SOEBEN VERSCHICKT: DER NEWSLETTER 15/2026 VON CH-CULTURA.CH
Eine Auswahl kultureller Informationen, Beobachtungen und Kommentare der letzten zwei Wochen aus Schweizer Perspektive
Eine Auswahl kultureller Informationen, Beobachtungen und Kommentare der letzten zwei Wochen aus Schweizer Perspektive
Im aktuellen Newsletter von SwissFoundations stellt die im Juni 2026 gewählte neue Präsidentin Janine Händel sich, ihre Motivationen und Ziele vor.
Der Schweizer Kulturvermittler, Musiker, Politiker und Unternehmer Hector Herzig (Bild) ist im Alter von 71 Jahren gestorben. Er war u.a. massgeblich an der Lancierung der nationalen Musikinitative beteiligt, mit der das Schweizer Volk 2012 den neuen Verfassungsartikel «Musikalische Bildung» in die Bundesverfassung aufnahm.
Der am 19. April 1934 als Hans Ziegler in Thun geborene Schweizer Soziologe, Politiker, Aktivist, Sachbuch- und Romanautor Jean Ziegler (Bild) ist am 10. Juni 2026 in Genf-Genève gestorben. Von 1967 bis zu seiner Abwahl 1983 und erneut von 1987 bis 1999 war er Genfer Abgeordneter im Nationalrat für die Sozialdemokratische Partei. Von 2000 bis 2008 war Ziegler UNO-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung – zuerst im Auftrag der Menschenrechtskommission, dann des Menschenrechtsrats – sowie Mitglied der UNO-Task Force für humanitäre Hilfe im Irak. 2008 bis 2012 gehörte Ziegler dem Beratenden Ausschuss des Menschenrechtsrats der Vereinten Nationen an; 2013 wurde er erneut in dieses Gremium gewählt. Bis zu seiner Emeritierung 2002 war Ziegler Professor für Soziologie an der Uni Genf sowie ständiger Gastprofessor an der Sorbonne in Paris. In seinen Sachbüchern kritisierte Ziegler mehrfach die historische Rolle der Schweiz. Ebenfalls kritisierte er die Sowjetunion für ihren Einmarsch in Afghanistan. Ziegler verurteilte den russischen Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 klar. Wegen massiver Kritik an Schweizer Politik, Wirtschaft, Finanzwesen sowie deren Institutionen wurde er immer wieder als «Landesverräter» angegriffen und, zum Teil erfolgreich, zivil- und strafrechtlich belangt. (*)
Carlo Petrini (Bild), der am 22. Juni 1949 in Bra (Piemont) geborene italienische Publizist, Soziologe, Aktivist und Gründer der internationalen Slow-Food-Bewegung, ist am 21. Mai 2026 ebenda gestorben. Seit 1977 schrieb er in italienischen Zeitschriften über Essen und Trinken; er war an der Gründung der Zeitschrift «Gambero Rosso» beteiligt, die zunächst eine Monatsbeilage der Tageszeitung «Il Manifesto» war. Petrini gründete in den 1980er-Jahren die Gesellschaft der Freunde des Barolo. Der Auslöser zur Gründung von Slow Food war die Eröffnung einer McDonald’s-Filiale 1986 auf der von antiken und barocken Gebäuden umgebenen Piazza Navona in Rom. Als Protest dagegen organisierte Petrini ein öffentliches Spaghetti-Essen an der Spanischen Treppe. Am 9. Dezember 1989 folgte in Paris die Gründung der internationalen Bewegung Slow Food nach. In Turin rief er mit Slow Food den Salone del Gusto ins Leben und in Pollenzo die Università di Scienze Gastronomiche. Petrini war Mitherausgeber des Weltweinführers und des Weinführers «Vini d’Italia». Mit dem Restaurantführer «Osterie d’Italia» löste er eine Rückbesinnung auf die gastronomischen Traditionen Italiens aus. Er war Autor der linksliberalen Tageszeitung «La Repubblica». 2004 fand auf seine Initiative in Turin eine Konferenz des Bauernnetzwerks Terra Madre statt, das erste Welttreffen von fast 5’000 Bauern. (*)
Den kritischen Blick der Nachbar:innen auf die nicht gemähte Wiese muss niemand fürchten: Schweizerinnen und Schweizer wünschen sich mehr Natur vor ihrer Haustür. In einer repräsentativen Umfrage im Auftrag von Pro Natura geben mehr als zwei von drei Personen an, dass zusätzliche naturnahe Grünflächen in der Wohnumgebung ihre Lebensqualität verbessern würden.
