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14. Januar 2013

Schweizer Reiche spenden immer mehr

Mit schätzungsweise 1,5 Milliarden Franken unterstützten Schweizer Stiftungen letztes Jahr Kulturinstitute, Forschungseinrichtungen oder soziale Projekte. Das Spendenvolumen von wohlhabenden Schweizern hat sich in den letzten 20 Jahren verdoppelt. «Stiftungen sind immer Kinder der Wohlstandsgesellschaft», sagt Georg von Schnurbein (Bild), der das Institut für Stiftungsmanagement CEPS an der Universität Basel leitet, gegenüber «srf.ch».

Foto: http://wwz.unibas.ch/personen/profil/person/von-schnurbein/

In den letzten 20 Jahren seien viele Vermögen aufgebaut worden, die nun über Stiftungen auch der Allgemeinheit nützten. Im internationalen Vergleich zeigt sich, dass in der Schweiz auch pro Kopf sehr viel gespendet wird. Zählt man die Zuwendungen von Privaten und Unternehmen zu den 1,5 Milliarden Franken der Stiftungen dazu, dann wurden letztes Jahr 3 Milliarden Franken gespendet.

Orientierung am angelsächsischen Raum

Die Philanthropie in der Schweiz orientiert sich zunehmend am angelsächsischen Raum, wo Spenden in wohlhabenden Kreisen zum guten Ton gehört. Viele erfolgreiche Unternehmer unterstützen zeitlebens die Universitäten, an denen sie studiert haben. Diese Entwicklung lässt sich auch in der Schweiz beobachten: Während vor fünf Jahren nur 33 Prozent der Spenden der Förderstiftungen in Bildung und Forschung flossen, sind es heute 41 Prozent.

Georg von Schnurbein erklärt sich diese Verschiebung mit einem Sinneswandel: «Lange wurde Bildung in Kontinentaleuropa als staatliche Aufgabe verstanden. Heute sieht man aber, dass dieses Geld alleine nicht mehr ausreicht.» Der Unternehmer Branco Weiss etwa hinterliess der ETH Zürich rund 100 Millionen Franken, als er vor drei Jahren starb.

Ebenfalls nach angelsächsischem Vorbild lassen sich viele Philanthropen bei ihren Engagements beraten. Das Unternehmen Social Investors sucht für Reiche Projekte, in die sie ihr Geld investieren können. Patrick Frick gründete das Unternehmen 2005. Zu seinen Kunden gehören Grossspender wie Patrick Odier, Präsident der Schweizer Bankiervereinigung und Mitglied einer der reichsten Familien der Schweiz.  

Auch Unternehmen spenden

Nicht nur Einzelpersonen spenden im grossen Stil, sondern auch Unternehmen. So zum Beispiel die deutsche Bank Mainfirst, die auch in Zürich ein Büro mit 25 Mitarbeitern hat. Einmal pro Jahr spendet das Team von Ebrahim Attarzadeh den Umsatz eines Tages für einen guten Zweck: «Wir versuchen immer, dass dieser Tag der umsatzstärkste des Jahres wird. Es gibt verschiedene Kunden, die an diesem Tag bewusst viele Aufträge erteilen.»

Dass sich Mainfirst zu seinem Spendentag äussert, ist eine Ausnahme: «Wir machen keine Werbung damit. Wir wollen bloss einige Projekte unterstützen», betont Attarzadeh.

Die wenigsten Banker oder andere Reiche machen ihr philanthropisches Engagement öffentlich. Das bedauert Alfred Gantner, Gründer von Partners Group und einer der reichsten Schweizer. Zusammen mit seinen beiden Partnern verfügt er laut Bilanz über ein geschätztes Vermögen von 2,5 Mrd. Franken. Wenn man mehr in die Öffentlichkeit treten würde, «dann würde auch die breite Bevölkerung wahrnehmen, dass Reiche viel mehr tun für karitative und kulturelle Zwecke, als man das im Allgemeinen wahrnimmt», so Gantner.

Liz Horowitz, Andreas Brandt / srf

 

Quelle / Mehr:

 

http://www.srf.ch/news/wirtschaft/schweizer-reiche-spenden-immer-mehr

 

Kontakt:

 

http://ceps.unibas.ch/ueber-das-ceps/team/

 

 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 14. Januar 2013
  • NGO’s und NPO’s

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