25. August 2012
«Steuergelder für Zeitungsartikel: Bund zahlt Journalisten für PR-Artikel»
«Seit Jahren rüstet der Bund seine Kommunikationsabteilung auf – mit jährlich mehr Mediensprechern, mehr Medienmitteilungen, mehr Medienkonferenzen. Nun geht man in Bern noch einen Schritt weiter», berichtet morgen die Zeitung «Der Sonntag».

«Das Bundesamt für Energie (BFE) sucht per Ausschreibung einen unabhängigen Journalisten, der sehr gute Kontakte zu Herausgebern von Fachzeitschriften im Energiebereich, Redaktionen, Bloggern und Hochschulen hat. Ziel ist es, 22 Artikel über die Leistungen des BFE in mehreren Publikationen unterzubringen. Die Krux: Der Autor darf unter seinem Namen publizieren, muss aber – wie es deutlich heisst – die Themen ‚in Absprache mit den BFE-Programmverantwortlichen‘ auswählen», so «Der Sonntag».
«Das ist heikel», sagt Peter Studer, ehemaliger Präsident des Presserats, gemäss «Der Sonntag». «Für die Glaubwürdigkeit von Journalisten und Redaktionen ist Transparenz eine wesentliche Voraussetzung.» Eine entsprechende Eigenetikettierung müsste auch von den Auftragnehmern des BFE erwartet werden. «Das Publikum weiss dann, dass der Text in einer positiven Grundhaltung gegenüber dem BFE verfasst ist und kritische Aspekte nicht zu erwarten sind», sagt Studer.
Das will das BFE auch tun, wie Sprecher Philipp Schwander bekräftigt. «Wir werden in geeigneter Form kennzeichnen, dass wir hinter einer Publikation stehen», sagt BFE-Sprecher Philipp Schwander.
Studer bleibt aber skeptisch: «Weshalb stellt das BFE nicht einfach einen Teilzeitjournalisten an, der den Qualifikationen entspricht und Texte im Namen des BFE anbietet? Soll der Eindruck gefördert werden, es handle sich um unabhängige Wissenschaftsjournalisten?»
Quelle:
http://www.sonntagonline.ch/inhalt/164/
Kommentare von Daniel Leutenegger