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20. März 2017

«EINE KÜNSTLERFAMILIE: ROBERT, MIRIAM UND MANUEL MÜLLER»

Ausstellung im Kunstmuseum Solothurn, Graphisches Kabinett, bis am 18. Juni 2017

Bild: Miriam Müller, Die hl. Annika, 1980-1990, Gouache und Filzstift auf Karton, Besitz Manuel Müller

Das Schaffen des Bildhauers und Zeichners Robert Müller (1920-2003) ist in der Sammlung des Kunstmuseums Solothurn breit vertreten und mehrmals in Einzelausstellungen gewürdigt worden.

Nun widmet sich das Kunstmuseum den künstlerischen Verbindungen zu seiner Ehefrau Miriam (1926-2007) und dem gemeinsamen Sohn Manuel (*1955).

Während die skulpturalen und grafischen Werke des in Lausanne lebenden Künstlers Manuel Müller durch viele Ausstellungen bekannt geworden sind, werden die Zeichnungen und Malereien von Miriam Müller Shir erstmals gezeigt. Die aus New York stammende Künstlerin war ausgebildete Goldschmiedin und hinterliess nur ein kleines, sehr privates Oeuvre.

Manche der traumhaft-surreal anmutenden Bilder von Miriam Müller lassen an Frida Kahlo (1907- 1954) denken. So klein Miriam Müllers Schaffen auch geblieben ist, kann es in Solothurn zur Gänze ausgebreitet und durch Schmuckstücke ergänzt werden. Ihre teils auf Kreta geschaffenen Werke korrespondieren mit den Zeichnungen, die Robert Müller am selben Ort geschaffen hat. Von Manuel Müller sind neben figurativen, farbig gefassten Holzskulpturen, die der geheimnisvollen Bildwelt seiner Mutter gleichen, auch Farbholzschnitte zu sehen.

Obwohl sich Vater, Mutter und Sohn intensiv austauschten, spiegeln ihre Werke eine persönliche und eigenständige Haltung. Daher werden die jeweiligen Exponate auch nicht gemischt, sondern in einzelnen Sälen gezeigt. Gleichwohl wird im Parcours der Raumfolge Ähnliches oder Gegensätzliches schnell erkennbar.

Die Ausstellung setzt mit Werken von Robert Müller ein. Der hintere Raum ist Miriam Müller gewidmet, deren kleinformatiges Schaffen ein intimes Kabinett im Zentrum der Ausstellung findet. Im grössten Saal schliesslich können die Holzskulpturen von Manuel Müller ihre starke, bannende Wirkung entfalten.

Besonderes Augenmerk verdienen die Werke, in denen sich das Ehepaar gegenseitig porträtiert oder ihrem Sohn Manuel zuwendet. Diese sehr persönlichen, über viele Jahre im Besitz der Familie verbliebenen Werke vermögen besonders zu berühren und sind oft zum ersten Mal öffentlich ausgestellt.

Auch die präsentierten Skulpturen von Robert Müller hatten für die Familie eine spezielle Bedeutung, gehörten sie doch zu den ausgesuchten Werken, die sie in ihrem Haus in Villiers-le-Bel F (bei Paris) stets um sich haben wollten. Die Exponate von Miriam und Robert Müller stammen denn auch weitgehend aus dem Nachlass. Wenige Kreta-Zeichnungen von Robert Müller sind aus der Sammlung des Kunstmuseums Solothurn ergänzt worden.

Auf Kreta besitzt die Familie bis heute ein eigenes Haus. Hier haben Robert, Miriam und Manuel Müller längere Aufenthalte verbracht und sind über die Jahre zu einem Teil der ländlichen Bevölkerung geworden. Im archaisch anmutenden Landleben finden sie eine reiche Motivwelt, zu der auch die Totenwache als Ritual gehört. Die existenziellen Seiten des Lebens werden auch im Schaffen von Manuel Müller leitmotivisch angesprochen. Leben und Todesmahnung sind in seinen magisch wirkenden, in ihrer Ausdruckskraft an präkolumbianische Kunst erinnernden Skulpturen aufs Engste miteinander verbunden.

Kurator der Ausstellung: Christoph Vögele

kms

Kontakt:

http://www.kunstmuseum-so.ch/eine-kuenstlerfamilie

 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 20. März 2017
  • Museum, Ausstellung, Galerie

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