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18. Dezember 2019

AM LIEBSTEN WOHL DOCH IMMER NOCH ANALOG – DIE KUNSTSAMMLUNGEN VON CONINX, BLOCHER & RINGIER

Auffallend viele Verlegerfamilien auch in der Schweiz haben einen ausgeprägten Sinn für Kunst – das können wir hier wohl so stehen lassen. Lebendige Anschauung dazu gibt's derzeit in Chur (Werner Coninx), ab 25. Januar 2020 in Aarau (ebenfalls Werner Coninx) und noch bis am 14. Juni 2020 in Martigny (Christoph Blocher). Wann welche Schätze der überaus kunstsinnigen Verlegerfamilie Ringier wo zu sehen sind, wissen wir derzeit leider nicht.

Bild oben: Erich Heckel (1883-1970), Weisse Pferde, 1912, Holzschnitt, Bündner Kunstmuseum Chur, Dauerleihgabe Sammlung Werner Coninx

«NACHTSCHATTEN – WERKE AUS DER SAMMLUNG WERNER CONINX»

Ausstellung im Bündner Kunstmuseum Chur, bis am 8. März 2020

Die Werner Coninx Stiftung übergab 2018 dem Bündner Kunstmuseum als Dauerleihgabe grosse Teile ihrer bedeutenden Grafiksammlung mit fast 1’000 Werken von Cuno Amiet, Giovanni Giacometti, Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Max Beckmann, Hermann Scherer, Johann Robert Schürch und anderen.

Für das Bündner Kunstmuseum ist das bisher eine der umfangreichsten und wichtigsten Erweiterungen in der Geschichte der Sammlung. In der Ausstellung «Nachtschatten» werden nun erstmals ausgewählte Werke aus diesem umfassenden Konvolut ausgestellt.

Die Werner Coninx Stiftung hat 2012 ihr Privatmuseum in Zürich geschlossen und für die Aufbewahrung und öffentliche Zugänglichmachung der wichtigsten Teile der Sammlung Alternativen gesucht. Der Stiftungsrat hat sich darum an verschiedene Museen in der Schweiz gewandt und mit ihnen Dauerleihgaben vereinbart: Mit dem Aargauer Kunsthaus Aarau, dem Kunstmuseum Winterthur, dem Musée Jenisch in Vevey, dem Kunsthaus Zürich, dem Kunsthaus Zug, der Archäologischen Sammlung Zürich und dem Rietberg Museum.

Als kohärentester Teil der Sammlung von Werner Coninx gilt seit jeher die Grafik-Sammlung mit Beständen des schweizerischen und deutschen Expressionismus. Sie wurden überwiegend um 1960 erworben, als Werner Coninx zu den regelmässigen Bietern an den Kornfeld-Auktionen in Bern zählte und als Käufer in Nachlass-Ausstellungen in Erscheinung trat. Die Werner Coninx Stiftung ist mit dem Angebot für eine Übernahme einer Dauerleihgabe dieser Bestände an das Bündner Kunstmuseum gelangt. Sie sollen möglichst geschlossen beisammen bleiben, um damit auch an den Sammler Werner Coninx zu erinnern.

Die Bestände der Werner Coninx Stiftung sind eine besonders sinnvolle und wertvolle Ergänzung der Bündner Kunstsammlung, die bereits über eine herausragende Sammlung expressionistischer Werke verfügt. Sie helfen mit, den bedeutenden Schwerpunkt der Sammlung weiter auszubauen und insbesondere die Sammlung mit Arbeiten auf Papier auf höchstes Niveau zu heben. Unter den Beständen verdient insbesondere die Gruppe von 94 Werken von Ernst Ludwig Kirchner Erwähnung, die einzelne Blätter von grösster Seltenheit und Bedeutung umfasst. Unter den Schweizer Expressionisten sind die Werkgruppen von Johann Robert Schürch und Ignaz Epper hervorzuheben, aber auch Hermann Scherer und Albert Müller sind prominent vertreten.

In der von Stephan Kunz kuratierten Ausstellung «Nachtschatten» wird eine repräsentative Auswahl der Sammlung gezeigt. Dabei wird der Fokus auf eine besondere Thematik gelegt, die dem Expressionismus eigen und dem Sammler Werner Coninx ein Anliegen war: Es sind die dunklen Seiten dieser künstlerischen Strömung, die sich in apokalyptischen Landschaften ebenso niederschlagen wie in Cabaret- oder Bordellszenen. Tänzerinnen und Kokotten bevölkern die Bühnen und Plätze. Szenen im Kaffeehaus oder im Zirkus zeigen Halbwelten. Und die Blicke werden in trostlose Innenräume geführt und offenbaren Abgründe der menschlichen Seele.

