Die vollständig freie und frei zugängliche Schweizer Online-Kultur-Plattform dient seit Januar 2009 auf mehreren Kanälen mit täglich neuen Beiträgen dem Informations- und Meinungsaustausch zur Kultur in der Schweiz.
Der am 31. Januar 1933 in Zollikon geborene Schweizer Dirigent, Musiker, Komponist, Medienschaffende und Kulturvermittler Armin Brunner (Bild) ist am 12. August 2026 gestorben. Armin Brunner absolvierte sein Musikstudium an der Musikhochschule Zürich bei Paul Müller-Zürich, Rudolf Wittelsbach, Erich Vollenwyder, Walter Henrich und Hans Rogner. Während des Studiums war er Assistent von Hans Rosbaud am Zürcher Opernhaus. Von 1953 bis 1973 fungierte er als Leiter der Neuen Zürcher Kammeroper, später der Schweizer Städte-Oper. Brunner gründete 1971 das Musikszenische Studio Zürich. Unter Brunners Leitung kamen Werke u. a. von Hans Werner Henze, Sylvano Bussotti und Karlheinz Stockhausen zur schweizerischen Erstaufführung. Er veranstaltete zahlreiche neuartige Formen von Konzerten und Kulturvermittlung. 1973 kam Armin Brunner zum Fernsehen DRS. Von 1979 bis 1998 war er Musikchef des Fernsehens DRS. Zusammen mit Fernsehregisseur Adrian Marthaler realisierte Brunner die sogenannten «narrativen» Musikproduktionen, ausserdem hat er die zyklischen TV-Produktionen und die Reihe der Musikalischen Meditationen ins Leben gerufen. Für die Alte Oper Frankfurt konzipierte und realisierte Brunner 1990 das musikalische Grossereignis «Das Frankfurter Sonoptikum – die Musik eines Jahrhunderts». 2000 fand unter dem Titel «Kongress der Stimmen» die von Brunner konzipierte Gesamteröffnung des Kultur- und Kongresszentrums Luzern (KKL) statt. Von 2000 bis 2009 hatte Brunner die künstlerische Leitung der Klubhaus-Konzerte des Migros-Kulturprozents inne. Brunner erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter die Goldene Ehrenmedaille des Kantons Zürich (1983) und der Ehrendoktor der Universität Osnabrück (1985). (*)
Die ehemalige Brauereiwirtschaft an der Dorfstrasse gehört zum historischen Ortskern von Wabern und prägt das Ortsbild seit Generationen. Eine Stiftung soll das denkmalgeschützte Ensemble erhalten und ein lebendiges Dorfzentrum mit vielfältiger Nutzung ermöglichen. Die Gemeinde Köniz will die Voraussetzungen schaffen, indem sie die Liegenschaft erwirbt und im Baurecht an die Stiftung abgibt sowie einen Einschuss ins Stiftungskapital leistet. Seit 2013 wird das Gebäude von der landesweit beachteten Kulturinstitution «Heitere Fahne» genutzt, einem inklusiven Kultur- und Begegnungsort von regionaler Bedeutung.
Die Stadt Thun verleiht Evelyn und Kristina Brunner den Musikpreis. Das Tanzfest Thun wird mit dem «Kulturstreuer» ausgezeichnet. Moët Liechti und Martin Oesch teilen sich den Kulturförderpreis. Die öffentliche Preisverleihung findet am 13. November 2026 statt. Mit den Kulturpreisen ehrt die Stadt Thun jedes Jahr professionell arbeitende Kulturschaffende und / oder Organisationen aus allen kulturellen Sparten.
Die Intendanz von Lena-Lisa Wüstendörfer (Bild) bei Andermatt Music wird um weitere fünf Jahre verlängert: Die Schweizer Dirigentin und Musikwissenschaftlerin soll den Konzertbetrieb der Andermatt Konzerthalle auch künftig prägen. Der Konzertbetrieb im höchstgelegenen Konzertsaal der Alpen, der speziell für sinfonische Musik eingerichtet ist, wird seit 2022 von Lena-Lisa Wüstendörfer geführt. Das von ihr geleitete Swiss Orchestra bleibt Residenzorchester und setzt seine Verbindung von Schweizer Sinfonik und internationalem Konzertrepertoire in Andermatt fort, wie es in der heutigen Mitteilung heisst.
