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18. Oktober 2018

«PAUL KLEE. TIERISCHES»

Ausstellung im Zentrum Paul Klee (ZPK) Bern, vom 19. Oktober 2018 bis am 17. März 2019 – Eröffnung heute Donnerstag, 18. Oktober 2018, 18.30 Uhr

Bild: Paul Klee: Der Torso und die Seinen (bei Vollmond), 1939, 256. Aquarell auf Grundierung auf Jute; originale Rahmenleisten, 65 x 50 cm. Zentrum Paul Klee, Bern

Erstmals widmet sich eine Ausstellung Paul Klees Blick auf das Verhältnis von Mensch und Tier. Damals wie heute ist unser Umgang mit Tieren vielfältig und widersprüchlich. Tiere werden gefürchtet, dressiert, verhätschelt oder geschlachtet. Paul Klee hat intensiv über die Rollen und das Wesen von Tieren und Menschen nachgedacht und ihre Eigenheiten in seiner Kunst kritisch kommentiert.

In allen Phasen seines Schaffens interessierte sich Paul Klee für Tiere. Das Naturstudium war ihm zufolge eine der zentralen Grundlagen künstlerischen Schaffens. Er sammelte deshalb Algen, Schneckenhäuser und Muscheln, und er stellte diese in seinem Atelier aus.

Als genauer Beobachter entdeckte er im Menschen oft das Tier, im Tier dagegen den Menschen, und er kehrte die traditionellen Rollen um. In seinen Werken «vertieren» Menschen, während Tiere menschliche Züge aufweisen. Das politische Geschehen kommentierte er mit Tierfabeln und zoologische Szenen führen uns humorvoll allzu menschliches Verhalten vor Augen.

Vögel und Fische nehmen einen speziellen Platz in Klees Bestiarium ein. Sie übten eine besondere Faszination auf ihn aus, weil sie sich im Gegensatz zum Menschen, der durch die Schwerkraft an die Erde gebunden ist, in der Luft oder im Wasser völlig frei bewegen können. Sie haben somit ihre eigenen Reviere, die dem Menschen nur schwer zugänglich sind.

Klees Katzen nahmen nicht nur in seinem Leben, sondern auch in seinem Werk einen zentralen Platz ein. In über 50 Werken und über 250 meist verschwommenen Fotografien versuchte er seine Lieblingstiere zu verewigen. In Briefen an seine Frau Lily liess er seinen Katzen Fritzi und Bimbo regelmässig «Pfotendruck und kaltnasse Nasenküsse» ausrichten.

Darüber hinaus bevölkern Klees Tiergarten fantasievolle Erfindungen von Mischwesen wie der Doppelschwanz-Dreiohr, mythologische Sphinxen und tapsige Urchse.

Die Ausstellung versammelt rund 130 Werke aus den Sammlungsbeständen des Zentrums Paul Klee, von denen viele erstmals gezeigt werden. Zudem ermöglichen Leihgaben aus dem Naturhistorischen Museum Bern das unmittelbare Studium der Tiere auf den Spuren Klees.

zpk

Kontakt:

https://www.zpk.org/de/ausstellungen/vorschau/paul-klee-tierisches-1611.html

 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 18. Oktober 2018
  • Museum, Ausstellung, Galerie

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