16. April 2018
CANNES 2018: «CHRIS THE SWISS» UND «SCHÄCHER» IN DER SEMAINE DE LA CRITIQUE, ZWEI SCHWEIZER KOPRODUKTIONEN IM WETTBEWERB
«CHRIS THE SWISS», der mit Spannung erwartete animierte Debütfilm von Anja Kofmel, läuft in der Semaine de la Critique, der renommierten Parallelsektion des Filmfestivals von Cannes. Flurin Gigers zweiter Kurzfilm «SCHÄCHER» feiert in derselben Sektion Weltpremiere, wie die Semaine de la Critique heute bekannt gab. Zudem stehen gleich zwei Schweizer Koproduktionen im prestigeträchtigen Wettbewerb von Cannes: Jean-Luc Godards «LE LIVRE D'IMAGE» und «LAZZARO FELICE» («HAPPY AS LAZZARO)» von Alice Rohrwacher. Die preisgekrönte Schweizer Filmemacherin Ursula Meier präsidiert in Cannes die Jury für den Nachwuchspreis Caméra d'Or.

Bild: «CHRIS THE SWISS» von Anja Kofmel
Der erste lange animierte Dokumentarfilm von Anja Kofmel, «CHRIS THE SWISS», produziert von Dschoint Ventschr Filmproduktion, ist für die angesehene Semaine de la Critique ausgewählt worden. Kofmels Film dreht sich um ihren Cousin Chris, der 1992 in Kroatien in der Uniform einer internationalen Söldnertruppe unter mysteriösen Umständen tot aufgefunden wurde. Die Thematik hat Kofmel, die an der Hochschule Luzern, Design und Kunst (HSLU) Animation studiert hat, bereits in ihrem Kurzfilm «CHRIGI» (2009) aufgenommen, der an zahlreichen internationalen Festivals lief.
Bündner Regietalent Flurin Giger mit Kurzfilm in Cannes
Der junge Filmemacher Flurin Giger präsentiert ebenfalls in der Semaine de la Critique seinen zweiten Kurzfilm «SCHÄCHER», den er gemeinsam mit seinem Bruder Silvan Giger (Giger Brothers Studio) realisiert hat. Sein erster Kurzfilm «RUAH» (2016) feierte am renommierten Filmfestival in Venedig Weltpremiere. Der 22jährige Bündner hat Schauspiel an der EFAS in Zürich studiert und war in diversen Schweizer Fernseh- und Kinofilmen zu sehen.
Zwei Schweizer Koproduktionen im Wettbewerb
Die italienisch-französisch-schweizerisch-deutsche Koproduktion «LAZZARO FELICE» («HAPPY AS LAZZARO») von Alice Rohrwacher, koproduziert von Tiziana Soudanis Tessiner Produktionsfirma Amka Films Productions, ist im Hauptwettbewerb von Cannes zu sehen. Rohrwachers Debutfilm «CORPO CELESTE» (2011) wurde in Cannes in der Sektion Quinzaine des Réalisateurs uraufgeführt, ihr zweiter Film «LE MERAVIGLIE» (2014) lief ebenfalls im Wettbewerb von Cannes und wurde mit dem Grand Prix der Jury ausgezeichnet. Beide Filme wurden von Amka Films Productions koproduziert.
Jean-Luc Godards neuster Film «LE LIVRE D’IMAGE», produziert von Fabrice Aragno (Casa Azul Films), feiert ebenfalls im Wettbewerb von Cannes Weltpremiere. Godard ist in Cannes ein Habitué und hat bereits viele seiner Filme am Filmfestival vorgestellt. Zuletzt war er vor vier Jahren mit «ADIEU AU LANGAGE» (2014) im Wettbewerb präsent sowie als einer der RegisseurInnen des Episodenfilms «LES PONTS DE SARAJEVO» (2014) in den Séances Spéciales.
Auch in der Programmreihe Séances Spéciales sind zwei Filme mit Schweizer Beteiligung zu sehen: «POPE FRANCIS – A MAN OF HIS WORDS» von Wim Wenders, koproduziert von Célestes Images in Lugano und der achtstündige Film «LES ÂMES MORTES» des chinesischen Filmemachers Wang Bing, koproduziert von ADOK Films in Genf.
Produzent Dan Wechsler mit
zwei Filmen im offiziellen Programm
Der Genfer Produzent Dan Wechsler ist mit seiner Firma Bord Cadre Films bei zwei Filmen im offiziellen Programm von Cannes beteiligt: «LES FILLES DU SOLEIL» von Eva Husson (Wettbewerb) und «THE HARVESTERS» von Etienne Kallos (Un Certain Regard). Wechsler gehört derzeit zu den international am besten vernetzten Schweizer Produzenten und hat in den letzten Jahren zahlreiche preisgekrönte Filme koproduziert, wie etwa «FOXTROT» von Samuel Maoz, der gerade in den Schweizer Kinos zu sehen ist oder «DAUGHTER OF MINE», der an der diesjährigen Berlinale uraufgeführt wurde.
Ursula Meier
Jury-Präsidentin Caméra d’Or
Die international gefeierte Schweizer Filmemacherin Ursula Meier präsidiert die Jury für den Nachwuchspreis Caméra d’Or. Gemeinsam mit sechs Persönlichkeiten aus der internationalen Filmbranche wird sie in Cannes das beste Erstlingswerk prämieren.
Meier hat sich international vor allem mit ihren preisgekrönten Filmen «HOME» (2008) und «SISTER» (2012) einen Namen gemacht. «HOME» wurde in der Semaine de la Critique präsentiert, «SISTER» unter anderem mit dem Silbernen Bären in Berlin geehrt. Beide Filme wurden am Schweizer Filmpreis mehrfach ausgezeichnet. In Cannes war Meier zuletzt 2014 mit «LES PONTS DE SARAJEVO» präsent. An der diesjährigen Berlinale wurde ihr Film «ONDES DE CHOC: JOURNAL DE MA TÊTE» gezeigt und von der Branchenzeitschrift «Variety» als einer der zehn besten Filme der Berlinale 2018 bezeichnet.
Swiss Films in Cannes 2018
Das 71. Filmfestival von Cannes findet vom 8. bis 19. Mai 2018 statt. Swiss Films, die internationale Promotionsagentur für den Schweizer Film betreibt im Auftrag des Bundesamtes für Kultur (BAK) in Cannes am Marché du Film den Pavillon Suisse. Dieser wurde letztes Jahr mit dem Pavillon Design Award ausgezeichnet.
sf
Kontakt:
http://www.swissfilms.ch/de/information_publications/news/-/id_news/6169/teaser/1
Kommentare von Daniel Leutenegger