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10. Juni 2013

Yoram Kaniuk ist gestorben

Der 1930 in Tel Aviv geborene israelische Schriftsteller, Journalist und Maler Yoram Kaniuk (Bild) ist am 8. Juni 2013 ebenda gestorben.

Foto: Howcheng, 2008 – Lizenz: Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported – Zur Originaldatei: http://de.wikipedia.org

«Grauen und Gelächter»: Immer wieder fand Yoram Kaniuk ungewöhnliche Tonlagen, um über das deutsch-jüdische und das deutsch-israelische Verhältnis zu schreiben. So wurde er zu einem der wichtigsten Schriftsteller des Landes – und auch für junge Israelis zum Vorbild.

http://www.spiegel.de/kultur/literatur/nachruf-auf-den-israelischen-schriftsteller-yoram-kaniuk-a-904655.html

Kaniuk war als im Land selbst geborener israelischer Schriftsteller eine Ausnahme in seiner Generation, deren Künstler sich überwiegend aus vor dem Nationalsozialismus geflohenen europäischen Juden rekrutierten. Doch das Thema der Schoa trieb natürlich auch den mit einer Christin verheirateten Mann um. Sein bekanntester Roman, «Adam Hundesohn», in Israel 1971 erschienen, auf Deutsch erst 1989, erzählt die furchtbare Geschichte eines jüdischen KZ-Häftlings, der auf Befehl eines Lagerkommandanten wie ein Hund lebt, um sich und seiner Familie das Überleben zu ermöglichen.

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/autoren/zum-tod-des-autors-yoram-kaniuk-eine-ausnahme-in-seiner-generation-12215220.html

Viele Intellektuelle und Politiker des Landes äußerten ihre Trauer über den Tod des mutigen Querdenkers. Oppositionsführerin Schelly Jachimowitsch sagte: «Ich bin so traurig darüber. Yoram Kaniuk war enttäuscht von unserem Land. Und er konnte dennoch nicht aufhören, es zu lieben.»

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/16164

Im Leben wie im Tod machte Kaniuk es anders als alle anderen. Kaum ein aktuelles Thema, zu dem der sarkastische Querdenker nichts hätte beitragen können. Israel steuere auf ein neues Massada, auf den Untergang zu, warnte Kaniuk, der schmunzelnd für die «Dreistaatenlösung» warb: einen für die Palästinenser, einen für die weltlichen Israelis und einen für die Orthodoxen. «Wer Schriftsteller boykottiert, wird am Ende Bücher verbrennen», kommentierte er die israelische Debatte über Günter Grass.

http://www.taz.de/Zum-Tode-Yoram-Kaniuks/!117792/

Mehr:

http://de.wikipedia.org/wiki/Yoram_Kaniuk

 

 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 10. Juni 2013
  • Theater, Kabarett, Literatur

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