Anlässlich des internationalen Tags der Pressefreiheit veröffentlicht Reporter ohne Grenzen (RSF) die neue Rangliste der Pressefreiheit 2026. Daraus geht hervor, dass der Durchschnittswert für die Pressefreiheit aller Länder zusammen einen neuerlichen historischen Tiefstand erreicht hat. Zum ersten Mal seit der Einführung der Rangliste vor 25 Jahren befinden sich mehr als die Hälfte der bewerteten Länder in den Kategorien «schwierig» und «sehr schwierig». Der rechtliche Druck, der oft in Form sogenannter «Lawfare» («Rechtskrieg»; Kriegsführung mit juristischen Mitteln) auftritt, nimmt weltweit zu. Dies gilt in gewissem Masse auch für die Schweiz, die trotz nahezu unveränderter Situation in der Rangliste einen Platz gut macht. Das ist auch auf den Rückgang anderer Länder zu erklären.
Eine Auswahl kultureller Informationen, Beobachtungen und Kommentare der letzten zwei Wochen aus Schweizer Perspektive
Eine Auswahl kultureller Informationen, Beobachtungen und Kommentare der letzten drei Wochen aus Schweizer Perspektive
Der Schweizer Stiftungssektor wächst weiter und erreichte Ende 2025 mit 13’782 Stiftungen ein neues Rekordhoch. Im Kanton Zürich gibt es die meisten Stiftungen und im Kanton Basel-Stadt die höchste Stiftungsdichte. Der Kanton Genf erzielt mit 31 Stiftungen das höchste Nettowachstum.
Eine Auswahl kultureller Informationen der letzten vierzehn Tage aus Schweizer Perspektive
Eine Auswahl kultureller Informationen der letzten vierzehn Tage aus Schweizer Perspektive
Radio SRF 2 Kultur, «Musik für einen Gast» vom heutigen Sonntag, 12.38 Uhr / Wiederholung am Samstag, 6. September 2025, 11.03 Uhr / Podcast
Im Herbst 2019 waren Kaba Rössler (Bild rechts) und Nadine Schneider angetreten, um das Museum Henri Dunant in Heiden (Appenzell Ausserrhoden) umfassend zu erneuern. Vor einem Jahr wurde die grosse Wiedereröffnung gefeiert. Per Ende August 2025 verlassen die Co-Leiterinnen das Haus nach der kompletten Neugestaltung, 13 Sonderausstellungen und über 120 Veranstaltungen. Im Abschieds-Interview mit dem Ostschweizer Magazin «Saiten» sprechen Kaba Rössler und Nadine Schneider über ihr gespaltenes Verhältnis zum Rotkreuz-Gründer sowie über ihr Verständnis eines modernen Museums, und sie verraten, warum sie der Ostschweiz treu bleiben.
Eine Auswahl kultureller Informationen der letzten dreiunddreissig Tage aus Schweizer Perspektive
Radio SRF 1, «Tagesgespräch» vom heutigen Dienstag, 03.06.2025, 13 Uhr / Podcast
Die am 15. Januar 1953 geborene Schweizer Soziologin und Ethnologin Ruth Hungerbühler Savary (Bild) ist am 26. Mai 2025 gestorben. Sie war jahrelang Redaktorin bei Radio DRS 2 (heute SRF 2 Kultur); sie war Dozentin an der Facoltà Scienze della Comunicazione der Università della Svizzera italiana und hatte Lehraufträge an der Universität Basel. Ihre Forschungsschwerpunkte betrafen familiensoziologische und Gleichstellungsthemen, später dann Themen der Medienkommunikation und Migration, zu denen sie verschiedene Forschungsprojekte leitete. Ruth Hungerbühler war Mitautorin der Bücher zur Geschichte von Radio und Fernsehen in der Schweiz. Während acht Jahren leitete sie die Accademia Teatro Dimitri (SUPSI). Sie war auch für den Aufbau der Forschungsabteilung der Accademia verantwortlich. Sie engagierte sich als Präsidentin bei «gemeinsamdenken.ch» und im Verein Geamondo für die Integration von Geflüchteten und anderen Migrant:innen mittels kultureller Projekte. (*)
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat eine neue Präsidentin: Nach sieben Jahren übergibt Lisa Mazzone, Präsidentin der Grünen Schweiz, das Amt an Nationalrätin Christine Badertscher (Bild).
Anlässlich des internationalen Tags der Pressefreiheit am 3. Mai publiziert Reporter ohne Grenzen (RSF) das neue Ranking der Pressefreiheit für das Jahr 2025. «Dabei zeigt sich: Der wirtschaftliche Druck stellt fast überall auf der Welt eine erhebliche Gefahr für die Medienlandschaft dar», heisst es in der Medienmitteilung der Organisation.
