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19. November 2009

Thuner Kulturpreise 2009 an Jakob Jenzer, Anita Bertolami und Bettina Gugger

Die Kulturkommission der Stadt Thun zeichnet heute den Steffisburger Künstler Jakob Jenzer (Bild) mit dem Spartenpreis 2009 in der Höhe von 10'000 Franken aus. Die Kleinkünstlerin Anita Bertolami und die Slam Poetin Bettina Gugger werden mit je einem Kulturförderpreis in der Höhe von 10'000 Franken geehrt.

Die Kulturkommission der Stadt Thun verleiht einen Spartenpreis Kunst an den bildenden Künstler Jakob Jenzer aus Steffisburg. Der Preis ist mit 10’000 Franken dotiert. Einen Kulturförderpreis von ebenfalls je 10’000 Franken erhalten die 23-jährige Anita Bertolami und die 26-jährige Bettina Gugger. Das Preisgeld für die Förderpreise wird durch den Gemeindeverband Thuner Amtsanzeiger gespendet, jenes für den Spartenpreis durch den Heinrich und Martha Streuli-Fonds.

Jakob Jenzer: Vielseitig und ausdrucksstark
Jakob Jenzer, 56, lebt seit 1962 in Thun und Steffisburg. Nach Abschluss einer Schreinerlehre 1973 besuchte er die Kunstgewerbeschule in Bern. Seither ist er freischaffender Künstler und in der Thuner Kulturszene fest verankert. Seine Arbeiten stellt er regelmässig an verschiedenen Orten in der Schweiz einzeln oder als Teil einer Gruppe aus. Längere Reisen und Auslandaufenthalte führten ihn u.a. nach Indien, Sri Lanka, London und Tokyo. 2007 weilte er für ein halbes Jahr im Atelier der Konferenz der Schweizer Städte für Kulturfragen (KSK) in Varanasi (Indien), wo er neue Ideen und Impulse für sein vielseitiges Schaffen finden konnte. 2008 ist er erneut nach Varanasi gereist, wo er eine eindrückliche Videoinstallation zusammen mit dem Filmemacher Hugo Siegrist realisierte. Der Künstler wurde mit mehreren Werkbeiträgen gefördert und realisierte verschieden Kunst und Bau-Projekte in Thun und Interlaken.

Sein Schaffen würdigt die Kulturkommission wie folgt: «Jakob Jenzer wird aufgrund seiner Vielfältigkeit geehrt. Seit 1978 ist er als freischaffender Künstler tätig und hat sich bislang sowohl im malerischen wie auch im zeichnerische Arbeiten profiliert. Mit seinen grossformatigen Zeichnungen erregte er Ende der 1970er-Jahre grosses Aufsehen. Sein vielseitiges Werk ist geprägt von einer aussergewöhnlichen Intensität und zeichnet sich aus durch seine ausdrucksstarken und manchmal auch etwas bedrohlichen Figuren, Porträts und Stillleben sowie durch seine ‚Stadtbilder‘ mit labyrinthartiger, dichter Struktur. In einem lebendigen Prozess entwickelt der ’stille Schaffer‘ seine künstlerische Arbeit stetig weiter und geht dabei neue, vor allem aber eigene Wege.»

Anita Bertolami: Poetisch verspielt
Anita Bertolami, 23, ist in Thun aufgewachsen, sie lebt und arbeitet heute in Freiburg im Breisgau. 2001-2003 absolvierte sie eine professionelle Theaterausbildung an der «Commedia School» in Kopenhagen. Seit 2006 ist sie freischaffend und tourt mit ihrem Figurentheater durch Deutschland, Luxemburg, Österreich und Polen. 2008 nahm sie am «20th World Puppetry Festival & Conference» in Perth teil. Am Gauklerfestival in Weinfelden konnte sie 2007 einen Sonderpreis und am Kleinkunstfestival in Usedom (D) den 3. Jurypreis entgegennehmen. Anita Bertolami zeigte ihr Können in Thun bereits am Kleinkunsttag und am Gauklerfestival.