Seit 2003 schreibt die Schweizerische Gesellschaft für Kulturgüterschutz (SGKGS) jährlich einen Förderpreis für Projekte aus, die Kulturgut in der Schweiz erhalten, schützen und für zukünftige Generationen zugänglich machen. Als Kulturgut gelten materielle wie immaterielle Kulturgüter. Die aktuelle Ausschreibung läuft bis am 15. September 2026.
Die Schweiz nahm am 15. August 2026 an den Feierlichkeiten zum 975-jährigen Bestehen der Klosteranlage Petscherska Lawra in Kyjiw teil. Vertreten wurde die Schweiz dabei vom Delegierten des Bundesrates für die Ukraine, Jacques Gerber. Anlässlich des Jubiläums kündigte die Schweiz einen Beitrag von 600’000 Franken an, um die Restauration des im Juni 2026 bei einem russischen Luftangriff beschädigten Höhlenklosters vorzubereiten und dieses UNESCO-Weltkulturerbe vor weiteren Schäden zu schützen.
Mit dem Menuhin Conducting Prize setzt das Menuhin Festival Gstaad seine langjährige Förderung junger Dirigentinnen und Dirigenten fort. Der 2015 als Neeme Järvi Prize ins Leben gerufene Preis präsentierte sich 2026 mit einer weiterentwickelten Ausrichtung und einem stärkeren Fokus auf nachhaltige Nachwuchsförderung. Bei der 11. Verleihung des Preises wurden Leonhard Kreutzmann aus Deutschland und Tess Jackson aus dem Vereinigten Königreich gemeinsam mit dem Menuhin Conducting Prize gekürt. Gonzalo Alarcón Burriel aus Spanien wurde mit dem Publikumspreis ausgezeichnet.
Elf Tage und elf Nächte besuchte das Publikum die Kinosäle von Locarno und erlebte Begegnungen mit einigen der prägendsten Persönlichkeiten des internationalen Kinos und der Filmindustrie. Höhepunkt zum Abschluss des Festivals war die Auszeichnung des rumänischen Films «You Don’t Belong Here» mit dem Hauptpreis Pardo d’Oro.
Redaktor Kai Vogt schreibt im Online-Magazin «tsüri.ch»: «Das Spektakel strich im vergangenen Jahr erstmals den beliebten Basar und sorgte damit für Unmut. Nun äussert sich Festivalleiter Matthias von Hartz (Bild) erstmals ausführlich dazu, spricht über ein Ersatzformat und den politischen Fokus der aktuellen Ausgabe.»
Die Stadt Willisau verleiht den Kulturpreis 2026 an Arno Troxler und würdigt damit «sein langjähriges Engagement für den Jazz sowie seinen bedeutenden Beitrag zum kulturellen Leben in Willisau und darüber hinaus», wie es in der heutigen Mitteilung heisst.
Der am 9. Februar 1950 in Strassburg geborene französische Kurator, Museumsdirektor, Festivalleiter, Kunstkritiker und -vermittler sowie Poet Christian Bernard (Bild) ist am 6. August 2026 gestorben. Nachdem er die Villa Arson in Nizza geleitet hatte, wurde er 1994 der erste Direktor des Mamco, des Museums für zeitgenössische Kunst in Genf, das er gemeinsam mit Françoise Ninghetto leitete. Dort organisierte er unter anderem die letzte Ausstellung zu Lebzeiten von Martin Kippenberger. Im Jahr 2016 übernahm Lionel Bovier die Leitung der Institution. Von 2016 bis 2021 war Bernard Direktor des «Printemps de Septembre» in Toulouse. Ab 1966 schrieb und publizierte Christian Bernard Gedichte.
Das Bundesamt für Kultur (BAK) wird den Dokumentarfilm «Qui vit encore» von Nicolas Wadimoff (Bild) bei der Academy of Motion Picture Arts and Sciences in Hollywood in der Kategorie «bester internationaler Film» einreichen. Im Dezember 2026 wird bekanntgegeben, ob «Qui vit encore» in die Short List der für einen Oscar nominierbaren Filme aufgenommen wird.
