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27. September 2011

Literalitätsförderung in vielsprachigen Schulen

Leseforum.ch: aus dem Newsletter Nr. 3/2011

Literalitätsförderung in vielsprachigen Schulen

Foto aus dem Lehrmittel «Pipapo. Deutsch für fremdsprachige Kinder und Jugendliche», © Schulverlag plus AG

Sprachliche und literale Fähigkeiten sind wichtige Voraussetzungen für Schul- und Berufserfolg. Es ist vielfach belegt, dass Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund in diesen Bereichen leistungsmässig oft hinter ihren Mitschülerinnen und Mitschülern zurückbleiben. Dabei ist allerdings zu beachten, dass Mehrsprachigkeit nicht an sich, sondern erst in Verbindung mit einem niedrigen sozio-ökonomischen Status der Herkunftsfamilie zum Bildungsrisiko wird. Die (Un-)Vertrautheit mit Literalität und – in Abhängigkeit davon – mit der schulischen Bildungssprache dürften dabei eine Schlüsselrolle spielen.

Diese Passungsproblematik zeigt sich verschärft, wenn die Institution Schule trotz veränderter gesellschaftlicher Realitäten weiterhin auf eine sprachlich und bildungskulturell homogene Schülerschaft ausgerichtet bleibt und Mehrsprachigkeit einseitig als Problem behandelt wird.

Mehrsprachig aufwachsende Kinder verfügen über spezifische Ressourcen, die im schulischen Kontext bisher noch zu wenig wahrgenommen, wertgeschätzt und für die Förderung sprachlicher und literaler Fähigkeiten aller Schülerinnen und Schüler genutzt werden.

Die Förderung textueller und bildungssprachlicher Fähigkeiten und der Einbezug der Ressourcen mehrsprachig aufwachsender Kinder sind zwei Handlungsfelder, die im Fachdiskurs zunehmend an Bedeutung gewinnen, in Bildungspolitik und Schulpraxis aber noch zu wenig Fuss gefasst haben.

Die aktuelle Nummer von leseforum.ch soll dazu beitragen, diese Anliegen auf allen Ebenen voranzubringen.

Beiträge zum Fokusthema:

  • Einführung von Dieter Isler
  • Fokusartikel 1: «Deutsch (als Zweitsprache) im Fachunterricht – am Beispiel Lesen» von Claudia Schmellentin, Hansjakob Schneider und Claudia Hefti
  • Fokusartikel 2: «Einsatz von mehrsprachigen Texten im Unterricht und darüber hinaus» von Christiane Perregaux und Carole-Anne Deschoux

–> Zum Redaktionsbeitrag und zu den Fokusartikeln

Weitere Artikel der Nummer 3/2011:

  • «Leben und lesen in mehr als einer Sprache? Befunde, Probleme und Perspektiven der Entwicklung von Biliteralität im Migrationskontext» von Basil Schader
  • «Das Kieler Modell: Sprachliche Frühförderung von Kindern mit Migrationshintergrund» von Hans Apeltauer
  • «Guter Unterricht in der Domäne Schrift – was ist das? Teil 1: Inhalte, Methoden und Prinzipien einer metaanalytisch abgesicherten Lesedidaktik» von Maik Philipp
  • Aus der Praxis:

«Beim Lesen komm‘ ich jetzt besser voran – Leseförderung in mehrsprachigen Schulen» von Claudia Neugebauer

«Bilderbücher lassen Sprachen lebendig werden» von Brigitte Anderegg und Therese Salzmann

-> Zu den weiteren Artikeln

Und ausserdem:

Inhalte der letzten Nummern von leseforum.ch:

1/2010 Förderung von früher Literalität auf der Schuleingangsstufe

2/2010 Schulsprache und Literalität im neuen Rahmenlehrplan …

3/2010 Leseförderung in den Kantonen: Ansätze und Erfahrungen

4/2010 Interkulturelle Bibliotheken

1/2011 Literalität als Konzept

2/2011 Schreiben im Internet

Kontakt:

leseforum.ch

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 27. September 2011
  • Bildung und Arbeit

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