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2. November 2011

«Die Stadtzentren dürfen ihre ursprüngliche Funktion als gesellschaftlicher Treffpunkt und somit als Ort der Kultur nicht verlieren»

Der Dachverband der Schweizer Musikclubs (PETZI) fordert «eine schweizweite Strategie zur Erhaltung der kulturellen Vielfalt in den Städten»: Mit der Schliessung des Clubs Sous Soul verliere Bern einen wichtigen Pfeiler im kulturellen Angebot. Der Dachverband der Schweizer Musikclubs ist «besorgt über die Situation in der Hauptstadt und beobachtet kritisch, wie die Clubkultur schweizweit immer mehr aus den Stadtzentren weichen muss.»

PETZI: «Ein Diskurs auf nationaler Ebene tut Not, denn die Stadtzentren dürfen ihre ursprüngliche Funktion als gesellschaftlicher Treffpunkt und somit als Ort der Kultur und des Austausches nicht verlieren.»

«Aufgrund von kaum umsetzbaren Auflagen der Stadtverwaltung droht mehreren Berner Clubs in nächster Zeit die Schliessung ihrer Kulturplattformen.» Die Innenstadt der Hauptstadt würde damit «zu einer (Nacht-)Kulturfreie Zone verkommen».

PETZI, der Dachverband der Schweizer Musikclubs, ist besorgt über die Situation in Bern – auch weil eines seiner Mitglieder, das Sous Soul, Ende Jahr seine Türen endgültig schliessen muss.

Der Berner Club Sous Soul – eingemietet in einer clubhistorischen Liegenschaft in der Berner Altstadt, wo etwa ab 1940 der legendäre Ursus-Jazzclub wirkte – muss am 31. Dezember 2011 seinen Betrieb einstellen. «Hauptauslöser für die Situation sind Nachbarschaftsprobleme auf Grund von Lärmklagen einzelner Anwohner. Hintergrund ist eine ’subjektive Beurteilung‘ im Rahmen des Umweltschutzgesetzes durch die Behörden: Das Sous Soul wurde verpflichtet, keinen Lautstärkenpegel von über 90 dB zu produzieren. Konzertveranstaltungen unter 93 dB durchzuführen, ist jedoch schlicht unmöglich. Hiermit ist das grösste Problem aufgezeigt: Die einseitige Gewichtung von Interessen führt dazu, dass zu Gunsten der Anwohner und zu Ungunsten der Kulturplattform entschieden wird», schreibt PETZI.

Das Problem der Ansiedelung von Clubkultur und Nachtleben im Stadtzentrum sei aber kein ausschliessliches Berner Problem. Auch in anderen Regionen (z.B. Genf, St. Gallen) müssten die Veranstalter um ihren Platz kämpfen und die Clubkultur dem Kommerz und den Interessen von Einzelnen weichen.

Um diesem Problem entgegenzutreten, «bevor die Städte ihre kulturelle Vielfalt endgültig verlieren», fordert PETZI «einen Dialog auf nationaler Ebene. Nicht zuletzt müssen dort auch die heute bestehenden Missstände in Gesetz und Vollzug diskutiert werden.»

Der Dachverband der Musikclubs plädiere nicht für ein bedingungsloses Clubleben in der Stadt, sondern «für ein friedliches Nebeneinander von Kultur, Wohnen und Arbeit.» Hierzu sei es notwendig, dass die Clubkultur «als wichtiges Puzzleteil in der Entwicklung der urbanen Gegenden akzeptiert und gefördert, und nicht wie jetzt an den Rand gedrängt wird.»

mgt

Kontakt:

buero@petzi.ch

T +41 44 485 58 99

http://www.petzi.ch

VERBAND SCHWEIZER MUSIKCLUBS

FEDERATION SUISSE DES CLUBS DE MUSIQUES ACTUELLES

Jane Wakefield, Vizepräsidentin PETZI

jane.wakefield@petzi.ch

076 349 37 44

Isabelle von Walterskirchen, Geschäftsleitung PETZI

buero@petzi.ch

076 422 14 30

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 2. November 2011
  • Kulturförderung, Kulturvermittlung, Kultur- und Medienpolitik

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