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4. August 2022

«COLLECTOMANIA – UNIVERSEN DES SAMMELNS»

Ausstellung im Museum für Gestaltung, Toni-Areal, bis am 8. Januar 2023

Bild oben: Bettina Dorfmann, Die Guinness-Weltrekordhalterin besitzt 18’000 Barbiepuppen, 2011, Foto: Ranald Mackechnie, © Guinness World Record

Dinge suchen, sortieren, ordnen: Sammeln ist eine Leidenschaft, die Menschen packt. Die Ausstellung «Collectomania – Universen des Sammelns» im Museum für Gestaltung Zürich feiert die Vielfalt dieser Welt und fragt nach deren gesellschaftlichem und kulturellem Wert.

Barbiepuppen, Messgewänder, Wasserpistolen oder Vogelstimmen: Kein Ding scheint zu banal oder zu kurios, um nicht Sammellust zu wecken. Sammlungen gleichen einem faszinierenden Universum aus Materie und Energie, zusammengehalten von der Kraft einer Passion, von Nostalgie, Geschäftssinn, Sinnsuche oder Wissensdrang. Die Motive, die Menschen, dazu bringen, Schätze zu horten, sind ebenso vielfältig wie die Sammlungen selber.

Die Ausstellung «Collectomania» präsentiert rund 30 exemplarische Kollektionen aus den Bereichen Gestaltung und Alltagskultur. Darunter finden sich wertvolle Panini–Alben ebenso wie Handtaschen aus Reptilienleder, die vom Zoll beschlagnahmt wurden. Oder angesagte Turnschuh–Modelle, für die Sammelnde schon mal einen grossen Batzen hinlegen. Die Exponate zeigen exemplarisch das Spektrum von Sammelobjekten und –strategien auf. Denn ob analog und digital, ob im privaten oder im institutionellen Rahmen, das Sammeln spielt sich im Spannungsfeld zweier Pole ab: Während «Messies» scheinbar irrational anhäufen, setzt Recycling ein klar strukturiertes Trennen und Bündeln voraus.

Jean-François Vernetti, Der Guinness Weltrekordhalter besitzt 11'111 Do-Not-Disturb-Hotelschil- der aus rund 200 Ländern, © Guinness World Records

Bild: Jean-François Vernetti, der Guinness-Weltrekordhalter, besitzt 11’111 Do-Not-Disturb-Hotelschilder aus rund 200 Ländern, © Guinness World Records

Dinge und ihre Ordnung

Im Zentrum jeder Sammlung steht das Objekt. Auch «Collectomania» bedient sich dieser Gegebenheit: Dem Publikum werden auf zwei fast 30 Meter langen Rampen alltägliche, originelle oder bizarre Sammelstücke präsentiert. Dazu gehören Glasaugen aus dem 19. Jahrhundert, Puppen der weltgrössten Barbie–Sammlung, ausgestopfte Alligatoren oder Do–Not–Disturb–Schilder von Hotels aus aller Welt.

In den Wunderkammern der frühen Neuzeit lösten Kuriositäten Bewunderung und den Drang aus, mehr über die Welt zu erfahren. Auch die SammlerInnen von heute eröffnen uns neue Zugänge. Sie bringen Gegenstände in eine Ordnung, entwickeln ein System, sie vergleichen, treffen Entscheidungen und klassifizieren. Sie erkennen minimale Unterschiede, wissen um die Lücken ihrer Kollektionen – oder den ökonomischen Wert. Ihre Expertise teilen sie auf Börsen, Social Media oder stellen sie öffentlich zur Diskussion. Damit fordern sie indirekt auch die Institution Museum heraus: Wer entscheidet, welche Dinge wie gesammelt werden und wer darüber spricht?

Beat Schlatter, Der Komiker und Schauspieler sammelt Postkarten (neuste Bühnenproduktion: Ab die Post), 2022, Foto: Museum für Gestaltung Zürich, ZHdK, Umberto Romito und Ivan Šuta

Bild: Beat Schlatter, der Komiker und Schauspieler, sammelt Postkarten (neuste Bühnenproduktion: «Ab die Post»), 2022, Foto: Museum für Gestaltung Zürich, ZHdK, Umberto Romito und Ivan Šuta

Stimmen von Menschen, die sammeln

«Collectomania» lässt in Videoporträts Stimmen einzelner Persönlichkeiten zu Wort kommen. Unter anderen geben Kuratorin Bice Curiger, Unternehmer Erwin Lässer, die Vintage–Kleider–Sammlerin Sophie Grossmann oder Dirik van Oettingen, Besitzer der grössten Orangenpapier–Sammlung, Einblick in die Motive ihres Tuns. Sie vermitteln eine Vorstellung von dem, was an Überlegungen, Aufwand und Kreativität hinter ihrer Sammeltätigkeit steht.

Die Digitalisierung macht das Sammeln einfacher und sichtbarer: sei es bei der Suche nach raren Stücken, im Austausch mit anderen oder durch die Möglichkeit, seine Kollektion im Internet zu präsentieren. «Collectomania» wiederum zeigt die Sammlungen im analogen Raum und eröffnet dem Publikum so einen sinnlichen Zugang ins eindrückliche Universum des Sammelns.

Kuratorium: Karin Gimmi, Kuratorin Museum für Gestaltung Zürich
Szenografie: Christine Moser, Zürich

mfg

Kontakt:

https://museum-gestaltung.ch/de/

#Collectomania #UniversendesSammelns #MuseumfürGestaltungZürich #KarinGimmi #ChristineMoser #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

Erwin Lässer, Tretautosammler, 2022, Foto: Museum für Gestaltung Zürich, ZHdK, Umberto Ro- mito und Ivan Šuta

Bild: Erwin Lässer, Tretautosammler, 2022, Foto: Museum für Gestaltung Zürich, ZHdK, Umberto Romito und Ivan Šuta

 

 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 4. August 2022
  • Museum, Ausstellung, Galerie

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