Die vollständig freie und frei zugängliche Schweizer Online-Kultur-Plattform dient seit Januar 2009 auf mehreren Kanälen mit täglich neuen Beiträgen dem Informations- und Meinungsaustausch zur Kultur in der Schweiz.
Der am 22. Oktober 1957 in Buenos Aires geborene argentinische Sänger, Klarinettist, Saxofonist, Gitarrist und Komponist Daniel Melingo (Bild) ist am 30. Juni 2026 in Chacarita gestorben. Ursprünglich vom Alternative Rock kommend, widmete er sich ab Mitte der 1990er-Jahre als Sänger und Multiinstrumentalist mit seiner Band Los Ramones del Tango überwiegend dem Tango Argentino. Seine Texte sind in Lunfardo, der «Gaunersprache» von Buenos Aires verfasst – sie handeln von den Absurditäten seines Barrios, von Serienmördern (Pequeño paria) oder Taschendieben. Der Kritiker Christoph Buchs nannte ihn den «Tom Waits des Tango». Nachdem er zwischen 1975 und 1980 mit dem brasilianischen Sänger Milton Nascimento aufgetreten war, arbeitete Melingo in den frühen 1980ern unter der argentinischen Militärdiktatur in der unabhängigen Theaterszene von Buenos Aires. Als nach dem Falklandkrieg die Einschränkungen im kulturellen Bereich allmählich gelockert wurden, wirkte er u. a. an einer Rockoper-Version von «Die Insel des Dr. Moreau» mit. Zwischen 1980 und 1982 bzw. 1983 war er in der 1967 von Miguel Abuelo gegründeten Band Abuelos de la Nada tätig, der u. a. auch Andrés Calamaro angehörte. 1982 spielte er bei der Band Los Twist, deren Mitbegründer er war. Ab 1986 lebte Melingo für knapp zehn Jahre in Spanien, wo er die Band Lions in Love leitete. (*)
Die 26-jährige ukrainische Violinistin Anastasia Dziadevych (Bild) gewinnt die Jubiläumsausgabe des renommierten Kiwani-Musikpreises. Bereits seit 1976 vergibt der Kiwanis Club Zürich die Auszeichnung an besonders talentierte Studierende der Zürcher Hochschule der Künste. Der Wettbewerb würdigt die intensive Arbeit der jungen Musikerinnen und Musiker und will ihnen zugleich eine wertvolle Referenz für ihren weiteren beruflichen Weg bieten.
Das Archiv von Martin Hürlimann (1897–1984) ist nun vollständig erschlossen. Der Bestand des Verlegers, Kunsthistorikers und Fotografen umfasst sieben Jahrzehnte Reisefotografie und dokumentiert mit seiner Vielfalt historischer Bildträger fast ein Jahrhundert Fotografiegeschichte. Mit einem Pilotprojekt wurde im Zuge der Aufarbeitung der Umgang mit dem sensiblen Material Cellulosenitrat und -acetat geprüft. Ein grosser Teil des Archivs ist inzwischen digital erschlossen und über das Bildarchiv der Fotostiftung Schweiz online zugänglich.
Das Internationale Literaturfestival Leukerbad konnte seine 30. Ausgabe bei bestem Bergsommer-Wetter feiern und dabei auch noch erstmals die Marke von 4’000 Besucher:innen knacken.
Das Cartoonmuseum Basel – Zentrum für narrative Kunst – eröffnet eine Dependance in der St. Alban-Vorstadt. «Mit der Anmietung zusätzlicher Räumlichkeiten sowie einem leichten Personalausbau gewinnt das Museum mehr Platz in unmittelbarer Nähe seines bestehenden Standorts und passt die Ressourcen seinem grossen Erfolg an», heisst es in der Mitteilung des Museums und der Christoph Merian Stiftung.
