung Erbprozent Kultur am 6. Mai 2017 im Rahmen der Kulturlandsgemeinde 2017 in Herisau erstmals Fördergelder an Kulturschaffende und Kulturinstitutionen. Die insgesamt 120'000 Franken stammen aus Vorlässen von Erbversprechenden und sollen die Empfänger und Empfängerinnen in ihrem Schaffen weiter beflügeln. An der Ausgestaltung der Fördergefässe hat die Gemeinschaft der über 80 Erbversprechenden aktiv mitgewirkt.

Bild: Sie erhalten den Beitrag «Wertschätzung»: Daniel «Düx» Fontana und Patrick Boschung für den Tonverein Bad Bonn – Foto: http://www.erbprozent.ch/

Die ersten Förderbeiträge der Stiftung Erbprozent Kultur gehen an sechs Einzelpersonen, zwei Gruppen und eine Institution, «die mit ihrem überzeugenden Kulturschaffen den zukunftsgerichteten Förderkriterien von Erbprozent Kultur entsprechen. Mit diesen ersten Vergaben zeigt die Stiftung ihre Förderstrategie und setzt ein wichtiges Zeichen.

Die Vergabekriterien können von der Gemeinschaft der Erbversprechenden mitgestaltet werden, vier sogenannte Foren haben dazu schon stattgefunden. Die Erbversprechenden haben sich darauf geeinigt, dass der Kulturbegriff offen und breit ausgelegt und beweglich bleiben soll. Wertschätzung und Vertrauen sind Werte, die langfristig hochzuhalten sind.

Sechs Kulturschaffende erhalten die Möglichkeit zum Austausch mit einer/einem Mentor/in

Rund 20’000 Franken fliessen in das Fördergefäss «Wahlverwandtschaften», das sechs Kulturschaffende darin unterstützt, sich mit einer/einem selbstgewählten Mentor/in intensiv auszutauschen. 24 Scouts, darunter sechs Erbversprechende, haben je eine/n Kulturschaffende/n aus der ganzen Schweiz für eine «Wahlverwandtschaft» nominiert.

Aus diesen Vorschlägen hat eine Fachjury die folgenden sechs Einzelkünstler/innen ausgewählt, die in ihrer persönlichen Weiterentwicklung von ihrem Wunsch-Gegenüber unterstützt werden sollen.

  • Romain Buffat (1989), Yvonand, Literatur
  • Stefanie Daumüller (1989), Wohlen bei Bern, Fotografie
  • Lorenz Pauli (1967), Bern, Kinderliteratur und -musik
  • Elodie Pong (1966), Zürich, Video / Performance
  • Eva Vitija (1973), Winterthur, Drehbuch / Film
  • Charlotte Waltert (1973), Zürich, Kunst / Animationsfilm

Die Fachjury bestand aus Susanna Tanner, ehemalige Kulturbeauftragte des Kantons Zürich, Anne Fournier, RTS-Journalistin und Co-Präsidentin der Schweizerischen Gesellschaft für Theaterkultur, sowie Josef Felix Müller, Künstler, Verleger und Präsident visarte.schweiz.

«Raum und Zeit» für zwei Gruppen

Das Fördergefäss «Raum und Zeit» basiert auf dem Gedanken, einer Theater-, Tanz-, Performance- oder Musikgruppe Raum und Zeit für eine Re-Création zu ermöglichen.

Während konkrete Projekte oder Tourneen oft finanziert werden können, kommt der für die kreative Weiterentwicklung der Gruppe notwendige Freiraum in der Regel zu kurz. Rund 60’000 Franken aus Erbprozent-Kultur-Vorlässen werden daher an zwei Gruppen vergeben, die «Raum und Zeit» zum Innehalten, Recherchieren oder Experimentieren nutzen können. Elf Expertinnen und Experten haben zwölf Gruppen aus allen Landesteilen der Schweiz nominiert: am 6. Mai 2017 entscheidet das Los, welche zwei Gruppen die Förderung erhalten.

Folgende Gruppen wurden für «Raum und Zeit» nominiert:

  • Nadja Zela und Band, Zürich, Musik
  • Hanreti, Luzern, Musik
  • Eunoia Quintett, Basel, Neue Musik
  • Das Morphologische Institut, Meilen ZH, Performative Installation
  • Die Nachbarn, Bern, Figurentheater
  • Chaga Chaga Productions, Chur, Theater
  • Trickster P, Novazzano TI, Theater
  • Cie Chris Cadillac, Marion Duval, Genf
  • La Section Lopez, Adina Secretan, Genf, Lausanne, Tanz
  • Cie Antibodies, Basel, Tanz / Performance
  • Jessica Huber, James Leadbitter, Zürich, Performance
  • Bonne ambiance, Genf/Lausanne, Theater / Performance

«Wertschätzung» für den Tonverein Bad Bonn aus Düdingen/FR

Mit 40’000 Franken aus dem Fördergefäss «Wertschätzung» und einem «Weiter so!» wird der Tonverein Bad Bonn aus Düdingen unterstützt. Mit diesem Beitrag wird das jahrzehntelange Engagement von Daniel Fontana und Patrick Boschung für den Musikbetrieb und das Konzertlokal Bad Bonn wertgeschätzt.

Das alljährliche Festival Bad Bonn Kilbi hat internationale Ausstrahlung erlangt und das im freiburgischen Sensebezirk liegende Düdingen für Musikliebhaber und -liebhaberinnen auf die Landkarte gesetzt. Der Beitrag von Erbprozent Kultur ist eine «Wertschätzung» für den Jahresbetrieb – also die 51 Wochen zwischen den Kilbis.

Der Laudator Michael Kinzer, Kulturchef der Stadt Lausanne und Jurypräsident des Schweizer Musikpreises, meint dazu: «Das Bad Bonn ist ein Stück grosser Musikgeschichte in der kleinen Schweiz, ein wichtiger Club in einem winzigen Haus, ein leidenschaftlich mutiges Live-Programm für ein musikgieriges treues Publikum. Stolz gesagt: das verdient begehrteste Konzertlokal hierzulande.»

epk

Kontakt:

http://www.erbprozent.ch/

—

Auf dieser Webseite u.a. bereits erschienen:

https://www.ch-cultura.ch/kulturfoerderung-kulturvermittlung-kultur-und-medienpolitik/stiftung-erbprozent-kultur-gemeinschaftliche-kulturfoerderung-ohne-eintrittshuerden

https://www.ch-cultura.ch/kulturfoerderung-kulturvermittlung-kultur-und-medienpolitik/die-stiftung-erbprozent-kultur-erhaelt-unterstuetzung-durch-den-kanton-zuerich

 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 26. April 2017
  • Kulturförderung, Kulturvermittlung, Kultur- und Medienpolitik

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