Harald Naegeli, berühmt als «Der Sprayer von Zürich» für seine visionären und oft provokativen Werke, unterstützt seit vielen Jahren die Schweizerische Vogelwarte in Sempach mit Spenden, Weitergabe von Preisgeldern und zuletzt mit seinen Arbeiten. Zum 100 jährigen Bestehen schenkte er der Vogelwarte 28 Original-Werke. Die Radierungen, Zeichnungen und Collagen aus den Jahren 1978-2023 werden vom 13. bis am 16. März 2025 in einer Online-Auktion versteigert.
Pour la première fois, le Musée international de la Croix-Rouge et du Croissant-Rouge à Genève accueille une résidence d’artiste participative, à l’intersection de l’art et de l’humanitaire. Dès le 4 mars 2025, le musée mettra à l’honneur l’artiste iranienne Zahrasadat Hakim, lauréate du Prix Art Humanité. Jusqu’à l’été, elle invitera chacun·e à participer gratuitement à la conception d’une tapisserie collaborative dans L’Atelier, un espace de création ouvert à toutes les générations.
Der Singer-Songwriter Bastian Baker (Bild) aus Lausanne wird sich fortan als erster Botschafter aus der Romandie für UNICEF Schweiz und Liechtenstein engagieren, wie die Organisation am Samstag mitteilte. UNICEF ist das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen.
Swiss Foundations, der Verband gemeinnütziger Förderstiftungen in der Schweiz, berichtet: Der Schweizer Stiftungssektor wird grösser – nicht nur in Bezug auf die Anzahl Stiftungen, sondern auch was ihr Vermögen betrifft. Im Vergleich zur letzten Umfrage vor fünf Jahren, hat sich das Stiftungsvermögen auf CHF 139,5 Mrd. erhöht. Mit einem Nettowachstum von 123 Stiftungen entwickelt sich der Sektor relativ konstant, wobei die Kantone Genf, Zug und Bern das deutlichste Wachstum verzeichnen.
Der Vorstand von Alliance Sud schreibt: «Mit Bedauern hat der Vorstand von Alliance Sud Ende Juni beschlossen, dass die Informations- und Dokumentationsstelle InfoDoc ab Ende September nicht mehr weitergeführt werden kann. Alliance Sud wird sich in Zukunft mit den vorhandenen Ressourcen auf die entwicklungspolitische Arbeit fokussieren, um in der Schweiz noch mehr Wirkung für den globalen Süden zu erzielen.»
In seiner langjährigen Funktion als CEO einer international tätigen Förderstiftung sei Richard Brogle (Bild) sowohl mit dem schweizerischen Gemeinnützigkeitssektor als auch mit dem Verein SwissFoundations bestens vertraut, schreibt dieser. Und weiter: «Der Vorstand und das gesamte Team von SwissFoundations sind überzeugt, mit Richard Brogle einen sehr gut vernetzten, führungserfahrenen und engagierten Geschäftsführer gefunden zu haben. Er wurde vom Vorstand aus über 120 Bewerbungen ausgewählt.»
Nils Güggi (Bild) wird neuer Leiter der Eidgenössischen Stiftungsaufsicht (ESA). Er tritt ab dem 1. Juni 2021 die Nachfolge von Helena Antonio an, welche die ESA während sieben Jahren geleitet hat.
Gemäss neuesten Zahlen des Schweizer Stiftungsreports sind in der Schweiz 13’375 gemeinnützige Stiftungen registriert. Eine spezifische Analyse der Entwicklung in den letzten zehn Jahren zeigt, dass Stiftungen heute eher selten für die Ewigkeit angelegt sind, dagegen viel häufiger nur für wenige Jahre existieren. Der Schweizer Stiftungsreport erscheint am 18. Mai 2021 in deutscher und französischer Sprache. Eine Preview:
Die Dargebotene Hand (fr. La Main Tendue, it. Telefono Amico) oder Telefon 143 ist die Telefonseelsorge in der Schweiz. Als eine erste Anlaufstelle ist sie für Menschen in schwierigen Lebenslagen, aber auch für solche mit alltäglichen Sorgen per Telefon und per Internet rund um die Uhr erreichbar. Dabei spielen Alter, kulturelle oder konfessionelle Zugehörigkeit keine Rolle.*
Heute hat SwissFoundations eine Empfehlung zum Stiftungsengagement in Zeiten der Corona-Krise publiziert. Beate Eckhardt, die Geschäftsführerin des Verbands der Schweizer Förderstiftungen, schreibt: «Damit ermutigen wir alle Schweizer Förderstiftungen, in der aktuellen Notsituation unbürokratisch, rasch und flexibel auf die Bedürfnisse ihrer Destinatäre zu reagieren.»
