21. August 2012
atelier oï erhält den Berner Design Preis 2012
Die Berner Design Stiftung verleiht den Berner Design Preis 2012 an das international bekannte atelier oï aus La Neuveville. Die Berner Design Stiftung ehrt das renommierte Designkollektiv am Bielersee für seine «bestechenden Kreationen in den Bereichen Design, Architektur, Innenarchitektur und Szenografie».

Bild: Portrait atelier oï by Erwin Windmüller
Seit 21 Jahren verblüffen Aurel Aebi, Armand Louis und Patrick Reymond mit ihrer multidisziplinären und experimentellen Arbeitsweise. Das Designertrio – der Name oï leitet sich von der Wortmitte des russischen Wortes Troïka für Dreigespann ab – experimentiert, hinterfragt und schafft mit seinem intuitiven Zugang zu Materialien, Formen und Farben Werke, die ihm namhafte Auszeichnungen eingebracht haben.
Die kreiselnden farbigen Leuchten «Les Danseuses» bezirzen die Betrachter und die pulsierende Lichtinstallation «Oïphorique» entrücken sie in eine andere Welt.
Das Gebäude der Uhrenfabrik Jaquet-Droz wirkt nicht wie Architektur, sondern wie eine Skulptur, welche die sie umgebende Landschaft spiegelt und gleichzeitig integriert. Vom kleinen Parfumflacon für Bulgari, dem Vogelhäuschen aus Vogelfutter bis hin zu den grossen szenografischen und architektonischen Schöpfungen wie der Arteplage in Neuchâtel (Expo 0.2) mit ovoiden Dächern und leuchtenden «Schilfrohren» und der Manufaktur der Swatch-Untergruppe DYB mit perforierter Betonfassade zeichnen sich die Werke durch Anmut und Einfachheit aus und brechen zugleich Normen in vielerlei Hinsicht.
Die kreative «Undiszipliniertheit» im Umgang mit Materialien, Techniken, Massstäben und Strukturen prägt den charakteristischen Stil von atelier oï. Seit 2009 ist Moïtel, ein umgebautes Motel in La Neuveville, die Wirkungsstätte von atelier oï mit inzwischen über 35 Personen. Es entstehen Kreationen für Wogg, Röthlisberger, USM, B&B Italia, Foscarini, Bulgari, Bréguet, Swatch und Louis Vuitton.
Mit dem Berner Design Preis würdigt die Berner Design Stiftung arrivierte Designer, die mit ihrer eigenständigen Formgebung, ihrer ästhetischen Haltung und ihrem hervorragenden technischen Know-How die Designszene wesentlich bereichern. Die Preissumme beträgt CHF 15’000. Die bisherigen Preisträger sind Hans Eichenberger (2007), Adrian Frutiger (2008), Büro Destruct (2009) und Othmar Zschaler (2010).
Nach dem Prinzip der Patenschaft gibt der/die Preisträger/in CHF 5’000 an eine/n förderungswürdige/n Gestalter/in weiter. Die Berner Design Stiftung verfolgt damit gleichzeitig ihr Ziel der Nachwuchsförderung. Das atelier oï wählte für seine Patenschaft den jungen Produktdesigner Lucas Uhlmann aus Nods, der nach seinem letztjährigen Abschluss an der ECAL zur Zeit im Studio Mumbai in Indien weilt.
Lucas Uhlmann Arbeiten zeigen durch ihre Leichtigkeit und Poesie im Umgang mit unterschiedlichen Kontexten bereits seinen eigenen Stil. atelier oï schätzt seine narrative Herangehensweise, seine Experimentierfreude und Materialkenntnis, die er interdisziplinär spielerisch einsetzt und sieht dahinter ein vielversprechendes Potential.
mgt
Preisverleihung:
Mittwoch, 19. September 2012, 18.30 Uhr, Rathaushalle Bern
Begrüssung: Patrizia Crivelli, Präsidentin der Berner Design Stiftung
Grussbotschaft: Dr.iur. Bernhard Pulver, Regierungsrat und Erziehungsdirektor des Kantons Bern
Laudatio: Renate Menzi, Leiterin Designsammlung Museum für Gestaltung Zürich
Weitere Informationen:
Meret Mangold, Geschäftsleiterin der Berner Design Stiftung
Telefon: 031 302 08 16
E-Mail: info@bernerdesignstiftung.ch
http://bernerdesignstiftung.ch/berner-design-preis-12/
Kontakt:

Bild: Scénographie Oiphorique – Foto: © http://www.atelier-oi.ch/
Kommentare von Daniel Leutenegger