14. Mai 2026
«GUIDO VON STÜRLER. ZWISCHEN DEN SYSTEMEN – KUNST IM VERNETZTEN JETZT»
Ausstellung in der Kunsthalle Wil (SG), bis am 28. Juni 2026

Bild: Guido R. von Stürler in der Kunsthalle Wil (SG) – Foto: © Shqipton Rexhaj
Alles hängt mit allem zusammen – dieses Wissen des Naturforschers Alexander von Humboldt bildet den Resonanzraum für die Ausstellung «Zwischen den Systemen – Kunst im vernetzten Jetzt» von Guido R. von Stürler in der Kunsthalle Wil. Er wurde 1956 geboren und wuchs in Sydney auf; er lebt und arbeitet seit 1985 in Wallenwil (TG).
Vierzig Jahre nach seiner Mitwirkung an der legendären Ausstellungsreihe «Hier & Jetzt» (1986/87), die den Grundstein für die Gründung der Kunsthalle Wil legte, kehrt der Künstler mit einer umfassenden Werkübersicht zurück, die frühe Arbeiten der 1980er- und 1990er-Jahre mit aktuellen Werkgruppen verbindet.
Von Stürlers künstlerische Praxis bewegt sich seit jeher im Spannungsfeld zwischen Organischem und Anorganischem, zwischen Körper, Technik und gesellschaftlichen Strukturen. Seine skulpturalen Werke sind keine abgeschlossenen Objekte, sondern meist offene Systeme – sie atmen, reagieren, transformieren. Dieses Denken in Prozessen, Verbindungen und Übergängen prägt sein gesamtes Werk und wird in der Ausstellung sichtbar als vielschichtiges Netz aus Vergangenheit und Gegenwart, Materie und Code, Idee und Resonanz.
khw
Kontakt:
https://kunsthallewil.ch/ausstellung
https://www.grvonstuerler.com/
Mehr:
Organik trifft KI
Bereits 1992 begann von Stürler, konsequent mit Computergrafik zu arbeiten. Seine Neugier auf Technologie war grösser als die Angst vor dem Unbekannten. Doch 1995 folgte ein radikaler Schnitt. Er brauchte Distanz zum Kunstbetrieb, den er selbst als ein in sich geschlossenes System empfand. In Winterthur gründete er eine der ersten Internetfirmen der Schweiz. Ein Jahrzehnt lang blieb die Kunst im Hintergrund und er arbeitete in der IT‑Branche.
Heute nutzt er Künstliche Intelligenz als Werkzeug, nicht als Autorin. Für seine aktuelle Serie speist er eigenes Bild- und Textmaterial, das er teilweise ins Englische übersetzt hat, in die KI ein. «Die Maschine produziert Möglichkeiten, aber sie versteht nichts», sagt er trocken. Er sieht die KI als Fortsetzung seiner Arbeit mit Augmented und Virtual Reality, thematisiert aber auch den hohen Energieverbrauch dieser digitalen Serien kritisch.
Shqipton Rexhaj
https://www.saiten.ch/organik-trifft-ki
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Kommentare von Daniel Leutenegger