9. Mai 2026
BRANCHENVEREINBARUNG: VERBESSERTE ARBEITSBEDINGUNGEN FÜR RUND 4’000 MEDIENSCHAFFENDE
Rund 20 Jahre lang haben private Medienhäuser und Gewerkschaften über die Arbeitsbedingungen in der deutschschweizerischen Medienbranche gestritten. Jetzt liegt eine Einigung vor. Die Mitgliederversammlung des Verlegerverbands Schweizer Medien (VSM) stimmt der neuen Branchenvereinbarung deutlich zu. Die freiwillige Vereinbarung mit der Gewerkschaft syndicom und dem Berufsverband impressum schafft einheitliche Mindestarbeitsbedingungen für die Medienbranche. Der VSM ruft seine Mitglieder auf, «die Branchenvereinbarung möglichst zu übernehmen».

Symbolbild: Neue Technik im maz, Schweizer Kompetenzzentrum für Journalismus und Kommunikation, Luzern – Foto: © https://www.maz.ch/news/das-maz-macht-rebranding
Verlegerverband Schweizer Medien (VSM): «Wichtiges Signal angesichts eines anspruchsvollen Marktumfelds»
Die Mitglieder des VSM setzten mit 73 zu 4 Stimmen bei 3 Enthaltungen ein klares Zeichen für eine tragfähige Sozialpartnerschaft in der Medienbranche. syndicom hatte der Vorlage bereits zugestimmt und auch impressum sieht den Weg zu einer Vereinbarung frei. Die Einigung schafft vorteilhafte Mindestarbeitsbedingungen für rund 4’000 angestellte Medienschaffende
Die Vereinbarung gilt für journalistisch tätige Mitarbeitende einschliesslich des technischen Redaktionspersonals in privaten Medienhäusern in der Deutschschweiz. In der Romandie besteht seit Längerem ein Gesamtarbeitsvertrag. Im Tessin wird sich Media Svizzeri an einer baldigen Mitgliederversammlung ebenfalls mit der Vereinbarung auseinandersetzen.
«Angesichts des äusserst anspruchsvollen Marktumfelds ist die Vereinbarung ein klares Zeichen für verlässliche Rahmenbedingungen und die Stärkung der Attraktivität des journalistischen Berufsfelds», sagt VSM-Direktorin Pia Guggenbühl.
Die Vereinbarung tritt in Kraft, sobald aufgrund der Unterzeichnung durch die Arbeitgebenden Dreiviertel der betroffenen Mitarbeitenden mit BR-berechtigender Tätigkeit dieser unterstellt sind. Die Bereitschaft der Verlage zu einer Branchenvereinbarung ist angesichts des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds von hoher Relevanz. Zu den aktuellen Herausforderungen zählen der rückläufige Medienkonsum, der Abfluss von Werbegeldern an BigTech-Unternehmen sowie die unentgeltliche Inhaltsübernahme durch KI-Anbieter. Die Vereinbarung dient dazu, die Sozialpartnerschaft unter diesen erschwerten Rahmenbedingungen weiterzuentwickeln.
Das Arbeitsverhältnis mit freien Mitarbeitenden soll weiterhin bewährt einzelvertraglich geregelt werden. Zur Orientierung seiner Mitglieder hat der VSM ein «Merkblatt Freischaffende» erstellt. Der VSM wird sich zudem aktiv dafür einsetzen, dass die Vereinbarung von möglichst vielen Mitgliedern übernommen wird.
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Berufsverband impressum: «Ein positives Signal für Medienschaffende»
impressum begrüsst das Merkblatt zur Honorierung Freischaffender des Verlegerverbands Schweizer Medien als positives Signal und sieht den Weg frei für eine Branchenvereinbarung als ersten Schritt zu einer stabilen Sozialpartnerschaft.
Die Mitglieder des VSM setzten mit 73 zu 4 Stimmen bei 3 Enthaltungen ein klares Zeichen für eine tragfähige Sozialpartnerschaft in der Medienbranche. syndicom hatte der Vorlage bereits zugestimmt und auch impressum sieht den Weg zu einer Vereinbarung frei. Die Einigung schafft vorteilhafte Mindestarbeitsbedingungen für rund 4’000 angestellte Medienschaffende.
Nach mehr als 30 Verhandlungssitzungen gelang es den Schweizer Journalistinnen und Journalisten, vertreten durch impressum und syndicom, zusammen mit dem Verlegerverband (VSM) einen Entwurf für eine Branchenvereinbarung zu formulieren.
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Gewerkschaft syndicom: «Die Branchenvereinbarung bringt dringend notwendige Mindeststandards für die Medienschaffenden der Deutschschweiz und des Tessins»
Im Kontext eines seit zwei Jahrzehnten ungeregelten, von Sparrunden und Massenentlassungen geprägten Umfelds haben die Mitglieder von syndicom an der Branchenkonferenz der Medienschaffenden die Branchenvereinbarung zur Regelung der Mindestarbeitsbedingungen angenommen. Die kollektive Vereinbarung ist ein Kompromiss, der in zahlreichen Verhandlungsrunden mit dem Verlegerverband VSM erreicht wurde.
Die Branchenvereinbarung verpflichtet die unterzeichnenden Verlage erstmals seit Jahrzehnten zur Einhaltung verbindlicher Mindeststandards. In einem Arbeitsmarkt, der bisher von Lohndruck, Unsicherheit und permanentem Personalabbau geprägt war, ist das ein wichtiger Schritt aus dem vertragslosen Zustand. Besonders spürbar sind die Verbesserungen für Berufseinsteiger:innen. Die vereinbarten Einstiegslöhne liegen über dem bisherigen Niveau und korrigieren einen Teil der strukturellen Unterbezahlung junger Medienschaffender.
Quelle / Mehr / Kontakt:
https://syndicom.ch/medienmitteilung/syndicom-sagt-ja-zur-branchenvereinbarung-presse/
Aus den Medien:
Radio SRF, «Echo der Zeit» vom Samstag, 09.05.2026, 18 Uhr
Nach langem Ringen gibt es in der Medienbranche neue Mindestlöhne
Lucia Theiler
«Wir haben genug Bedrohungen von aussen»
Der Verlegerverband Schweizer Medien (VSM) hat die neue Branchenvereinbarung mit Syndicom und Impressum deutlich angenommen. VSM-Präsident Andrea Masüger erklärt, warum die Vereinbarung politisch relevanter ist, als sie auf den ersten Blick scheinen mag.
Nick Lüthi
https://www.persoenlich.com/medien/wir-haben-genug-bedrohungen-von-aussen
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Kommentare von Daniel Leutenegger