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24. Januar 2024

«SOIRÉE DE CLÔTURE» SOLOTHURN: PRIX DE SOLEURE 2024 GEHT AN «DIE ANHÖRUNG» VON LISA GERIG – «ECHTE SCHWEIZER» VON LUKA POPADIĆ ERHÄLT PRIX DU PUBLIC 2024

Der Prix de Soleure der 59. Solothurner Filmtage geht an den Dokumentarfilm «Die Anhörung» von Lisa Gerig. «Echte Schweizer» von Luka Popadić erhält den Prix du Public. Als besten Kurzfilm wählte das Publikum «2720» und als besten Animationsfilm «Crevette». Die 59. Ausgabe der Solothurner Filmtage endete mit dem «Soirée de clôture».

Bild oben: Prix du Soleure – Foto: © bymoduleplus

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Bild: «Die Anhörung» von Lisa Gerig – Foto: © bymoduleplus

«Die Anhörung» von Lisa Gerig gewinnt den Prix de Soleure und damit den höchstdotierten Filmpreis der Schweiz. Der Film handelt von zwei abgewiesenen Asylbewerberinnen und zwei Asylbewerbern, die noch einmal – fiktiv dargestellt – ihre Anhörung durch Beamte des Staatssekretariats für Migration (SEM) durchleben.

Der Film «Die Anhörung» lege die Grundanlage der Asylbefragungen offen und besteche durch seine Ehrlichkeit und Klarheit, so die Jury in ihrer Begründung. «Das Nachstellen der Befragungssituation mit realen Asylbewerber:innen und Angestellten des SEM wird zu einem dramatischen Kammerspiel, in dem sich in fragmentarischen Aussagen und Unausgesprochenem erschütternde Schicksale entfalten.» Der Regisseurin gelinge es aber durch einen genialen Schachzug, die Befragten aus ihrer Opferrolle zu befreien und dadurch einen Raum und ausgleichenden Gerechtigkeit zu eröffnen.

Produziert wurde der Film von Maurizius Staerkle Drux und Eva Vitija von Ensemble Film GmbH, in Co-Produktion mit Schweizer Radio und Fernsehen SRF.

Der Prix de Soleure ist mit 60’000 Franken dotiert und geht zu gleichen Teilen an Regie und Produktion des Films. Die Regisseurin Lisa Gerig studierte Film in Zürich und Genf mit Schwerpunkt Schnitt. «Die Anhörung» ist ihr erster langer Dokumentarfilm.

Die diesjährige Jury des Prix de Soleure setzt sich zusammen aus der Schauspielerin Miriam Stein, der Filmhistorikerin und Co-Direktorin des Festivals Cinema Ritrovato in Bologna, Mariann Lewinsky und dem Chemie-Nobelpreisträger Jacques Dubochet. Der Preis wird getragen vom Fonds Prix de Soleure sowie dem Kanton Solothurn und der Stadt Solothurn und wird an Dokumentar- oder Spielfilme vergeben, die durch ihren ausgeprägten Humanismus überzeugen und sich filmisch eindrucksvoll und innovativ dem Thema annehmen.

«Echte Schweizer» in der Armee

Der Prix du Public geht in diesem Jahr an «Echte Schweizer» von Luka Popadić. In seinem Dokumentarfilm gibt der Filmemacher und Hauptmann der Schweizer Armee einen Einblick in das Militär aus Sicht von Saâd, Thuruban, Andrija und ihm selbst – Schweizer Offiziere mit serbischen, srilankischen und tunesischen Wurzeln. Er hinterfragt auf humorvolle Weise Vorurteile über Heimat, Zugehörigkeit und Integration.

Luka Popadić ist in Baden geboren, studierte Geschichte und Politikwissenschaften in Zürich, danach Film an der Universität in Belgrad, Serbien. Produziert wurde der Film von Aline Schmid und Adrian Blaser von Beauvoir Films zusammen mit Schweizer Radio und Fernsehen SRF, Radio Télévision Suisse RTS, Non-Aligned Films und Mouton. Der Prix du Public ist mit CHF 20’000.– dotiert und wird von den Solothurner Filmtagen  gemeinsam mit der Hauptsponsorin Swiss Life verliehen. Das Publikum stimmte in diesem Jahr das erste Mal online ab.

Bild:

Bild: «Echte Schweizer» von Luka Popadić – Foto: © bymoduleplus

Ausgezeichneter Kurz- und Animationsfilm

Der Preis für den besten Kurzfilm geht an «2720» von Basil Da Cunha. Er geht um ein siebenjähriges Mädchen im einem Problemviertel von Lissabon, welches nach einer gewalttätigen Razzia im Viertel seinen verschwundenen älteren Bruder zu finden versucht.

Basil Da Cunha ist 1985 in Morges geboren und hat die schweizerische und portugiesische Staatsbürgerschaft. Von ihm wurde auch sein Langfilm «Manga d’terra» im Programm der 59. Solothurner Filmtage gezeigt. Er erhält einen Preis in der Höhe von 10’000 Franken, welcher von Suissimage und SSA gestiftet wird.

Der Preis für den besten Animationsfilm geht an «Crevette» von Elina Huber, Noémi Knobil, Jill Vágner und Sven Bachmann. Janie tritt in eine Pfütze vor ihrem Kühlschrank und stellt fest, dass das Gefrierfach voller Eis ist und tropft. Als sie auf das Eis einhackt entdeckt sie eine Crevette, die sich in einen Embryo verwandelt. Danach verwandeln sich weitere Gegenstände in ihrem Kühlschrank zum Leben und befördern Janie in ihr Unterbewusstsein, wo sie sich ihrer Angst vor einer Schwangerschaft stellt.

Der Film ist ein Schulfilm, produziert im Rahmen der Ausbildung am Departement Design Film Kunst der HSLU – Hochschule Luzern und wurde co-produziert von Schweizer Radio und Fernsehen SRF. Für den Publikumspreis in der Höhe von 10’000 Franken wurden zehn Animationsfilme von der GSFA (Groupement Suisse du Film d’Animation) zwischen 3 und 12 Minuten ausgewählt. Der Preis wird getragen vom Kulturfonds der Urheberrechtsgesellschaften Suissimage/SSA.

Die Filmpreise wurden am Mittwochabend im Rahmen der «Soirée de clôture» der 59. Solothurner Filmtage verliehen.

Quelle:

https://www.solothurnerfilmtage.ch/de/pro-und-presse/medieninformationen

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  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 24. Januar 2024
  • Feste / Festivals / Messen / Börsen

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