Mit ihrem poetisch verspielten und stimmungsvollen Objekttheater vermochte sie die Jury zu überzeugen. Mit viel Humor, Witz und Gespür für das Detail versteht es Antia Bertolami, das Publikum mit ihren ausgefallenen und skurrilen Figuren aus Schneebesen, Spülbürsten, Pinseln und allerlei kleinen Alltagsgegenständen zu begeistern. Auf einer kleinen Bühne und präzise zu Musik choreographiert, lässt sie ihre Fingerfiguren kurze Geschichten und Begebenheiten erzählen. In einem ihrer neuesten Stücke verblüfft die gewandte und vielseitige Künstlerin das Publikum, indem sie die Figuren nicht nur mit ihren Händen, sondern auch mit ihren Füssen spielt.

Die Preissumme wird sie in ihre Weiterbildungen im Bereich Pantomime, Objekttheater, Bewegung und Tanz investieren, um so ihr bisheriges Schaffen zu vertiefen und zu intensivieren.

Bettina Gugger: Schräg und eigenwillig
Bettina Gugger alias Betti Sinclar ist in Amsoldingen aufgewachsen und hat nach dem Gymnasium Philosophie und Germanistik an der Universität Bern studiert und mit dem Bachelor of Art in Theater und Tanz abgeschlossen. Ihr bisheriges Schaffen umfasst Poetry Slam, Spoken Word Performances, Soloprojekte und Vocals. Seit 2002 tritt sie regelmässig mit Soloprojekten und Spoken Word Performances in der Schweiz und in Deutschland auf und hat dabei bereits mehrere Slam-Siege erworben. 2007 wurde sie zum schrägsten Vogel der Poetry-Slam-Szene GIPS (German International Poetry Slam) nominiert.

Die Jury ehrt Bettina Gugger mit einem Kulturförderpreis für ihre kreativen und innovativen Poetry Slams. Ihre Texte überzeugten die Jury sowohl durch die
eigenwillige Verwendung der Sprache als auch durch ihre ausgefeilt vorgetragene Art der Darbietung. Sie schreckt vor keinem Thema zurück, kratzt an Tabus, greift Bekanntes auf, das sie auf eigenwillige Art so verfremdet, dass es neu wirkt und verblüfft, provoziert und anregt. Gefühle und Wahrnehmungen werden immer wieder ineinander verwoben und reflektiert. Sie versteht es, die Zuhörer und Zuhörerinnen mit Wortfetzen geschickt einzufangen.

Bettina Gugger wird das Preisgeld in eine Ausbildung am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel investieren.

Öffentliche Feier am 19. November 2009
Die Kulturpreise werden den Geehrten anlässlich einer öffentlichen Feier am Donnerstag, 19. November 2009 im Hotel Seepark in Thun verliehen. 

Indien-Atelier an Hanspeter Gempeler
Von Januar bis Ende Juni 2010 wir der in Thun aufgewachsene bildende Künstler Hanspeter Gempeler im Atelier der Konferenz der Schweizer Städte für Kulturfragen (KSK) in der nordindischen Stadt Varanasi arbeiten können. Dies entschied die Kulturkommission der Stadt Thun. Mit seinen Projekten, in denen das Licht und die Veränderungen eine Ortes und seiner Wahrnehmung eine zentrale Rolle spielen werden, hat er die Kommission überzeugt. Hanspeter Gempeler hat Indien bereits mehrmals bereist und dort vor fünf Jahren ein kleines Portrait-Buch geschaffen, das seine Verbundenheit mit dem Land und seinen Menschen zum Inhalt hat.

Der 55-jährige Künstler wurde mit mehreren Werkbeiträgen gefördert und kann auf eine rege Ausstellungstätigkeit zurückblicken. 2008 waren seine Arbeiten in der Galerie Krebs in Bern zu sehen. Regelmässig nimmt er auch an der Jahresausstellung «Hofstettenstrasse» im Kunstmuseum Thun teil. Im Herbst 2009 erscheint zudem in seiner Monografie «How deep is your pool?» eine Zusammenstellung seiner Aquarelle und Zeichnungen. Heute lebt und arbeitet Hanspeter Gempeler in Bern.

Kontakt:

· Philipp Burkard, Leiter Kulturabteilung, Tel.: 033 225 83 96
· Marianne Flubacher, stv. Leiterin Kulturabteilung, Tel.: 033 225 85 88

Internet: http://www.thun.ch/kultur

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 19. November 2009
  • Kulturförderung, Kulturvermittlung, Kultur- und Medienpolitik

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