Die SRG-SSR macht ihre Archivinhalte in enger Zusammenarbeit mit Memoriav, der Kompetenzstelle des audiovisuellen Kulturerbes der Schweiz, online zugänglich: Auf «Memobase.ch» können neu 1,5 Millionen Radio- und Fernsehsendungen aus den Archiven von RTR und SRF recherchiert werden. Damit erhalten Forschende, Medienschaffende und die interessierte Öffentlichkeit einen einzigartigen Zugang zum audiovisuellen Erbe der Schweiz. Langfristig sollen auch die Bestände der RSI- und der RTS-Archive auf «Memobase.ch» integriert werden.
Am 24. August 2026 verleiht die Bürgi-Willert-Stiftung den mit insgesamt CHF 60’000.– dotierten Bürgi-Willert-Preis zu gleichen Teilen an Baldy Minder und Alzheimer Bern. Mit dem Bürgi-Willert-Preis werden jährlich Privatpersonen und Institutionen für ihre Verdienste im kulturellen oder sozialen Bereich in der Stadt Bern ausgezeichnet.
Das Unternehmen «NZZ» meldet heute, dass Eric Gujer (Bild) die Chefredaktion der «Neuen Zürcher Zeitung» Ende Januar 2027 abgebe, «der ‹NZZ› aber erhalten» bleibe.
«Hinterm Bahngleis beginnt das Universum» heisst der schöne Titel des Beitrags von Vera Zatti im Ostschweizer Kulturmagazin «Saiten» zur aktuellen Ausstellung des Künstler:innenkollektivs U5 und von Monika Stalder im Stellwerk in Heerbrugg (SG), die bis am 23. August 2026 läuft.
Im Dachstock des Singisenflügels schlummert ein kleiner Schatz: die Kunstsammlung von Murikultur mit Gemälden, Zeichnungen, Grafiken und Skulpturen aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Die Ausstellung «Echos der Sammlung», die vom 15. August bis am 8. November 2026 im Singisen Forum in Muri zu sehen ist, macht ausgewählte Werke dieser Sammlung erstmals in einem neuen Kontext erfahrbar. Fünf zeitgenössische Kunstschaffende wurden eingeladen, sich mit historischen Werken auseinanderzusetzen und daraus eigenständige künstlerische Positionen zu entwickeln.
Am Montag, 10. August 2026, wurde der junge japanische Pianist Hayato Sumino (Bild) im Rahmen seines Rezitals in der Kirche Saanen mit dem fünften Olivier Berggruen Prize geehrt. Das Konzert war Teil der 70. Jubiläumsedition des Menuhin Festival Gstaad und überzeugte mit einem eindrucksvollen Programm: Neben Werken von Frédéric Chopin, Thomas Adès, Igor Strawinsky und Camille Saint-Saëns begeisterte der Künstler das Publikum mit einer Auswahl seiner eigenen Kompositionen.
Die Jury des Deutschen Buchpreises 2026 hat 20 Romane nominiert, wie sie am Dienstag mitteilt. Seit Ausschreibungsbeginn hat sie 205 Titel gesichtet, die zwischen Oktober 2025 und dem 8. September 2026 (Bekanntgabe der Shortlist) erschienen sind oder noch erscheinen. Unter den 20 Nominierten ist auch der 1977 in Burgdorf geborene schweizerisch-italienische Schriftsteller Giuliano Musio (Bild). Sein von der Jury ausgewähltes Buch trägt den Titel «Aus anderem Holz» und erscheint in diesem September beim Wiener Luftschacht-Verlag.
Der Berner Künstler Franz Gertsch (1930–2022) gilt als Pionier des Fotorealismus und als einer der bedeutendsten Schweizer Künstler seiner Zeit. Mit seinen monumentalen Gemälden erlangte er internationale Bekanntheit. Die bislang umfassendste Retrospektive «Franz Gertsch. Blow-Up» erstreckt sich über zwei Ausstellungsorte – das Kunstmuseum Bern und das Museum Franz Gertsch in Burgdorf – und sie bietet einen faszinierenden Überblick über mehr als sechs Jahrzehnte künstlerischen Schaffens: von den monumentalen fotorealistischen Gemälden der Jugend- und Musikszene der 1970er-Jahre über ikonische Porträts bis hin zu eindrucksvollen Landschaften und Holzschnitten.