Der am 1. Juli 1951 in Dallas (Texas) geborene US-amerikanische Sänger, Songwriter und Schauspieler Victor Edward Willis (Bild) ist am 30. Juni 2026 gestorben. Weltweit bekannt geworden ist er als Leadsänger der Discoband Village People. Seine Rollen waren dabei jene des «Cops» und des «Marineoffizier». Willis kraftvolle R&B-Stimme prägte entscheidend den Sound der Village People. Die Gruppe stieg rasch in die Spitzen der Hitparaden mit Chart-Brechern wie «Macho Man», «Y.M.C.A.», «In the Navy» und «Go West» auf. Neben den Village People war Willis auch Co-Writer für andere Künstler, wie die Ritchie Family und den mehr in Frankreich bekannten Patrick Juvet. (*)
Die am 28. Juni 1932 geborene Luzerner Kunstsammlerin, -händlerin und -vermittlerin sowie Mäzenin und Museumsstifterin Angela Rosengart (Bild) ist am 30. Juni 2026 gestorben. Die Philosophische Fakultät der Universität Zürich verlieh Angela Rosengart 2003 den «Doctor honoris causa». Im Jahr 2024 hatte sie den Anerkennungspreis des Kantons Luzern erhalten. Ihr Vater, der Kunsthändler Siegfried Rosengart (1894–1985) pflegte freundschaftliche Kontakte mit verschiedenen Künstlern wie Pablo Picasso, Joan Miró, Marc Chagall, Henri Matisse, Georges Braque und Fernand Léger. Zusammen mit seiner Tochter Angela Rosengart baute er eine private Sammlung von weit über 300 Werken der Modernen Kunst auf. Dabei bilden die 125 Werke von Paul Klee und gegen 180 Werke von Picasso je einen Schwerpunkt. Die Bilder von Pablo Picasso wurden im Picasso Museum im Am Rhyn-Haus neben dem Rathaus ausgestellt. 1992 gründete Angela Rosengart in Luzern die Stiftung Rosengart mit dem Zweck, die Kunstsammlung zu erhalten und der Öffentlichkeit besser zugänglich zu machen. 2002 wurde das Haus in Luzern als Museum Sammlung Rosengart eröffnet. (*)
Der terrassierte Garten des ehemaligen Kapuzinerklosters in Altdorf (UR) wird durch den Verein kulturkloster altdorf sorgsam bewirtschaftet und weiterentwickelt. Das Modell zeigt, wie gemeinschaftliches Handeln – getragen von Freiwilligenarbeit, Fachwissen und viel Herzblut – einen historischen Ort in die Zukunft führen kann. Der Schweizer Heimatschutz würdigt dieses Engagement mit dem Schulthess-Gartenpreis 2026.
Le «Prix Culture et Economie Valais» honore une manifestation qui contribue à la fois au développement de la culture et de l’économie. Pour cette septième édition, le Conseil d’Etat a décidé d’honorer le Sion Festival. Héritier de plus de 60 ans d’histoire musicale initiée par le violoniste hongrois Tibor Varga, le festival s’est imposé comme un rendez-vous incontournable de la musique classique en Suisse et à l’international.
Der Staatsrat des Kantons Wallis hat Gil Oliveira (Bild) zum neuen Direktor des Naturmuseums Wallis ernannt. Er ist seit mehreren Jahren im Bereich der Naturwissenschaften und der Museologie tätig. Am 1. Juli 2026 trat er die Nachfolge von Nicolas Kramar an, welcher die Walliser Institution während dreizehn Jahren geleitet hat.
Mit elf Jahren hörte Eon Awa (Bild) aus Zofingen (AG) an einer Pfadi-Waldweihnacht erstmals «All I Want For Christmas Is You» – und war sofort überwältigt von Mariah Careys Stimme. «The rest is history», sagt er. Nun wurde Eon Awa zum «SRF 3 Best Talent» des Monats Juli 2026 auserkoren. Heute Abend wurde er von Céline Werdelis auf Radio SRF 3 vorgestellt.
Die am 16. Mai 1944 geborene Kunsthistorikerin, Autorin, Herausgeberin, Forscherin, Kuratorin und Museumsdirektorin Ulrike Jehle-Schulte Strathaus (Bild) ist am 20. Juni 2026 gestorben. Nach dem Studium in München und Basel arbeitete sie von 1972 bis 1980 als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Geschichte und Theorie der Architektur (gta) der ETH Zürich. Von 1984 bis 2006 leitete sie das von ihr gegründete Architekturmuseum Basel (heute Schweizerisches Architekturmuseum S AM). Sie zeichnete für über hundert Ausstellungen und zahlreiche Publikationen verantwortlich.
