23. März 2026
400 SEITEN ZUR BILDUNG IN DER SCHWEIZ
Der «Bildungsbericht Schweiz 2026» der Schweizerischen Koordinationsstelle für Bildungsforschung (SKBF) liegt vor. Auf rund 400 Seiten bündelt er das aktuelle Wissen zum Schweizer Bildungssystem über alle Bildungsstufen hinweg – von der obligatorischen Schule bis zur Weiterbildung für Erwachsene. Der Bericht zeigt auf, «wie gut das Bildungssystem funktioniert und wo die Herausforderungen liegen».

Bild: «Bildungsbericht Schweiz 2026» © https://www.skbf-csre.ch/bildungsbericht/bildungsbericht/
Der Bericht wurde am 23. März 2026 in Bern von Bundespräsident Guy Parmelin und Staatsrat Christophe Darbellay entgegengenommen. Erarbeitet wurde der Berich von der Schweizerischen Koordinationsstelle für Bildungsforschung SKBF im Auftrag des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation SBFI und der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren EDK.
Der inzwischen fünfte Bildungsbericht ist nach Bildungsstufen gegliedert. Er beschreibt diese und beurteilt sie systematisch anhand der Kriterien Effizienz, Effektivität und Chancengerechtigkeit (Equity). Ziel des Berichtes ist es, eine fundierte und aktuelle Gesamtschau des Schweizer Bildungswesens zu bieten. Der Bericht dient Bund und Kantonen als verlässliche Referenz und damit als Orientierung für die Weiterentwicklung des Bildungssystems.
Der Bildungsbericht gibt auch Aufschluss über das Erreichen der gemeinsamen bildungspolitischen Ziele von Bund und Kantonen für den Bildungsraum Schweiz. Diese wurden erstmals 2011 festgelegt und werden seither fortgeschrieben. Eines dieser Ziele sieht vor, dass 95% aller 25-Jährigen über einen Abschluss auf der Sekundarstufe II verfügen. Dieses Ziel wird nicht überall erreicht. Die Abschlussquote ist gesamtschweizerisch leicht gesunken von 91,5% (2016) auf 90,1% (2022). Sie verbleibt damit auf einem seit Jahren stabil hohen Niveau, was insbesondere mit Blick auf die Arbeitsmarktfähigkeit sehr wichtig ist. Der Bildungsbericht zeigt auf, «wie wichtig eine starke Berufsbildung und solide schulische Kompetenzen der Jugendlichen für das Erreichen des 95%-Ziels sind».
Ein weiteres gemeinsames Ziel ist die langfristige Sicherstellung des prüfungsfreien Zugangs zur Universität mit gymnasialer Maturität. Dieses Anliegen war mitentscheidend für die Totalrevision der Rechtsgrundlagen zur gymnasialen Maturität. Die 2023 verabschiedeten neuen Rechtsgrundlagen sowie der 2024 eingeführte Rahmenlehrplan sollen die Qualität der gymnasialen Maturität schweizweit sichern: Damit bleibt für Maturandinnen und Maturanden der prüfungsfreie Zugang zu den universitären und pädagogischen Hochschulen gewährleistet.
Langfristig dürfte sich die Revision der gymnasialen Maturität auch auf ein weiteres gemeinsames Ziel auswirken: die Reduktion der Studienabbrüche an Universitäten. Aktuell verharrt die Quote auf konstant hohem Niveau: Rund 24% der Studienanfängerinnen und -anfänger erreichen bis acht Jahre nach Beginn keinen Bachelorabschluss an einer universitären Hochschule. Diese Quote müsse allerdings differenziert betrachtet werden, heisst es in der Medienmitteilung zum Bericht: «Sie beinhaltet auch alle Studierenden, die den Hochschultyp gewechselt und dort einen Hochschulabschluss erlangt haben. Insgesamt erreichen damit acht Jahre nach dem Eintritt in eine Universität rund 15 % noch keinen Abschluss an einer Universität, einer pädagogischen Hochschule oder einer Fachhochschule.»
In einer ersten Einschätzung betonten Bundespräsident Guy Parmelin und EDK-Präsident Christophe Darbellay, dass die gemeinsamen bildungspolitischen Ziele langfristig angelegt seien. Ob zusätzliche Massnahmen oder neue Zielsetzungen erforderlich sind, soll auf Grundlage des neuen Berichts geprüft werden. Das SBFI und die EDK werden in den nächsten Monaten die Ergebnisse auswerten.
«Der ‹Bildungsbericht Schweiz› ist ein Kerninstrument des nationalen Bildungsmonitorings. Bund und Kantone tragen gemäss Bundesverfassung gemeinsam die Verantwortung für den Bildungsraum Schweiz. Während die obligatorische Schule in der Kompetenz der Kantone liegt, sind die Zuständigkeiten im nachobligatorischen Bereich zwischen Bund und Kantonen aufgeteilt. Mit dem ‹Bildungsbericht Schweiz› liegt eine umfassende und aktuelle Grundlage vor, um die Weiterentwicklung des Schweizer Bildungssystems faktenbasiert zu gestalten», ist in der Mitteilung aus dem Bundeshaus abschliessend zu lesen.
Download und Bestellung «Bildungsbericht 2026»:
https://www.skbf-csre.ch/bildungsbericht/bildungsbericht/
Präsentation Stefan C. Wolter, SKBF (PDF):
https://cms.news.admin.ch/dam/de/wbf/hKVKAc42evrY/Medienkonferenz+Version+Deutsch.pdf
Quelle:
https://www.wbf.admin.ch/de/newnsb/xxaqE43omx0pByMGNfRVe

Bild: Stefan C. Wolter – Foto: © https://www.ffb.unibe.ch/ueber_uns/personen/prof_dr_wolter_stefan_c/index_ger.html
RADIO-TIPP:
Radio SRF 1, «Tagesgespräch», vom heutigen Montag, 23.03.2026, 13:00 Uhr
Stefan C. Wolter: Wie gut ist das Schweizer Bildungssystem?
Der neue Bildungsbericht zeigt: Nicht alle bildungspolitischen Ziele werden erreicht. So sinkt etwa der Anteil aller 25-jährigen mit einem Sekundarstufe-II-Abschluss. Woran liegt das? Der Bildungsforscher Stefan C. Wolter ist zu Gast bei Simone Hulliger.
Wolter hat als Direktor der Schweizer Koordinationsstelle für Bildungsforschung den Bericht verfasst. Dieser erscheint alle vier Jahre. Das ermögliche, langfristige Entwicklungen zu sehen. So sei es ein Trend, dass die Schülerinnen und Schüler seit 2015 in den PISA-Studien immer schlechter abschneiden. Ein Negativtrend, der auch im Ausland zu beobachten sei, für den es aber noch keine klare Erklärung gibt. Im «Tagesgespräch» spricht Wolter auch zu den Erkenntnissen über die integrative Schule und die Herausforderungen an die Bildung in Zeiten von KI.
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Kommentare von Daniel Leutenegger