ZUM TOD DES SCHWEIZER SOZIOLOGEN, POLITIKERS, AUTORS, UNO-SONDERBERICHTERSTATTERS UND AKTIVISTEN JEAN ZIEGLER
Der am 19. April 1934 als Hans Ziegler in Thun geborene Schweizer Soziologe, Politiker, Aktivist, Sachbuch- und Romanautor Jean Ziegler (Bild) ist am 10. Juni 2026 in Genf-Genève gestorben. Von 1967 bis zu seiner Abwahl 1983 und erneut von 1987 bis 1999 war er Genfer Abgeordneter im Nationalrat für die Sozialdemokratische Partei. Von 2000 bis 2008 war Ziegler UNO-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung – zuerst im Auftrag der Menschenrechtskommission, dann des Menschenrechtsrats – sowie Mitglied der UNO-Task Force für humanitäre Hilfe im Irak. 2008 bis 2012 gehörte Ziegler dem Beratenden Ausschuss des Menschenrechtsrats der Vereinten Nationen an; 2013 wurde er erneut in dieses Gremium gewählt. Bis zu seiner Emeritierung 2002 war Ziegler Professor für Soziologie an der Uni Genf sowie ständiger Gastprofessor an der Sorbonne in Paris. In seinen Sachbüchern kritisierte Ziegler mehrfach die historische Rolle der Schweiz. Ebenfalls kritisierte er die Sowjetunion für ihren Einmarsch in Afghanistan. Ziegler verurteilte den russischen Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 klar. Wegen massiver Kritik an Schweizer Politik, Wirtschaft, Finanzwesen sowie deren Institutionen wurde er immer wieder als «Landesverräter» angegriffen und, zum Teil erfolgreich, zivil- und strafrechtlich belangt. (*)