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8. Mai 2022

«BLUE LINKS. CYANOTYPES. DANIELA KEISER»

Ausstellung Graphische Sammlung ETH Zürich, bis am 26. Juni 2022

Bild: Daniela Keiser, Blaue Banane, 2019, Cyanotype, Wall display, 20 parts, each 56 ×76 cm, Overall dimensions 224 × 380 cm, Paper: BFK-Rives, © Daniela Keiser

Blau ist die Erde, wenn sie vom Weltall aus betrachtet wird. Blau ist ein synthetisch höchst schwierig herzustellender Farbstoff. Blau ist die Farbe der Cyanotypie, und Blau ist Symbol für die geo-ökonomische Theorie der «Blauen Banane». Wenn die Schweizer Künstlerin Daniela Keiser (geb. 1963) sich mit der Farbe, oder genauer: dem Phänomen «blau» auseinandersetzt, klingen diese Bereiche in der einen oder anderen Form an.

Die Einzelausstellung in der Graphischen Sammlung ETH Zürich widmet sich nun einer – notabene blauen – Werkgruppe, die einen wichtigen Meilenstein für Keiser markiert. Ausgangspunkt für ihr Vorhaben ist ihre mehrjährige Beschäftigung mit der Cyanotypie. Dies ist ein fotografisches Verfahren, das blau gefärbte Abzüge generiert.

Die Künstlerin aktualisiert die Technik aus der Gründerzeit der Fotografie im Hier und Jetzt: Digitale eigene Fotografien oder gefundene Abbildungen werden in einem mehrstufigen Prozess als Cyanotypie umgesetzt. Motivisch und inhaltlich beschäftigt sich die Künstlerin dabei mit Phänomenen wie Landschaftsformationen, Besiedlungsstrukturen, Agrarhandel oder mit der Farbe an sich.

Wichtige Inspirationsquelle war dabei die Theorie der «Blauen Banane», mit der 1989 eine dicht bevölkerte Region zwischen Manchester und Mailand definiert wurde. Dieser Raum wird aufgrund seiner globalen Verflechtungen als aktive und dynamische Zone begriffen. Von dieser Theorie fasziniert, suchte Keiser einerseits NASA-Aufnahmen, welche die Erde vom Weltall aus zeigen und die dicht besiedelte Region anhand der Lichtbänder sichtbar machen.

Andererseits ist sie selbst an die Ränder dieser wirtschaftlich prosperierenden Zone gereist und fotografierte Basalt- und Flysch-Gesteinsstrukturen. Es entstanden Bilder von Panská skála in Tschechien, vom Giant’s Causeway in Nordirland sowie von Regionen in Nordspanien und Südfrankreich, die Keiser ebenfalls in Cyanotypien transformierte. Die Reise zu diesen Orten wird auch kuratorisch aufgenommen. So sind in zwei der drei Regionen – in Belfast und Dresden – zeitgleich zur Zürcher Ausstellung einzelne Werke als gezielte künstlerische Interventionen zu sehen. Die multinationale Kooperation wird von einer reich illustrierten Publikation ergänzt.

Eine Kooperation der Graphischen Sammlung ETH Zürich, Linda Schädler, mit dem Kupferstich-Kabinett, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Stephanie Buck und Björn Egging, und dem Ulster Museum, Belfast, Anna Liesching.

Kuratorin: Linda Schädler, Leiterin Graphische Sammlung ETH Zürich

cp

Kontakt:

https://gs.ethz.ch/aktuell/

#DanielaKeiser #BlueLinks #Cyanotypes #BlaueBanane #GraphischeSammlungETHZürich #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

 

   
  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 8. Mai 2022
  • Museum, Ausstellung, Galerie

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