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22. Oktober 2012

Stopp Cyber-Mobbing!

Pro Juventute lanciert die erste schweizweite Kampagne gegen Cyber-Mobbing - Eine aktuelle Umfrage zeigt: Zwei Drittel der Befragten wissen nicht, wo Hilfe suchen

Bild: Pro Juventute startet die nationale Kampagne «Stopp Cyber-Mobbing» und zeigt Jugendlichen, dass sie bei der Notrufnummer 147 Hilfe finden – Foto: ots.Bild/Pro Juventute

Pro Juventute lancierte heute Montag die erste nationale Kampagne zum Thema Cyber-Mobbing in der Schweiz. Ziel ist, Jugendliche und ihr Umfeld zu sensibilisieren.

Eine von der Stiftung in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage zeigt dringenden Informationsbedarf: Zwei Drittel der Befragten wissen nicht, wo sie Hilfe erhalten könnten. Darum informiert die Kampagne die Jugendlichen, wie sie sich vor Cyber-Mobbing schützen können und dass sie bei der Notrufnummer 147 Hilfe finden. Eltern und Schulen erhalten Informationen, wie sie die Jugendlichen begleiten können.

Mit der nationalen Sensibilisierungskampagne «Stopp Cyber-Mobbing» ruft Pro Juventute zum Kampf gegen das Mobbing im Internet auf. Plakate und ein TV-Spot zeigen auf, dass Mobbing im Cyberspace zu realen psychischen Verletzungen führt und bei den betroffenen Jugendlichen extreme Verzweiflung und Ängste auslöst.

In einer Facebook-Aktion fordern prominente Schweizer Persönlichkeiten wie Diego Benaglio, Heidi Happy oder Jubaira Bachmann die Jugendlichen auf, sich aktiv gegen Cyber-Mobbing zu engagieren.

Jugendliche können sich mit einem Klick direkt gegen Cyber-Mobbing engagieren und erhalten auf der Kampagnenplattform weiterführende Informationen. In Informationskampagnen an allen Schulen in der Schweiz werden Materialien angeboten, um Jugendliche auf die Hilfe via Notrufnummer 147 von Pro Juventute aufmerksam zu machen. Die Öffentlichkeit wird aufgerufen, sich auf Facebook oder mit Spendenbeiträgen zu engagieren.

Cyber-Mobbing verletzt

Pro Juventute lanciert die schweizweite Kampagne, da Cyber-Mobbing ein zunehmend verbreitetes Problem ist und bei betroffenen Jugendlichen extreme Verunsicherung und Ängste auslöst.

Bei der Pro Juventute Beratung + Hilfe 147 rufen vermehrt Kinder und Jugendliche an, die Hilfe wegen Cyber-Mobbing suchen.

War das Thema noch vor wenigen Jahren unbekannt, ist es heute Beratungsalltag. Und nach aktuellen Studien hat jeder fünfte Teenager schon erlebt, dass ihn jemand via Internet fertig machen wollte.

Das Verheerende bei Cyber-Mobbing: Im Unterschied zu Mobbing ist die Hemmschwelle tiefer, da der Angreifer sich hinter der Anonymität im Netz versteckt. Gleichzeitig findet Cyber-Mobbing nicht nur auf dem Pausenplatz, sondern überall statt, wobei die Betroffenen dem Mobbing rund um die Uhr ausgeliefert sind.

«Unsere Kampagne zeigt auf, dass Cyber-Mobbing ein ernstes Problem ist», sagt Stephan Oetiker, Direktor Pro Juventute. «Wir wollen Jugendliche, Eltern und Lehrer sensibilisieren und Hilfsangebote wie die Notrufnummer 147 aufzeigen. Die Fachleute von Pro Juventute sind in ihrer täglichen Arbeit damit konfrontiert, dass sowohl Jugendliche wie Eltern und Lehrpersonen überfordert sind mit dem Thema und sich dringend Unterstützung wünschen.»

Heute veröffentlichte Umfrage zeigt: Es besteht dringender Informationsbedarf

Zum Thema Cyber-Mobbing besteht in der Schweiz dringender Informationsbedarf: Mehr als Zwei Drittel (69.9%) der Schweizer wissen nicht, wo sie bei Cyber-Mobbing Hilfe suchen sollen.