La semaine dernière, la BCU a emporté 33 ans d’histoire de la salle de concerts Fri-Son, de ses débuts jusqu’en 2016, à la suite de la donation de ce fonds d’archives à l’Etat de Fribourg: contrats, factures, riders, VHS de concerts, affiches, correspondances, dossiers de presse, livres d’or et bien d’autres documents.
Der Gemeinderat der Stadt Thun genehmigt den neuen Leistungsvertrag mit dem Theater Alte Oele für die Jahre 2027 bis 2030. Dieser sieht eine Erhöhung der jährlichen Unterstützung um 19’000 Franken vor. Das Theater soll sich so weiter professionalisieren können.
Mit einem neuen Förderkonzept will die Stadt Langenthal ihre Kulturförderung stärken: «Es definiert sechs Handlungsfelder und soll die Rahmenbedingungen für Kulturschaffende und Kulturinstitutionen verbessern», heisst es in der heutigen Medienmitteilung der Stadt Langenthal.
Der Schweizer Kulturvermittler, Musiker, Politiker und Unternehmer Hector Herzig (Bild) ist im Alter von 71 Jahren gestorben. Er war u.a. massgeblich an der Lancierung der nationalen Musikinitative beteiligt, mit der das Schweizer Volk 2012 den neuen Verfassungsartikel «Musikalische Bildung» in die Bundesverfassung aufnahm.
Mit der Ausgabe 2026 des Festivals in Annecy (F) konnte der Schweizer Animationsfilm seine Erfolgsbilanz mit zwei Preisen erneut ausbauen. Seit 2022 wurden 41 Schweizer Produktionen und Koproduktionen für den offiziellen Wettbewerb des Festival international du film d’animation d’Annecy ausgewählt und dort mit 16 Auszeichnungen prämiert. «Diese Kontinuität unterstreicht die internationale Ausstrahlung des Schweizer Animationsfilms und macht zugleich ein Paradox sichtbar: eine Branche, die in ihrem Fachgebiet international anerkannt ist, deren Werke beim Schweizer Publikum jedoch nach wie vor weitgehend unbekannt sind», schreibt GSFA (Groupement Suisse du Film d’Animation).
Achtzehn Kulturgüter aus dem Königtum Benin wurden von drei Schweizer Museen an Nigeria zurückgegeben. Die Kulturgüter, die in höfischen und religiösen Kontexten verwendet wurden, gehören zu den berühmten «Benin-Bronzen», die Ende des 19. Jahrhunderts aus dem Königreich Benin im heutigen Nigeria geraubt wurden. Zudem übergab die Eidgenossenschaft Nigeria fünf in der Schweiz eingezogene Kulturgüter. Im Rahmen der Übergabezeremonie unterzeichneten Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider und Nigerias Kulturministerin Hannatu Musa Musawa ein Abkommen über den Transfer von Kulturgütern. Ziel ist es, den illegalen Handel mit Kulturgütern zu bekämpfen und das kulturelle Erbe zu schützen.
Mit dem dritten Band seiner Reihe «Aargauer Industriegeschichten» rückt Museum Aargau ein unterschätztes Kapitel in den Mittelpunkt: die Möbelbranche des Kantons. Die neue Publikation «Möbelindustrie und -handel seit 1870» von Möbelhistoriker Dieter Pfister zeigt, wie Aargauer Firmen Generationen von Schweizer Wohn- und Büroräumen geprägt haben.
Die Generalversammlung von ProLitteris, der Schweizerischen Genossenschaft für Urheberrechte an Literatur und Kunst, hat in St.Gallen Alexandra Maurer und Thomas Kramer als Co-Präsident:innen gewählt. Sie folgen auf Stefan Keller, der nach acht Jahren als Präsident und nach zwanzig Jahren im Vorstand beziehungsweise Verwaltungsrat von ProLitteris zurücktritt.