Im vergangenen Jahr sind in der Schweiz 349 gemeinnützige Stiftungen gegründet worden, aber auch 216 liquidiert worden. Das sind so viele Liquidationen wie nie zuvor in einem Jahr. Im Vergleich zu 2018 nahm die Zahl der Neugründungen jedoch wieder zu.
Der Vorstand von SwissFoundations hat Franziska Juch (Bild) zur neuen Geschäftsführerin gewählt. Die vierzigjährige Betriebswirtin, die seit 2017 das Fundraising der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi leitet, verfügt über ausgewiesene Management- und Führungserfahrungen sowie ein breit gefächertes Netzwerk im Stiftungs- und Philanthropiewesen. Franziska Juch tritt Ende Juni 2020 die Nachfolge von Beate Eckhardt an.
Der mit 200’000 Franken dotierte jährliche Preis der Stiftung Dr. J.E. Brandenberger wird 2019 Yvonne Kurzmeyer (Bild), der Gründerin der «Schweizer Tafel» für ihre «herausragenden Leistungen bei der Schaffung und Umsetzung wirkungsvoller Methoden und Strukturen zur Verwendung überschüssiger Ressourcen zugunsten Bedürftiger» verliehen.
Der Stiftungsrat der «Glückskette» hat an seiner Sitzung im Juni 2019 Roland Thomann (Bild) zum neuen Direktor der Stiftung gewählt. Der 43jährige Zürcher mit Berner Wurzeln wird seine Arbeit in Genf im Januar 2020 aufnehmen. Zu diesem Zeitpunkt geht sein Vorgänger Tony Burgener in Pension.
Die Paul Grüninger Stiftung will mit ihrer diesjährigen Preisvergabe ein Zeichen setzen gegen die Kriminalisierung der Fluchthilfe: Sie zeichnet die Crew-Mitglieder des Rettungsschiffes Iuventa mit dem Paul Grüninger Preis in der Höhe von 50’000 Franken aus. Die Menschenrechtsaktivistin Anni Lanz und die Hilfsorganisation Mosaik erhalten von der Stiftung eine Anerkennung, verbunden mit je 10’000 Franken.
«Knapp 70’000 Stiftungsratsmandate hat das Center for Philanthropy Studies (CEPS) der Universität Basel auf ihren Frauenanteil hin untersucht: 27.5% aller Stiftungsräte sind weiblich, nur gerade jede fünfte Stiftung wird von einer Frau präsidiert. Damit erfüllen Schweizer Stiftungen zwar die vom Bundesrat kürzlich festgelegte Frauenquote für Verwaltungsräte grosser börsenkotierter Aktiengesellschaft. »Aber kann uns das reichen?», fragt SwissFoundations, der Verband der Schweizer Förderstiftungen. Eine Studie sei in Planung, heisst es.
260’000 Stiftungen mit einem geschätzten Vermögen von 1,5 Bio. $: das sind eindrückliche Zahlen, die im «Global Philanthropy Report» publiziert werden. Die Studie von Wissenschaftlern der Harvard Universität, mit Unterstützung der UBS AG und von vielen nationalen Partnern – in der Schweiz dem Center for Philanthropy Studies (CEPS) – zeichnet ein aufschlussreiches Bild der globalen Philanthropie. So handelt es sich um einen äusserst dynamischen Sektor: 72% der Stiftungen wurden demnach erst in den letzten 25 Jahren gegründet. «Die Erkenntnisse sind jedoch nicht nur positiv: über die Hälfte der Stiftungen (58%) kollaborieren nicht mit anderen Stiftungen. Hier ist also durchaus noch Luft nach oben.», schreibt dazu SwissFoundations.
Radio SRF 1, «Menschen und Horizonte» vom heutigen Sonntag, 15.03 Uhr
Erstmalig kürt der Schweizerische Gehörlosenbund (SGB-FSS) die «Gebärde des Jahres». Neben neuen Gebärden für «vegan», «Netflix» oder «Guy Parmelin» setzte sich «Donald Trump» als «Gebärde des Jahres 2016» durch. Im Gebärdensprache-Lexikon werden jährlich rund 250 Gebärden aufgenommen, die sich etabliert haben.
Der am 14. Mai 1939 in Danzig geborene Journalist, NGO- und Friedensaktivist Rupert Neudeck (Bild) ist am 31. Mai 2016 gestorben. Er war Mitgründer der Organisation Cap Anamur/Deutsche Not-Ärzte und Vorsitzender des Friedenskorps Grünhelme e. V. Weltweit bekannt wurde Neudeck 1979 durch die Rettung tausender vietnamesischer Flüchtlinge (sogenannter «boat people») im Chinesischen Meer mit dem Schiff «Cap Anamur».