Das zeigen die Ergebnisse der heute von Pro Juventute publizierten nationalen Umfrage «Hilfe gegen Cyber-Mobbing». Nur gerade jeder Zweite weiss, was Cyber-Mobbing ist (51.9%). Jeder Dritte hat schon davon gehört, weiss aber nicht genau, was es ist (31.2%). In der Romandie weiss gar nur knapp jeder Vierte, was Cyber-Mobbing ist (23.8%).

Bei den Kriterien, die ein Hilfsangebot erfüllen müsste, rangiert Vertraulichkeit an erster Stelle, gefolgt von Professionalität, Schnelligkeit und Neutralität. Auch dass die Hilfe gratis angeboten wird und persönlich stattfindet, wird als wichtig erachtet.

Das Ergebnis zeigt: Es ist entscheidend, dass Jugendliche und Eltern über die Verfügbarkeit eines niederschwelligen, vertraulichen Angebots Bescheid wissen.

Cyber-Mobbing kann von Schlafschwierigkeiten über Depressionen bis zum Jugendsuizid führen: Internationale Studien zeigen, dass die Zahl der Suizidversuche bei Jugendlichen, die Cyber-Mobbing erlebt haben, doppelt so hoch ist wie bei Jugendlichen, die nicht betroffen sind. «So weit darf es in der Schweiz nie kommen», sagt Oetiker. «Es braucht daher dringend Sensibilisierung, Prävention durch Medienkompetenz und die Bekanntmachung von Anlaufstellen für Jugendliche.»

Die Notrufnummer bei Cyber-Mobbing: Pro Juventute Beratung + Hilfe 147

Hilfe bietet Pro Juventute mit der Notrufnummer 147. Fachleute unterstützen Kinder und Jugendliche rund um die Uhr. Hilfesuchenden steht die Beratung per Telefon und SMS unter der Nummer 147 oder per Chat auf www.147.ch zur Verfügung.

Über Facebook und mit der heute neu aufgeschalteten Kampagnen-Plattform www.projuventute.ch/stoppcybermobbing bietet die Stiftung ab sofort umfassende Informationen zu Cyber-Mobbing und Adressen von Fachstellen.

Eltern finden Unterstützung bei der Beratung des Eltern Club Schweiz von Pro Juventute (www.elternclubschweiz.ch).

Die Pro Juventute Beratung + Hilfe 147 wird grösstenteils durch Spenden und Partnerschaften aus der Wirtschaft finanziert. Mit rund 15 Franken ermöglichen Spender ein Beratungsgespräch. Spenden kann man via PC 80-3100-6 oder online auf www.projuventute.ch/helfen.

Prävention durch Medienkompetenz

Neben der Intervention setzt Pro Juventute zudem auf Prävention: Jugendliche sollen lernen, mit neuen Medien umzugehen, damit sie wissen, wie sie sich im Netz schützen können. Gleichzeitig sollen sie auch wissen, dass Cyber-Mobbing kein Spass ist, sondern schwere Folgen haben kann.

Aktuell seit diesem Schuljahr führt Pro Juventute darum Medien-Workshops an Schulen durch, die den Fokus auf Cyber-Mobbing legen. «Lehrpersonen haben uns mitgeteilt, dass sie dringend Lehrmodule zum Thema Cyber-Mobbing benötigen», sagt Oetiker. «Unsere Medienprofis-Workshops fokussieren daher neu auf dieses Thema.» In diesen Modulen fördern Medienexperten die Fähigkeit der Schüler, sinnvoll mit den neuen Medien umzugehen. Die Experten unterstützen auch Eltern im Rahmen von Elternveranstaltungen (www.projuventute.ch/medienprofis).

ots

Mehr:

www.projuventute.ch/stoppcybermobbing

 

Kontakt:

Pro Juventute

Stephan Oetiker, Direktor

Thurgauerstrasse 39

8050 Zürich

Tel.: +41/44/256’77’77 

–

Irene Heimgartner, Leiterin Public Affairs

stv. Leiterin Kommunikation

Tel.: +41/44/256’77’36

Mobile: +41/79/501’24’23

E-Mail: irene.heimgartner@projuventute.ch 

–

Marianne Affolter, Leiterin Kommunikation

Tel.: +41/44/256’77’74

Mobile: +41/79/659’67’33

E-Mail: marianne.affolter@projuventute.ch

–

www.projuventute.ch

 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 22. Oktober 2012
  • Multimedia und Internet

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