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3. Dezember 2011

«Connections» mit Chantal Romani, Marianne Halter, Donna Kukama, Simon Gush, Amr El Kafrawy und Genèvieve Favre

Ausstellung in der Kunsthalle Luzern, Bourbaki, vom 09. Dezember 2011 bis am 08. Januar 2012

Bild: Marianne Halter, «Diamonds»

Eröffnung: 09.12.2011 um 19h, mit der Performance «Lokum» von Geneviève Favre.

Die Ausstellung «Connections» bildet den Auftakt für eine Serie von Ausstellungen mit KünstlerInnen, die den Dialog von KünstlerInnen aus der Region Luzern und KünstlerInnen aus anderen Landesteilen und Ländern fördern möchte.

Alle beteiligten KünstlerInnen haben als StipendiatInnen an Austauschprogrammen der Pro Helvetia teilgenommen und präsentieren Werke, die von ihren «residencies» inspiriert wurden. Die Ausstellung gibt Einblick in ein wachsendes internationales Künstlernetzwerk zwischen der Schweiz, Südafrika und Ägypten und verortet dabei verschiedene künstlerische Positionen in geographischen und gesellschaftlichen Kontexten.

Landesspezifische Ansichten werden einander gegenübergestellt und dechiffriert – zwischen Südafrika, das immer noch mit den Folgen der Apartheid zu kämpfen hat und Ägypten, wo der steinige Weg zur Demokratie nach den revolutionären Aufständen gerade erst begonnen hat.

CHANTAL ROMANI hat sich in mehreren Reisen intensiv mit der Situation in Ägypten auseinander gesetzt. In ihrer Videoinstallation «Transverse City» präsentiert sie die Megapolis im Kleinformat durch mehrere miteinander verbundene Videosequenzen, die das Alltagsleben in Kairo auf einnehmende Weise widerspiegeln.

Auch MARIANNE HALTERS Fotoserie «Diamonds», die in Südafrika entstanden ist, wirkt auf den ersten Blick unspektakulär: Zu sehen sind schwarzen Dienstboten in einem Wohnviertel der besser gestellten Weissen, die sich, den Rücken den Betrachtenden zugewandt, auf dem Weg zur Arbeit oder nach Hause befinden. Die Porträtierten verschwinden beinahe in den gepflegten, menschenleeren Kulissen mit blühenden Bäumen und weiss getünchten Mauern.

Die Videoarbeit «The Swing (after Fragonard)» der südafrikanischen Künstlerin DONNA KUKAMA wurde unter einer stark befahrenen Autobahnbrücke gefilmt. Die Künstlerin inszenierte ihre ortsspezifische Performance, in der sie in einem weissen Kleid auf einer Schaukel sitzt und Geld auf die Zuschauer herunter regnen lässt, bewusst nicht in einer Kunstnische, sondern an einem belebten Ort mit einer mehrheitlich armen, schwarzen Bevölkerung. Ein kritischer Kommentar zur Betriebsblindheit der Kunst, zur immer noch existierenden Diskriminierung von Frauen im öffentlichen Raum und dem krassen Gegensatz zwischen den Rassen und Schichten in Südafrika.

SIMON GUSH setzt sich immer wieder mit politischen Ideologien, insbesondere auch mit Gewerkschaftsbewegungen, in Südafrika auseinander. In seiner Videotrilogie «Analogues» zieht er Parallelen zwischen dem religiösen und politischen Glauben. Die Filme sind angelehnt an Ingmar Bergman’s «Trilogie des Glaubens», in der dieser seine eigene Abwendung vom Glauben thematisierte. Die Filme werden in einem speziellen Setting gezeigt, das an einen Arbeiterprotest in einer südafrikanischen Niederlassung von Mercedes Benz im Jahr 1990 erinnert.

AMR EL KAFRAWY, Künstler und Grafiker im bekannten Buchverlag Sharouk in Kairo, hat die Schweiz auf der Suche nach ägyptischen Emigranten bereist. Er wird den Entwurf für seine Publikation präsentieren, die Porträts und Interviews der in der Schweiz lebenden Ägypter enthält. Einige von ihnen leben schon lange in der Schweiz, sind aber immer noch betroffen von den andauernden Unruhen und ungewissen Zukunftsperspektiven, die sich in ihrem Heimatland nach dem revolutionären Aufstand bieten.

Zur Eröffnung am 09.12.2011 wird die Lausanner Künstlerin GENEVIEVE FAVRE ihre Performance «Lokum» präsentieren. Sie nimmt in ihrer Tanzperformance Bezug auf die traditionelle, arabische Musik und verbindet diese mit der westlichen Pop- und Mainstreamkultur. Im Zuge des Arabischen Frühlings und den wachsenden anti-islamischen Tendenzen in der westlichen Welt hat sich die Künstlerin für die Infragestellung der zeitgenössischen östlichen und westlichen Bräuche entschieden.

khl

Kontakt:

Kunsthalle Luzern
Bourbaki
Löwenplatz 11
CH-6004 Luzern
T: +41 41 412 08 09
info@kunsthalleluzern.ch
http://www.kunsthalleluzern.ch

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 3. Dezember 2011
  • Museum, Ausstellung, Galerie

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