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16. Juli 2018

«TERESA BURGA – ALEATORY STRUCTURES»

Ausstellung im Migros Museum für Gegenwartskunst, Zürich, bis am 12. August 2018

Bild: Teresa Burga, Work That Disappears When The Spectator Tries to Approach It, 1970/2017, Sensoren, 400 Glühbirnen, 220 x 220 cm, Courtesy of the artist and Galerie Barbara Thumm, Berlin

Seit den 1960er-Jahren erweist sich die peruanische Künstlerin Teresa Burga (*1935 in Iquitos, Peru) als detailgenaue Protokollantin der gesellschaftlichen Verhältnisse ihrer Zeit. Ihr umfangreiches Œuvre umfasst sowohl Gemälde und Environments, die der Pop-Art zuzuordnen sind, als auch konzeptuelle Zeichnungen und Objekte und kybernetische Installationen.

Der verbindende Faktor in diesem medial und formal-ästhetisch breiten Spektrum ist das konsequente Bestreben der Künstlerin, komplexe gesellschaftliche Strukturen ebenso sichtbar zu machen wie die Befähigung des Einzelnen zu selbstbestimmtem Handeln. Letzteres ist für Burga untrennbar mit dem Austausch von Informationen und deren Kontextualisierung verbunden.

In ihrer künstlerischen Praxis war Burga als weibliche Vertreterin der lateinamerikanischen Kunst vielfach ihrer Zeit voraus. Die politischen Umstände in ihrem Heimatland Peru, das lange Zeit unter einer Militärdiktatur und schweren ökonomischen Krisen litt, führten dazu, dass sie von der lokalen wie der internationalen Kunstszene weitgehend isoliert blieb.

Die umfassende Retrospektive Teresa Burga: Aleatory Structures im Migros Museum für Gegenwartskunst ist die erste Einzelausstellung der Künstlerin in der Schweiz.

Wie viele andere Künstlerinnen der 1960er- und 1970er-Jahre thematisiert Burga patriarchale Strukturen der Gesellschaft, die das Leben der Frau reglementieren, und fragt nach Möglichkeiten des Erstarkens der Frau innerhalb dieses Systems. Ihre Pop-Art-Gemälde und -Environments aus dieser Zeit feiern nicht den Körper der Künstlerin als Ausdruck der Ermächtigung, wie dies ihre Zeitgenossinnen in den USA und Europa etwa durch vermehrte Präsenz im öffentlichen Raum versuchten. Vielmehr zeigt Burga Frauenfiguren, die nach wie vor von dieser Selbstbestimmung ausgeschlossen sind: Prostituierte, einsame Frauen in den Strassen oder einer häuslichen Umgebung, aus der heraus sie den Blick in die öffentliche Sphäre richten, ohne dieser aktiv anzugehören.

Ihre Frauenbilder zeigen auf, wie gross das alltägliche gesellschaftliche Ungleichgewicht und Machtgefälle zwischen den Geschlechtern ist. Eine ähnliche Disparität bestimmt das Verhältnis der Ethnien in Peru. So adaptiert die peruanische Kunstszene in den 1970er- und 1980er-Jahren zwar immer wieder Stilmerkmale des indigenen Kunsthandwerks, dies ändert jedoch nichts an der marginalisierten gesellschaftlichen Stellung der Andenbevölkerung, einem Erbe der Kolonialzeit. Zu der nach wie vor europäisch geprägten Hochkultur hat die indigene Bevölkerung weder Zugang noch nimmt sie aktiv an ihr teil. Ein Umstand, auf den Burga in ihren jüngsten Serien Bezug nimmt, den Marktzeichnungen aus den Jahren 2016-17 und den Zeichnungen von Frauen in traditioneller Kleidung aus dem Jahr 2017.

In ihrem Schaffen befasst sich Burga stets mit der Frage, welchen Einfluss Bilder auf unsere Wahrnehmung der Realität haben. Zwischen 1974 und 1978 zeichnete sie Zeitschriften-Titelseiten und Ausschnitte aus Zeitungen und Zeitschriften ab, auf denen Auftritte von Frauen in der Öffentlichkeit zu sehen sind. Diese handschriftliche Übersetzung mechanisch reproduzierter Bilder, die die Bedeutung der Medien (Presse und Fernsehen) als Informationsquellen aufzeigt, griff sie in den Jahren 2012-14 für ihre Serie von Zeitungsausschnitten erneut auf.

