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10. Oktober 2019

LANDESMUSEUM ZÜRICH: ERÖFFNUNG WESTLICHER MUSEUMSFLÜGEL

Die Sanierung des Westflügels im Landesmuseum Zürich ist abgeschlossen. Der Gebäudetrakt wurde in den Zustand von 1898 zurückgeführt und mit modernster Technik ausgerüstet. Das Resultat: Eine Schatzkammer, die das Beste aus jeder Epoche in sich vereint.

Bild: Originaler und rekonstruierter Fliesenboden

Rechts die originalen Fliesen von 1898, links die im Rahmen der Sanierungsarbeiten rekonstruierten Fliesen. Vorbild war ein Fliesenboden aus dem alten Casino Luzern (1575-1600).

Copyright: Schweizerisches Nationalmuseum

Die Sanierung des historisch einzigartigen Westflügels war auch eine Rückkehr zu den Ursprüngen des Landesmuseums. Das von Gustav Gull entworfene und 1898 eröffnete Haus entstand in der Blütezeit des Historismus‘. In dieser Epoche wurden nicht nur verschiedene historische Stile vereint, sondern auch neue Elemente kreiert und dem Gesamtbild beigefügt. Diese Stilvielfalt machte die Renovation des Gebäudeteils äusserst anspruchsvoll.

In enger Zusammenarbeit mit der kantonalen Denkmalpflege ist es gelungen, den Westflügel zu grossen Teilen in den Originalzustand von 1898 zurückzuführen. Dies bedingte jedoch nicht nur eine intensive Auseinandersetzung mit der Architektur, die sich von Raum zu Raum an anderen Epochen orientiert, sondern auch mit der Art der Ausstellungspräsentation. Diese spielte beim Bau des Museums vor über 120 Jahren eine entscheidende Rolle: Raum und Objekt wurden damals als Einheit betrachtet. Gustav Gull baute quasi die Ausstellungsräume um die gezeigten Exponate herum und schaffte so eine historisch dichte Atmosphäre, welche den Zugang zur Vergangenheit erleichterte und Geschichte erlebbar machte.

Entstanden ist aber nicht eine reine Hommage an die Vergangenheit, sondern – ganz in historistischer Manier – eine Rückbesinnung auf historische Stärken. Diese wurden mit modernster Technologie ergänzt. So rekonstruierten die Architekten Christ & Gantenbein Originalböden und passten sie den heutigen Bedürfnissen an, legten Lichthöfe wieder frei und öffneten Fenster, die in den letzten Jahrzehnten zugemauert wurden. Ausserdem brachten sie längst vergessene Malereien wieder an die Oberfläche. Entstanden ist eine kunsthandwerkliche Schweizer Schatzkammer, in der sowohl MuseumsliebhaberInnen, wie auch architektonisch Interessierte auf ihre Rechnung kommen.

Die Sammlung

Die völlig neu konzipierte Dauerausstellung «Die Sammlung» im Landesmuseum Zürich zeigt über 7’000 Exponate aus den eigenen Beständen. Diese wichtige Schau hat im sanierten westlichen Museumsflügel einen geschichtsträchtigen Standort erhalten.

Die neue Dauerausstellung «Die Sammlung» im Landesmuseum Zürich zeigt das handwerkliche und kunsthandwerkliche Schaffen der Schweiz über einen Zeitraum von rund 1’000 Jahren. Die Exponate reichen vom sakralen Palmesel aus dem 11. Jahrhundert über den weltbekannten Globus des genialen Gelehrten Jost Bürgi aus dem 16. Jahrhundert bis hin zum edlen Valentino-Kleid, das vor fünf Jahren aus Stoffen der St.Galler Firma Forster Rohner hergestellt wurde.

Auf drei Stockwerken und rund 2’000 Quadratmetern werden den Besucherinnen und Besuchern über 7’000 Exponate präsentiert. Die Ausstellung ist ein Querschnitt durch die Bestände des Schweizerischen Nationalmuseums, die mit 860’000 Objekten die umfangreichste kulturhistorische Sammlung des Landes bilden.

Die komplett renovierten Ausstellungsräume sind wichtige Zeitzeugen. Ihr Architekt Gustav Gull entwarf das Landesmuseum im 19. Jahrhundert nach historistischen Grundsätzen. Er führte Stile vergangener Epochen ein und stimmte dabei Architektur, Interieurs und Sammlungsexponate aufeinander ab.

Ein Kernstück in der Planung des Museums waren die sogenannten «Period Rooms», zwölf originale Prunkstuben aus dem Mittelalter, der Renaissance und der Barockzeit. Diese Räume zeigen auf eindrückliche Art und Weise das kunsthandwerkliche Können der Schweiz und gehören zu ihrem kulturgeschichtlichen Erbe.

Entstanden ist eine atmosphärisch dichte Ausstellung, die nicht nur das Eintauchen in die Vergangenheit erleichtert, sondern auch tief blicken lässt: in die kulturelle Vielfalt des Landes, die gesellschaftlichen Veränderungen und die Entwicklung der Schweizer Wirtschaft.

slm

 

Kontakt:

 

https://www.landesmuseum.ch/de

 

#Landesmuseum #WestlicherMuseumsflügel #DieSammlung #GustavGull #ChristUndGantenbein #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

 


 

 

 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 10. Oktober 2019
  • Museum, Ausstellung, Galerie

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