Werner Coninx hat ein besonderes Augenmerk für eine Haltung entwickelt, in der sich Engagement mit künstlerischem Ausdruck verbindet.

bkm

Kontakt:

http://www.buendner-kunstmuseum.ch/de/ausstellungen/aktuell/Seiten/Start.aspx

kirchner ernst ludwig sich sonnende badende

Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938), Sich sonnende Badende, 1909, Lithographie, Bündner Kunstmuseum Chur, Dauerleihgabe Sammlung Werner Coninx

«SAMMLUNG WERNER CONINX – EINE RUNDSCHAU»

Ausstellung Aargauer Kunsthaus Aarau, vom 25. Januar bis am 26. April 2020

Die Ausstellung Sammlung Werner Coninx spürt der DNA der Sammelleidenschaft von Werner Coninx nach. Kern der Schau bilden die 127 Gemälde Schweizer Malerei vom Ende des 19. bis Mitte des 20. Jahrhunderts, die das Aargauer Kunsthaus 2016 als Dauerleihgabe aus dem Bestand der Sammlung Werner Coninx erhielt.

Diese Bilder werden in Dialog mit weiteren Werkgruppen der Sammlung Werner Coninx treten, wie französische Druckgrafiken von 1850 bis 1900, aussereuropäische Objekte oder Zeichnungen und Grafiken des deutschen Expressionismus. Durch die Vielfalt der Exponate und die thematischen Schwerpunkte der Ausstellung wird die facettenreiche Sammlungstätigkeit Werner Coninx‘ sichtbar.

Die Sammlung Werner Coninx gilt heute als eine der umfangreichsten privaten Kunstsammlungen der Schweiz. Entstanden ist sie dank dem Zürcher Maler, Kunstliebhaber und Sammler Werner Coninx (1911-1980), der von 1936 bis zu seinem Lebensende über 14’000 Kunstobjekte ankaufte. Die schnell gewachsene Sammlung umfasst eine sehr breite Palette an Werken: Sie reicht von der figurativen Schweizer Malerei über Zeichnung und Druckgrafik deutscher Expressionisten oder von französischen Kunstschaffenden der klassischen Moderne bis hin zu archäologischen Artefakten der griechisch-römischen Antike und Objekten aus Süd- und Südostasien.

Von 1986 bis 2011 wurde die Sammlung Werner Coninx in Wechselausstellungen im Coninx Museum am Zürichberg gezeigt. Nach der Schliessung des Museums wurde die Sammlung nach Kernbeständen unterteilt. Seit 2016 befindet sich ein Teil der Werke als Dauerleihgabe in zehn Schweizer Institutionen. Das Aargauer Kunsthaus erfreut sich wichtiger Arbeiten der Schweizer Malerei aus der Sammlung Werner Coninx. Bedeutende Ölbilder von Ferdinand Hodler (1853-1918), Otto Morach (1887-1973), François Barraud (1899-1934) oder Giovanni Giacometti (1868-1933) – um nur wenige Namen zu nennen – wurden im Aargauer Kunsthaus beheimatet und ergänzen auf bedeutende Art und Weise die Sammlung an Schweizer Kunst des Museums.

In der Ausstellung Sammlung Werner Coninx werden zum ersten Mal nach der Schliessung des Museums Coninx im Jahr 2011 wieder Werke aus den verschiedenen Themengebieten gemeinsam zu sehen sein. Dies erfolgt exemplarisch anhand einzelner Arbeiten aus den verschiedenen Institutionen. Ausgangspunkt und Kern der Schau sind Gemälde von Schweizer Künstlern, die einen Einblick in die facettenreiche Entwicklung der Schweizer Malerei von Ende des 19. Jahrhunderts bis Mitte des 20. Jahrhunderts geben. Diese treten in Dialog mit Exponaten aus weiteren Sammlungsschwerpunkten von Werner Coninx – wie französische Druckgrafik des 19. Jahrhunderts, deutsche expressionistische Malerei und Zeichnungen oder Objekte aus dem asiatischen Raum.

Um die Vielfalt der Sammlungstätigkeit Werner Coninx‘ zu veranschaulichen, sind Leihgaben aus dem Kunsthaus Zürich, dem Kunst Museum Winterthur, dem Rietberg Museum der Stadt Zürich und der Archäologischen Sammlung der Universität Zürich u. a. wichtige Bestandteile der Ausstellung. Ziel ist es, die Sammlung in all ihren Nuancen zu zeigen sowie der DNA der Sammelleidenschaft Werner Coninx‘ nachzuspüren und die Idee einer universellen Sammlung als Spiegel der Menschheits- und Kulturgeschichte zu vertiefen.

Eindrückliche Stationen in der Ausstellung sind beispielweise Ferdinand Hodlers (1853-1918) Serie über das Leiden und Sterben seiner Geliebten Valentine Godé-Darel, die grosse Werkgruppe an Zeichnungen und einigen Ölbildern des mit Werner Coninx befreundeten Künstlers René Auberjonois (1872-1957) sowie das Bildmotiv des Selbstporträts, das sich durch die ganze Sammlung zieht.