Die Übertragung von Informationen in den Kunstkontext bestimmt auch die Installation Autorretrato. Estructura. Informe. 9.6.72 («Selbstporträt. Struktur. Bericht. 9.6.72», 1972). Mit ärztlicher Hilfe erstellte Burga eine detaillierte medizinische Analyse ihrer selbst. Der Körper der Künstlerin ist hier Gegenstand einer analytischen Datenerhebung – die Kunst tritt in einen Dialog mit der Wissenschaft und zeichnet anhand ihrer Gesundheitsdaten ein quantitatives Porträt. So zeigt sie auf, dass der weibliche Körper Vermessungs- und Bewertungskriterien ausgesetzt ist, die nicht nur den Handlungsspielraum des Individuums einschränken, sondern auch als Ausgangspunkt für gesellschaftliche Restriktionen dienen.

Ein Umstand, den Burga auch mit Perfil de la Mujer Peruana («Profil der peruanischen Frau», 1980-81) thematisiert. In Zusammenarbeit mit der Psychologin Marie-France Cathelat schuf Burga einen Werkkomplex, der auf einer anonymisierten Erhebung der Daten von über 100 peruanischen Frauen basierte. Die soziologische Untersuchung der Rolle peruanischer Frauen der Mittelklasse und ihrer Möglichkeiten zur Partizipation – auch im politischen Sinne – legt erneut deren andersartige Behandlung in der Gesellschaft offen.

Präzise, analytische Beobachtungen bilden die Grundlage von Burgas künstlerischer Praxis. Ihre darauf aufbauenden Arbeiten muten teils spielerisch an, entpuppen sich jedoch rasch als kritische Reflexion der bestehenden Gesellschaftsverhältnisse und fordern den Betrachter auf, Stellung zu beziehen und sich gegenüber eingefahrenen sozialen Strukturen zu behaupten. Dabei ist sich die Künstlerin durchaus bewusst, dass sich die Wirkung ihrer Arbeiten ihrer Kontrolle entzieht: Wie der Titel Aleatory Structures verrät, versteht sie ihre Werke als Impulse, die zu nicht vorhersehbaren und durch Zufälle mitbestimmten Ergebnissen führen.

Die Ausstellung wird von Heike Munder (Leiterin Migros Museum für Gegenwartskunst) kuratiert. Zur Eröffnung erscheint bei JRP|Ringier eine monografische Publikation mit einer Einführung von Heike Munder und Texten von Dorota Biczel, Julieta González, Kalliopi Minioudaki, Cristiana Tejo und Jorge Villacorta sowie einem Interview mit Teresa Burga von Miguel A. López. Ausstellung und Katalog werden in Kooperation mit der Kestner Gesellschaft Hannover realisiert.

Teresa Burga lebt und arbeitet in Lima, Peru. Ihre Arbeiten waren in jüngster Zeit vermehrt in internationalen Ausstellungen präsent, zuletzt u.a. im Hammer Museum, Los Angeles (2017), Sculpture Center, New York (2017), Tate Modern, London (2015), MALBA, Buenos Aires (2015), Museum Ludwig, Köln (2015), Art Institute of Chicago (2015), an der Venedig-Biennale (2015), Sala de Arte Público Siqueiros, Mexiko-Stadt (2014), Palais des Beaux-Arts, Brüssel (2014), Museu de Arte Moderna do Rio de Janeiro (2014), an der Istanbul-Biennale (2012) und im Württembergischen Kunstverein, Stuttgart (2011).

mmgk

Kontakt:

http://www.migrosmuseum.ch/de/ausstellungen/ausstellungsshydetails/?tx_museumplus[exhib]=663&cHash=6e7332f9a11c405ad5a48a3dbfe2f46e

 

 

 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 16. Juli 2018
  • Museum, Ausstellung, Galerie

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