22. November 2010
Theatersoap «Schnäu & Dräckig»
BernBerliner Krimi in fünf Folgen, im PROGR Bern, bis 1. Januar 2011


Bild: Mathis Künzler und Marie Hiller. Fotos: Carmelo Agovino
Hin und weg
«SCHNÄU & DRÄCKIG» ist eine Fortsetzungsgeschichte für die Bühne – mehrheitlich auf Schweizerdeutsch. Die Schwarze Komödie erzählt in fünf eigenständigen Teilen von einer Handvoll Bernern, die ihr Glück in Berlin versuchen. Jeder hat seine eigenen Gründe für die Horizonterweiterung. Der eine jettet ins Partymekka, um die Sau rauszulassen. Die andere braucht einen radikalen Schnitt. Der dritte sucht gesellschaftliche Freiheit. Die vierte künstlerische Inspiration. Aber alle holt früher oder später die Heimat ein: Wenn das Geld nicht mehr ausreicht. Wenn die Pläne nicht aufgehen. Wenn der Erfolg in der Fremde endlich ins eigene Land überschwappt. Oder wenn entfernte Verwandte die Wohnung in Beschlag nehmen, weil sie eine kostenlose Übernachtung brauchen.
Die Ferne groovt
Berlin! Das ist Sex, Drugs und Rock’n’Roll! Das ist Inspirationsquelle für Kreative! Das ist Sozialstation für Hängengebliebene! Das ist Sodom und Gomorrha. Das ist Aldi und Lidl. Berlin? Da gehst du unter! Berlin? Da will ich hin! Zu Berlin hat fast jeder ein Verhältnis. Und jeder eine Meinung. Der eine versteht den Hype nicht. Den anderen packt das Fernweh. Der dritte hat’s geseh’n.
Die Heimat ruft
Bern? Die Stadt, aus der man ausbricht, weil sie einem zu eng ist, zu nett, zu intakt? Die man verflucht, weil jeder jeden kennt? Die man verspottet, weil alles so langweilig ist, so vorhersehbar? Plötzlich, frühmorgens in der nasskalten Grosstadt, in einem Nachtbus voller bleicher Gestalten, auf dem Weg von der x-ten Party nach Hause – irgendwann steigt heimlich eine leise Sehnsucht auf: Bern! Marzili-Rituale, Gurten-Festival, Familien-Anschluss. Bern! Gueti Kollege, Kiffen vor Alpenpanorama, Joggen im Bremgartenwald. Bern! Klare Strukturen, Identität, Verwurzelung. Aber kann man zurück, wenn man alle Brücken abgebrochen hat? Und hält man die Häme aus von denen, die es immer schon gewusst haben?
Wo der Bär abgeht
Bern und Berlin. Das ist Kontrast. Das ist Ambivalenz. Das ist fast schon Metapher. Vielleicht ist der gleiche Wortstamm kein Zufall. Vielleicht auch das gemeinsame Wappentier nicht. Vielleicht haben die beiden Hauptstädte mehr miteinander zu tun, als man annimmt. Am Ende bedingen sie sich sogar in ihrer Gegensätzlichkeit – zumindest in den Leben der Bernberliner, welche die Theatersoap beschreibt.
Wo ist Urs von B. (25)?
Der Student aus Bern gilt seit einer durchfeierten Nacht in Berlin als vermisst. Ein Verbrechen? Seine Mutter reist in die deutsche Metropole, um es heraus zu finden. Sie stösst auf eine bizarre Schicksalsgemeinschaft aus Exil-Bernern: Alle scheinen etwas mit dem Verschwinden ihres Sohnes zu tun zu haben.
sud
Das Team im Überblick
Idee& Konzept | Andreas Stadler & Patrick Schuckmann |
Autoren | Matto Kämpf, Patrick Schuckmann, Raphael Urweider, Arianevon Graffenried |
Schauspieler | Hanspeter Bader, Simon Grossenbacher,Marie Hiller, Mathis Künzler, Manfred Liechti, Ruth Schwegler |
Gäste | Heidi Maria Glössner,Rummelsnuff, Namosh |
KünstlerischeLeitung & Regie | Andreas Stadler & Katharina Ramser |
Bühnen | Stefanie Liniger |
Kostüme | Linda Harper |
Musik | August der Erste |
Licht& Technik | ChristophRamseier & Philip Spring |
Maske | Sisters Of Scissors |
Regieassistenz | Núria Gysin |
Bühnenassistenz | Mirjam Berger |
PraktikumBühnen/Technik | Sarah de Bruin |
TechnischeVorbereitung | Stefan Marti |
Produktionsleitung | ReenoKalbermatter |
PR | Florence Boinay |
Gastronomie& Sponsoring | MichaelFankhauser |
Partys | Diego Dahinden |
KoordinatorHelfer | Simon Lieberherr |
Fotografie | Carmelo Agovino |
Grafik | Schnuckzilla Design |
Vereinspräsidentin | Nicola vonGreyerz |
Aufschlussreiches
im Blog «KulturStattBern»:
http://newsnetz-blog.ch/kulturstattbern/blog/2010/11/21/ziel-erreicht/
im Regionaljournal Bern Freiburg Wallis:
Kontakt:
Verein Theaterserie Bern
Quartierhof 8
3013 Bern
kontakt@theatersoap.ch
http://www.theatersoap.ch/kontakt/kontakt

Die Soap-Familie und ihr Gast: Heidi Maria Glössner umringt von (v.l.n.r.) Ruth Schwegler, Simon Grossenbacher, Mathis Künzler, Marie Hiller, Hanspeter Bader und Manfred Liechti. Foto: Carmelo Agovino
Kommentare von Daniel Leutenegger