À l’occasion de ses 75 ans d’existence, l’Institut suisse pour l’étude de l’art (SIK-ISEA) inaugure un Prix d’écriture SIKART afin de stimuler la proposition d’articles thématiques pour SIKART Dictionnaire sur l’art en Suisse, dont les 20 ans se fêtent également en 2026. SIK-ISEA s’adresse à la relève universitaire pour l’inviter à exercer ses compétences de rédaction au contact d’un format d’écriture spécifique – l’article de synthèse dévolu à une thématique artistique en Suisse.
Der Stiftungsrat des Luzerner Theaters hat Robert Ernst Castellitz (Bild) zum neuen Betriebsdirektor und Mitglied der Geschäftsleitung berufen. Er tritt sein Amt am 1. September 2026 an.
Das ALPS Alpines Museum der Schweiz in Bern gibt eine spätgotische Heiligenfigur an die Walliser Gemeinde Baltschieder zurück. «Die Rückführung
steht exemplarisch für den Wandel im Umgang mit Kulturgütern», schreibt ALPS. Eine spätgotische Heiligenstatue mit bewegter Geschichte kehrt nach
über 100 Jahren an ihren Ursprungsort zurück. Das ALPS übergibt die Figur am 10. August 2026 offiziell der Gemeinde Baltschieder. Anschliessend wird die Statue per Helikopter zur Kapelle im Baltschiedertal geflogen, wo sie künftig wieder öffentlich zugänglich sein wird.
Das Swiss Institute (SI) gibt den Erwerb des Erdgeschosses und des Untergeschosses von 250 Bowery bekannt: Damit besitzt die Institution zum ersten Mal in ihrer vierzigjährigen Geschichte eigene Räumlichkeiten, und sie läutet damit «eine neue Ära für eine der führenden Plattformen für experimentelle zeitgenössische Kunst in New York ein», wie das SI schreibt. Im Herbst dieses Jahres wird das SI mit «einer massgeschneiderten Renovierung beginnen, die von dem international renommierten Architekturbüro Johnston Marklee geleitet wird». Dieses werde das 250 Bowery in einen barrierefreien und ökologisch nachhaltigen Kulturraum verwandeln, der speziell für die innovativen Ausstellungen des SI, ansprechende öffentliche Programme sowie von Künstler:innen geleitete Bildungs- und Gemeinschaftsinitiativen konzipiert ist. Der neue Standort soll im Frühjahr 2027 für die Öffentlichkeit zugänglich und weiterhin bei kostenlosem Eintritt zu besuchen sein.
Jedes Jahr lädt das Swiss Institute (SI) in New York City in Zusammenarbeit mit der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia zwei bildende Künstler:innen aus der Schweiz zu einem dreimonatigen Aufenthalt ein. Den Stipendiat:innen wird eine Wohnung nur wenige Häuserblocks von den Galerien des Swiss Institute im Herzen des East Village zur Verfügung gestellt. Im Rahmen monatlicher Treffen mit dem Kurator:innenteam können die Künstler:innen verschiedene Aspekte ihrer künstlerischen Praxis besprechen, Recherchen durchführen und neue Arbeiten entwickeln.
Das Werk des Kunstmalers, Illustrators, Buchgestalters und Bühnenbildners
Karl Walser (1877-1943), Robert Walsers Bruder, wird gerade wiederentdeckt. «Es sind Bilder einer längst versunkenen Welt», schreibt Philipp Meier in der «Neuen Zürcher Zeitung NZZ». Zu sehen sind die Werke derzeit in Japan.
Er flüchtete aus dem reaktionären Italien und hatte in der Schweiz als Unternehmer Erfolg. Nur so konnte sein verhaltensauffälliger Sohn Julius das Maggi-Imperium aufbauen. Dies zeigen neue Archivfunde.
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