Ergänzend zu den Gemälden, Grafiken, Zeichnungen und Objekten wird sich ein kleiner Teil der Schau dem Leben und Wirken des Sammlers widmen. Anhand von Briefwechseln und Tagebuch-Einträgen – Archivmaterial aus der Werner Coninx Stiftung – wird eine Annäherung an die wenig bekannte und öffentlichkeitsscheue Person Werner Coninx möglich. Dabei sind die Besuchenden eingeladen, in sein Lebensprojekt – das Sammeln – und seine aussergewöhnlich intensive Beziehung zu den Werken einzutauchen.

maurice barraud

Bild: Maurice Barraud, Selbstbildnis, o. J., Öl auf Leinwand, 80.3 x 75.5 cm, Aargauer Kunsthaus, Aarau / Depositum Sammlung Werner Coninx – Foto: SIK-ISEA, Zürich (Philipp Hitz) 

Internationale Tagung Frühling 2020

Im Rahmen der Ausstellung wird im Frühling 2020 eine Tagung  zum hochaktuellen Thema von privaten Sammlungen im musealen Kontext organisiert. Ausgehend von Fallbeispielen privater Sammlungen werden mit nationalen und internationalen Fachspezialisten Themen wie der Werktransfer aus dem privaten in den öffentlichen Kontext diskutiert. Welche Voraussetzungen, Chancen und Risiken ergeben sich daraus für die Institutionen? Haben Sammlerinnen und Sammler eine Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit? Diese und weitere Fragen werden im Rahmen des interdisziplinären Austausches im Aargauer Kunsthaus vertieft. Die Tagung wird in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft (SIK-ISEA) organisiert.

—

Kuratorin:

Simona Ciuccio, Sammlungskuratorin Aargauer Kunsthaus, Aarau

Kuratorische Assistentinnen:

Anouchka Panchard, Wissenschaftliche Volontärin Aargauer Kunsthaus; Aarau Nurja Ritter, Wissenschaftliche Praktikantin Aargauer Kunsthaus, Aarau

kha

Kontakt:

https://www.aargauerkunsthaus.ch/

CHEFS-D’OEUVRE SUISSES – COLLECTION CHRISTOPH BLOCHER

Exposition Fondation Pierre Gianadda, Martigny, jusqu’au 14 juin 2020

La Fondation Pierre Gianadda célèbre la peinture suisse et expose un ensemble exceptionnel d’œuvres issues de la collection Christoph Blocher, l’une des plus prestigieuses collections privées de peinture helvétique.

L’exposition Chefs-d’œuvre suisses – Collection Christoph Blocher, sous le commissariat de Matthias Frehner, réunit cent vingt-sept œuvres de la remarquable collection de Christoph Blocher, homme d’affaires et ancien conseiller fédéral de la Suisse.

Le corpus exposé, représentatif de période héroïque de l’art suisse, embrasse près d’un siècle de création: de la Confédération de 1848 jusqu’à l’époque du jeune Alberto Giacometti. Un sublime panorama qui débute par le réalisme pour finalement s’épanouir dans la peinture moderne figurative.

Aux côtés des célèbres peintures d’Albert Anker (1831-1910) et de Ferdinand Hodler (1853-1918), dont Christoph Blocher a réuni depuis 1979 le plus prestigieux ensemble, seront montrées des œuvres d’Alexandre Calame (1810-1864), paysagiste aux atmosphères sereines ou tourmentées, du représentant de la période romantique Giovanni Segantini (1858-1899) qui reproduit l’existence humaine en harmonie avec la nature, et aussi d’Edouard Castres (1838-1902), peintre de sujets militaires et de scènes de genre, de Félix Vallotton (1865-1925), lié au mouvement des Nabis, de Giovanni Giacometti (1863-1933), père du célèbre sculpteur Alberto (1901-1966), qui décrit des ambiances grandioses de montagnes avec des effets de lumière et de couleurs intenses, d’Ernest Bieler (1863-1948), qui dans un style symboliste et réaliste s’attache à rendre le monde paysan du Valais, de Cuno Amiet (1868-1961), coloriste reconnu, d’Augusto Giacometti (1877-1947), d’Adolf Dietrich (1877-1957), de Max Buri (1868-1915) …. Figure aussi la première version de La Poste du Gothard de Rudolf Koller (1828-1905), un des tableaux emblématiques de l’art suisse offert à Alfred Escher fondateur de la Compagnie des chemins de fer du Nord-Est. Il s’agit là, d’une véritable «allégorie de l’accélération des moyens de transport», qui évoque la construction de la ligne ferroviaire dans les Alpes.

fpg

Contact:

http://www.gianadda.ch/210_expositions/211_expositions_actuelles/

blocher gianadda

Image: http://www.gianadda.ch/210_expositions/chefs-doeuvre-suisses/

RINGIER, Kunstsammlung Ellen und Michael Ringier

Der Verleger und die Kunst

«Kunst und Journalismus sind bei Ringier eng verwandt. Über 200 zeitgenössi­sche Kunstwerke beglei­ten die Mit­arbei­ter im All­tag. Kunst bei Ringier ist kei­ne Deko­rati­on und mehr als ei­ne Lei­den­schaft des Ver­legers Michael Ringier.»

Kontakt:

https://www.ringier.ch/de/kunst

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  • Daniel Leutenegger
  • 18. Dezember 2019
  • Museum, Ausstellung, Galerie

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