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1. März 2015

Stille Hilfe im Grossen und im Kleinen

Die Mäzenin Ursula Streit (Bild) war «Sonntagsgast» im heutigen Regionaljournal BE FR VS von Radio SRF 1

Foto: © Thomas Pressmann / SRF

Sie ist die Frau hinter dem Haus der Religionen und der geplanten Forschungsstelle zum Gurlitt-Erbe in Bern. Ursula Streit (Bild) tritt mit ihrer Stiftung dann auf, wenn andere zögern. Und sie hilft auch im Kleinen.

Mit fast drei Millionen Franken Anschubfinanzierung machte Ursula Streit das Haus der Religionen im Berner Westen möglich. Damit unterstützte sie ein Projekt, das von anderen Geldgebern gemieden wurde. «Unsere Stiftung ist unorthodox und schnell. Wir wollen das Geld ausgeben – und das Haus der Religionen ist ein wichtiges Projekt», sagte Ursula Streit als «Sonntagsgast» im Regionaljournal Bern Freiburg Wallis.

Andere Stiftungen seien sehr bürokratisch, und viele hätten mit dem Thema Religion Berührungsängste. «Ich bin nicht religiös. Aber hier geht es auch um Integration, Toleranz und Verständnis. Das will ich fördern», meint Ursula Streit.

Der Stiftungszweck der Rudolf und Ursula Streit Stiftung ist breit formuliert, absichtlich. Und so sagte Ursula Streit auch zu, als es um die mögliche Finanzierung der Berner Forschungsstelle rund um das Erbe des umstrittenen Kunstsammlers Cornelius Gurlitt ging. «Ich finde das Kunstmuseum Bern eine hervorragende Institution. Aber dieser Fall ist für ein solches Museum eine Nummer zu gross, was die Finanzen angeht.» Deshalb wolle sie helfen, auch der Region Bern zuliebe. Der Fall Gurlitt ist zurzeit jedoch wegen eines Erbstreits Sache der Juristen und nicht der Kunst-Forscher.

Die Mäzenin engagiert sich aber nicht nur im grossen Stil. Die Stiftung investiert auch viel Zeit in die Unterstützung von kleinen Projekten und Einzelpersonen. «Ein Sprachkurs oder ein Generalabonnement kann einer Person oft helfen, wieder Fuss zu fassen», sagt Ursula Streit. Sie habe mit dieser Art von Unterstützung bisher nur gute Erfahrungen gemacht. «In der Schweiz sieht man die Armut oft nicht. Aber es gibt eine Menge Bedürftige. Viel mehr als man denkt.»

Ursula Streit (*1940) wuchs im Deutschen Fulda auf und heiratete später den mittlerweile verstorbenen Berner Verleger Rudolf Streit. Mit ihm führte sie den Scherz-Verlag und verkaufte diesen schliesslich. 1999 gründeten die beiden die Rudolf und Ursula Streit Stiftung.

Joël Hafner

Hören:

Audio «Ursula Streit über Geld, Werte und Bern (1.3.2015)» in externem Player öffnen.

Radio-Link:

http://www.srf.ch/news/regional/bern-freiburg-wallis/maezenin-ursula-streit-ich-verfechte-toleranz-und-verstaendnis

 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 1. März 2015
  • Kulturförderung, Kulturvermittlung, Kultur- und Medienpolitik

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