23. Oktober 2011
«SCHWEIZER FOTOBÜCHER VON 1927 BIS HEUTE – eine andere Geschichte der Fotografie»
Ausstellung in der Fotostiftung Schweiz - Winterthur, noch bis am 19. Februar 2012

Bild: © Andri Pol, «Grüezi», Kontrast Verlag, Zürich 2006 (zur Vergrösserung anklickbar) – Mehr-> http://www.andripol.com/switzerland/Gruezi
Als Jubiläumsprojekt zu ihrem 40jährigen Bestehen präsentiert die Fotostiftung Schweiz eine frische Sicht auf die Schweizer Fotografie – einen Tour d’horizon entlang aufschlussreicher Fotobücher, in denen sich nicht nur die grossen Themen, sondern auch die Entwicklung fotografischer Stile und Ausdrucksweisen spiegeln.
Seit den späten 1920er Jahren hat sich das Buch immer wieder als ideale
Plattform für die Präsentation fotografischer Werke erwiesen. Es trug zur
Verbreitung und Überlieferung von Fotografien bei, ermöglichte aber auch eine
Einbettung des Einzelbildes in einen sinnstiftenden Kontext.
Das Fotobuch spielt eine zentrale Rolle in der Geschichte der Fotografie – für die Veröffentlichung von Fotografien, aber auch als eigenständiges Ausdrucksmittel.
Die Bedeutung vieler Arbeiten von Fotoschaffenden erschliesst sich erst im Buch, in der stimmigen Abfolge oder in der seriellen Reihung der Bilder. Inhalt, Gestaltung und Druckqualität verbinden sich zu einer komplexen Architektur.
Die Jubiläumsausstellung zum 40jährigen Bestehen der Fotostiftung
Schweiz ist einer Auswahl von Fotobüchern gewidmet, welche die Fotografie in
der Schweiz seit den späten 1920er-Jahren geprägt haben. Damals wurde es dank
technischer Fortschritte möglich, fotografische Bilder in bester Qualität zu
reproduzieren. Unmittelbar darauf kam es zu einem ersten Boom von Bildbänden,
in denen die Fotografie einen höheren Stellenwert hatte als der Text. Seither
haben sich Schweizer Fotobücher in verschiedene Richtungen weiter entwickelt
und auch international immer wieder grosse Beachtung gefunden.
Anhand von sieben Themen – Heimat, Menschenbilder, Bergbilder, Arbeit, Luftbilder, Zeitgeschichte, Reisen – entwirft die Ausstellung eine Auslegeordnung, eine Art Typologie des Schweizer Fotobuchs. Diese schärft den Blick für die möglichen Wechselwirkungen zwischen Buch und Fotografie. Sie lässt aber auch erkennen, wie sehr sich die Ausdrucksweisen im Lauf der Zeit verändert haben.
Prägnante Auszüge an den Wänden beleuchten das Grundprinzip jedes Fotobuchs – die Platzierung der Fotografie auf einer Doppelseite, die wiederum in einer grösseren Sequenz steht.
In Vitrinen werden Konzept, Design
und Rezeption von Fotobüchern genauer untersucht.
Eine grosse Wandinstallation würdigt die Covers. Und in filmischer Form wird das Fotobuch als Objekt vorgestellt: Das «Lesen» von fotografischen Bildbänden ist nicht nur ein intellektueller, sondern auch ein sinnlicher Akt.
fsw
Kontakt:
Fotostiftung
Schweiz – Winterthur
Grüzenstrasse 45
CH-8400 Winterthur
T: +41 52 234 10 30
F: +41 52 234 10 40
info@fotostiftung.ch
http://www.fotostiftung.ch
—
Auf dieser Webseite bereits erschienen:
https://www.ch-cultura.ch/bildende-kunst-fotografie-grafik/wir-sammeln-mit-einem-langen-atem
Kommentare von Daniel Leutenegger