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31. Juli 2020

ROBERT-WALSER-PREISE 2020 FÜR THILO KRAUSE UND ANNE PAULY

2020 vergibt die Stiftung Robert Walser Biel/Bienne wiederum zwei Preise gleichzeitig für ein deutsch- und ein französischsprachiges Erstlingswerk in Prosa. Die Preissumme beträgt je CHF 20'000. Die Preise gehen an Thilo Krause für «Elbwärts» (Hanser Verlag 2020) und Anne Pauly (Bild) für «Avant que j'oublie» (Editions Verdier 2019). Thilo Krause, geboren 1977, lebt in Zürich. Anne Pauly, geboren 1974, lebt in Paris. Die Verleihung der Preise findet am 24. Oktober 2020 um 18 Uhr im Farelhaus in Biel/Bienne statt.

Bild oben: Anne Pauly – Foto: © Smith, https://www.robertwalserpreis.ch/

Thilo Krause: «Elbwärts» (Hanser Verlag 2020)

Thilo Krause, geboren 1977 in Dresden, lebt und arbeitet in Zürich. Seit 2005 veröffentlicht er literarische Texte. Für seine Gedichtbände wurde er mehrfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Peter Huchel-Preis.

Begründung der Jury:

«Krause erzählt auf höchst eindringliche und sprachlich stimmige Weise von der Rückkehr an den zugleich vertrauten und fremd gewordenen Ort der Kindheit im Elbsandsteingebirge nahe der tschechischen Grenze und von der unvermeidlichen Konfrontation mit einem die Existenz überschattenden, in Schweigen eingemauerten Jugendtrauma. In Bildern von grosser dichterischer Intensität gelingt es Krause, das Eintauchen-Wollen in eine unwiederbringlich verlorene, nicht mehr zu berichtigende Vergangenheit sinnlich fassbar zu machen.»

Die deutschsprachige Jury bildeten unter dem Vorsitz von Stefan Humbel (Bern) Jürg Altwegg (Perly), Andreas Langenbacher (Bern), Camille Lüscher (Lausanne), Anne Weber (Paris).

thilo krause

Bild: Thilo Krause – Foto: © Peter-Andreas Hassiepen, https://www.robertwalserpreis.ch/

Anne Pauly: «Avant que j’oublie» (Editions Verdier 2019)

Anne Pauly, geboren 1974, lebt in Paris.

Begründung der Jury:

«In ihrem Romanerstling ‚Avant que j’oublie‘ entfaltet Anne Pauly mit bemerkenswerter Geschmeidigkeit, Komik und Poesie die vielfältigen Facetten einer gerade verschwundenen Vaterfigur, die tausend Unwägbarkeiten der Trauer und die verschiedenen Stadien des ‚psychischen Hinunterschluckens‘, wie sie es nennt, die die Kinder des Verstorbenen nacheinander durchlaufen müssen. Sie spürt der verletzlichen Persönlichkeit des verstorbenen Vaters auf eine einfühlsame und witzige, aber auch kompromisslose Art und Weise nach, fern jeder anbetungswürdigen Ikone ebenso wie vom rachsüchtigen Porträt. Mit bissigem Humor seziert sie alles rund um die Trauer und mischt absurde Inventare der Überreste des gesamten Lebens eines Mannes, halbtörichte Rituale und eine Galerie skurriler Figuren, alle so zerbrechlich, weil so wahr. Mit tiefer Ironie drückt sie Zweifel, Schuldgefühle, Niedergeschlagenheit und die Ohnmacht aus, auf heitere Weise mit allem fertig zu werden, aber auch Trauer, unverfälscht, einfach, aufrichtig. ‚Avant que j’oublie‘ verbindet Oralität mit kunstvoll literarischer Sprache in einem nuancierten, flüssigen und lockeren Stil. In seiner ganzen Haltung, dem akkuraten Ton, dem zügigen Rhythmus, der Tiefgründigkeit und dem schrägen Blick hat dieser Roman die französischsprachige Jury des Robert Walser-Preises voll überzeugt.»

Die französischsprachige Jury bildeten unter dem Vorsitz von Aline Delacrétaz (Lausanne), Stéphane Dubois-dit-Bonclaude (Genève), Noëlle Revaz (Bienne), Malika Wagner (Montmorency) und Muriel Zeender Berset (Belfaux).

cp

Kontakt / Contact:

https://www.robertwalserpreis.ch/

https://thilokrause.ch/

https://editions-verdier.fr/auteur/anne-pauly/

#RobertWalserPreis #StiftungRobertWalser #ThiloKrause #AnnePauly #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 31. Juli 2020
  • Theater, Kabarett, Literatur

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