20. März 2011
Ehren-Preis 2011 der ktv für Peter W. Loosli, Pionier des Puppentheaters
Über fünfzig Jahre lang begeisterte Peter W. Loosli mit Looslis Puppentheater. Seine revolutionären Ideen haben dem Puppentheater eine neue Richtung verliehen: weg vom Kasperlitheater, hin zum Figuren- und Puppentheater. Damit verschaffte er diesem KleinKunst-Genre ein Ansehen weit über die klassischen Kindervorstellungen hinaus. Für seine nachhaltige Prägung des Puppentheaters wird Peter W. Loosli mit dem EhrenPreis der ktv ausgezeichnet.

Bild: Auch Pinocchio gratuliert sehr herzlich!
Nach verschiedenen Engagements bei Radio, Theater, Film und Fernsehen entschloss sich Peter W. Loosli 1948, Puppentheaterstücke zu entwickeln. Zusammen mit seiner Frau Trudi produzierte der ausgebildete «Charakterdarsteller» fortan Puppenspiele für Kinder, die schon bald auch die Erwachsenenwelt begeisterten.
Von 1957 bis 1960 war Peter W. Loosli auch im heute legendären Cabaret Fédéral zu sehen, bis 1960 das Puppenspiel zu seiner eigentlichen Hauptbeschäftigung wurde.
Mit Handpuppen und Marionetten aus Holz, Metall, Papier und Textil erzählte er Geschichten wie Pinocchio oder Rumpelstilzli, aber auch «Die Kinderbrücke», ein Stück über Vorurteile und kindliche Versöhnung.

Der kleine Prinz – Bild: looslispuppentheater.ch
Der grosse Durchbruch gelang Looslis Puppentheater mit «Der kleine Prinz». 1955 uraufgeführt, wurde es in der Schweiz, in Deutschland, Österreich, Ungarn und Russland über fünftausend Mal gespielt. Dank Trudi und Peter W. Loosli ist Antoine de Saint-Exupéry zum meistgespielten französischen Autor im deutschsprachigen Raum geworden, weshalb Peter W. Loosli 1996 vom französischen Kulturministerium als «Chevalier dans l’Ordre des Arts et des Lettres» aufgenommen wurde.
Mit der Inszenierung des Kleinen Prinzen revolutionierte Peter W. Loosli das klassische Puppentheater. Bis zu diesem Zeitpunkt blieben die Puppenspieler unsichtbar. Peter W. Loosli tat den Schritt auf die Bühne und übernahm als Saint-Exupéry die Rolle des Erzählers.
Er ging weit über die bisherigen Grenzen des Genres hinaus: nur wenige Figuren waren an Fäden geführt, andere durch Masken dargestellt, und der sichtbare Erzähler hielt das Spiel zusammen.
Die Verwirklichung der offenen Bühne ermöglichte es zudem, von den Erzählstimmen ab Tonband wegzukommen. Auf diese Weise wird dem Schweizer Publikum durch das Marionettentheater, der kräftigsten und zugleich grazilsten Urform des Theaters seit der Antike, ein unvergessliches Erlebnis zuteil.
1999 verabschiedeten sich Trudi und Peter W. Loosli von der Bühne und hinterlassen als Ritter des französischen Ordens eine wunderbare Erbschaft in der gesamten Theaterszene.
Der EhrenPreis wird an der PreisGala zur Eröffnung der 52. Schweizer Künstlerbörse der ktv am Donnerstag, 14. April 2011, übergeben. Die Schweizer Künstlerbörse dauert von Mittwoch, 13., bis Sonntag, 17. April 2011.
Text: Tabea Steiner
Mehr:
Tickets für die PreisGala am
Donnerstag, 14. April 2011
Kontakt:

Aufnahmen zum Hörspiel «Oberstadtgass» von Schaggi Streuli: Peter W. Loosli als Polizist Möckli (rechts) bei der Einvernahme des Höschbruders James Brander (Arthur Stärkle), 1956 (© SRDRS)

Bild: ktv
Nachtrag vom 14.4.11
Radio DRS 1, Regionaljournal BE FR VS, 17.30 Uhr
«Peter W. Loosli revolutionierte in den 1950er-Jahren das Puppentheater. Mit seiner Frau Trudi tourte er über 40 Jahre lang durch die Schweiz und Europa, immer wieder auch mit dem Kleinen Prinzen. An der Künstlerbörse in Thun erhält Loosli den Ehrenpreis.»
Kommentare von Daniel Leutenegger