Die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia hat 13 Projekten einen Kreationsbeitrag für ein literarisches Vorhaben zugesprochen. Die maximale Beitragshöhe beträgt für ein Schreibprojekt 25’000 Franken, für einen Theatertext 18’000 Franken und für ein performatives Literaturprojekt 15’000 Franken.
Caterina De Nicola (Bild) erhält den Manor-Kunstpreis 2027 des Kantons Zürich. Die in Zürich lebende multidisziplinäre Künstlerin arbeitet in den Bereichen Installation, Performance und Klang. Mit dem Preis verbunden ist eine Ausstellung im Kunst Museum Winterthur, die vom 28. August bis zum 14. November 2027 zu sehen sein wird.
Der am 13. September 1941 als David Henry Thomsett in Kingston upon Thames (GB) geborene kanadische Musiker und Singer-Songwriter David Clayton-Thomas (Bild) ist am 24. Juni 2026 in Toronto (Kanada) gestorben. Er wurde international berühmt als Sänger der Gruppe Blood, Sweat & Tears. Als er vier Jahre alt war, zog die Familie nach Kanada. Aufgewachsen in Willowdale, einem Stadtteil von Toronto, erlernte er autodidaktisch Gitarre- und Klavierspielen. Zwischen 1963 und 1965 leitete er die Rockgruppe Fabulous Shays und 1966 The Boss Men, mit denen er den Song «Brainwashed» 16 Wochen lang auf Rang eins der kanadischen Hitparade platzieren konnte. 1968 ging er zunächst als Leadgitarrist zu John Lee Hooker und wechselte im selben Jahr als Sänger zu Blood, Sweat & Tears; erstmals ist er zu hören auf deren zweitem Album «Blood, Sweat & Tears». Mit den BS&T hatte er Hits wie «You’ve Made Me So Very Happy», «And When I Die», «Hi-De-Ho», «Spinning Wheel» und die selbstkomponierten Songs «Lucretia MacEvil» und «Go Down Gamblin’». Noch als Mitglied von BS&T produzierte er im Herbst 1971 seine erste Solo-LP, und er machte sich 1972 als Solist selbständig. (*)
Die Kunstsammlungen der Schweizerischen Post und des Kunstmuseums St.Gallen im Dialog, Ausstellung im Kunstmuseum St.Gallen, vom 27. Juni bis am 18. Oktober 2026
Mit der neuen Ausschreibung im Bereich der darstellenden Künste will der Kanton St.Gallen professionelle Strukturen stärken sowie stabile und planbare Rahmenbedingungen schaffen. «Mit der Neuausrichtung trägt er den steigenden Anforderungen an Professionalität, soziale Sicherheit und faire Entlöhnung Rechnung. Gleichzeitig unterstützt das Vorhaben die Weiterentwicklung der kantonalen Förderinstrumente und stärkt die regionale professionelle Kulturszene», schreibt der Kanton in seiner Mitteilung. /// Der Kanton St.Gallen vergibt in diesem Jahr 18 mit je 20’000 Franken dotierte Werkbeiträge an Kulturschaffende. Zwei Personen erhalten zudem einen dreimonatigen Aufenthalt in der St.Galler Atelierwohnung in Rom.
La vie culturelle vaudoise se distingue par son dynamisme et sa diversité. Le secteur se transforme néanmoins constamment et comporte des fragilités. Afin de répondre au mieux aux réalités et aux besoins des actrices et acteurs culturels mais également de la population, la cheffe du Département cantonal en charge de la culture entend revoir le cadre légal de la politique culturelle vaudoise. Une première rencontre avec plus de trente organisations, représentant aussi bien les professionnels du secteur que des sociétés amateures, a officiellement débuté les travaux de révision de la loi sur la vie culturelle et la création artistique (LVCA).
Der 1957 in New York City geborene Schweizer Audiojournalist, Autor und Moderator Eric Facon (Bild zweiter von inks) stellt das 2008 erstmals ausgestrahlte Format «Kulturstammtisch» ein, wie er auf «Facebook» mitteilt. Seit 2020 war er Produzent des privaten Podcasts «Kulturstammtisch», der ehemaligen Radiosendung von Radio SRF, die er entwickelt und gestaltet hatte.
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