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11. August 2019

«SPIEGELEIEN»

Spiegelbilder aus Kunst und Wissenschaft, Sonderausstellung im Swiss Science Center Technorama in Winterthur, bis ins Jahr 2022

Bild oben: Kugelspiegel, © https://www.technorama.ch/de/videosde/sonderausstellung-2019

Spiegel gehören zu den vertrautesten Dingen des Alltags: Sie begegnen uns morgens im Badezimmer, helfen uns beim Autofahren und reflektieren das sichtbare Licht in Lampen und Leuchten. Die Sonderausstellung «Spiegeleien» im Technorama zeigt mit über vierzig denkanregenden und nicht minder vergnüglichen Experimenten und Kunstwerken verblüffende Phänomene aus der virtuellen Welt hinter den Spiegeln.

2002 entwickelte das Technorama erstmals eine Spiegelausstellung. Nie zuvor waren Spiegelphänomene in so grosser Vielfalt dargestellt worden. Nach einer Tournee in die USA, durch Deutschland, Finnland, Russland und Polen wurde die Ausstellung komplett überarbeitet und mit neuen Exponaten ergänzt.

Neben dem klassischen Planspiegel erzeugen auch Sphären, Konkav‐ oder Hohlspiegel wundersame Spiegelphänomene. Spiegel gibt es in Glocken‐, Kegel‐ und Torusform, in Kombinationen als konvex‐zylindrische oder konkav‐zylindrische Spiegel sowie als zusammengesetzte «Matrixspiegel», die unser Spiegelbild merkwürdig verformen und für überraschende Aha‐Erlebnisse am laufenden Band sorgen.

Spiegel ziehen uns magisch an und rein – allein dadurch, was sie mit einem anstellen. Die verwirrenden Symmetrien, Asymmetrien, die scheinbare Links‐rechts‐aber‐nicht‐oben‐unten‐Vertauschung übersteigen schnell einmal die Grenzen der menschlichen Vorstellungskraft.

Spiegel können aber auch körperliche Empfindungen hervorrufen und lassen den Betrachter darum auch seelisch nicht unberührt. Der «verformbare Spiegel» etwa führt durch ein frei wählbares Programm an körperlichen Verformungen – ein eigentliches Body Morphing. Und im begehbaren Unendlichkeitswürfel begegnen die Besucher Hunderten ihrer Spiegelbild‐Klone.

Weil sich mit Wissenschaft im Technorama immer auch ein ästhetisches Erlebnis verbindet, haben zahlreiche Künstler Ideen und Exponate für diese Ausstellung beigesteuert. Unter den fast unerschöpflichen Spielarten von Kaleidoskopen («Schönbildschauern») finden sich einige Prunkstücke für Connaisseurs wie die grossen «Pentakis‐» und «Polytakis‐Kaleidoskope» von Caspar Schwabe oder das kaleidoskopisch perfekt gelungene Bild einer Kugel beim Exponat «Plato’s Playground» von Don Doak. Im «Zoom Spiegel» des Schweizer Künstlers Christian Megert verändert sich die Wölbung des Spiegels und damit die Form des eigenen Spiegelbilds kontinuierlich.

Der Meisterentwickler ungewöhnlicher Rätsel, Ivan Moscovitch, steuerte das Konzept für ein kniffliges Spiegelwürfel‐Puzzle bei, und dank des Glasbläsers Bernd Weinmayer können Besucher in ein Meer leuchtender Glasquallen eintauchen. Im «Dual Mirror» von James Seawright kann man nur das Gesicht des Partners sehen und der «Non Facial Mirror» der koreanischen Künstler Shin Seung Back und Kim Yong Hun verweigert sich hartnäckig den Blicken seiner Betrachter. Mit Zylinder‐ und Kegelspiegeln zeigen anamorphotische Zerrbilder ihre wahre Gestalt und lassen die Besucherinnen und Besucher ihre eigenen verzerrten Darstellungen zeichnen.

Damit angesichts der faszinierenden Schönheit optischer Erscheinungen das Erlebnis nicht im Phänomenalen stecken bleibt, zeigt die Sonderausstellung auch die hinter den Phänomenen verborgenen wissenschaftlichen Zusammenhänge.

Eine Reihe von Versuchen nimmt sich deshalb Spiegel und Spiegelungen vor allem aus physikalischer Sicht vor: Das Exponat «Kaltlicht‐ Wärmereflex» reflektiert das Licht selektiv nach Temperatur, und der «Radarspiegel» zeigt, dass die Wellenlänge des Lichts und Feinheit der Oberfläche aufeinander abgestimmt sein müssen, damit es zum Spiegeln kommt.

tw

Kontakt:

https://www.technorama.ch/de/erkunden/sonderausstellung-spiegeleien

#TechnoramaWinterthur #SwissScienceCenter #Spiegeleien #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

spiegeleien

Bild: Unendlichkeitswürfel – Foto: Nina Stiller, https://www.technorama.ch/de/videosde/sonderausstellung-2019

 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 11. August 2019
  • Museum, Ausstellung, Galerie

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