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23. Februar 2011

Was den Deutschen ihre Sprache, ist den Schweizern ihre Geschichte

Repräsentative Umfrage zu identitätsstiftenden Merkmalen

Deutschland, Österreich und die Schweiz sind Nachbarn, in allen drei Ländern wird (auch) Deutsch gesprochen. Aber bei der Frage, was nationale Identität ausmacht, hat die Sprache einen ganz unterschiedlichen Stellenwert. Wie das Magazin Reader’s Digest in seiner März-Ausgabe berichtet, ist für 43 Prozent der Deutschen ihre Sprache das prägendste Element der nationalen Identität. In der Schweiz halten immerhin 22 Prozent die gemeinsame deutsche Sprache für besonders prägend. Hingegen sind in Österreich nur etwa 16 Prozent der Bürger der Auffassung, dass die deutsche Sprache der Grundpfeiler ihres Nationalbewusstseins ist.

Das Magazin Reader’s Digest liess sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland die Kriterien für nationale Identität repräsentativ untersuchen. Obwohl in beiden Ländern deutsch gesprochen wird, traten erstaunliche Unterschiede zu Tage. Während die Deutschen ihre Sprache als prägendstes Element sehen, ist für die Schweizer die gemeinsame Geschichte mit 36 Prozent das entscheidende Merkmal für nationale Identität.

Dicht dahinter liegen bei den Schweizern mit 34 Prozent die in der Gesellschaft ähnlichen Werte, ehe mit 22 Prozent die Sprache auf Platz drei folgt. Zum Vergleich: In Deutschland kommt hinter der Sprache die gemeinsame Geschichte (35 Prozent) auf Platz zwei, gefolgt von den ähnlichen Werten (14 Prozent). In einem Punkt sind sich die Befragten in beiden Ländern einig: In Deutschland wie in der Schweiz halten nur drei Prozent der Befragten die Religion für besonders identitätsstiftend.

In Österreich ragt einer älteren Umfrage zufolge dafür ein ganz anderer Wert heraus: Hier halten rund 30 Prozent der Bürger den Willen, wirtschaftlich und politisch zusammenzuleben, für die Grundlage ihrer nationalen Identität.

Betrachtet man die regionalen Unterschiede in der Schweiz, so zeigt sich der Röstigraben: In der Deutschschweiz halten 41 Prozent der befragten Personen die Geschichte für den prägendsten Faktor der Schweizer Identität; in der Romandie ist dagegen nur jeder Fünfte (19 Prozent) dieser Ansicht.

Bei den Werten verhält es sich genau umgekehrt: Während nur gut ein Viertel der Befragten aus der Deutschschweiz (27 Prozent) gemeinsame Wertvorstellungen für identitätsstiftend halten, sind es in der Romandie mehr als die Hälfte (57 Prozent). Im Gegensatz dazu nehmen die Deutschschweizer die Landessprachen eher als Identitätsmerkmal wahr (24 Prozent) als die Romands (18 Prozent).

Das Alter scheint eine grosse Rolle zu spielen: Während die bis zu 34-Jährigen die Landessprachen (27 Prozent aller Befragten) und Religion (6 Prozent) für wichtige Identitätsmerkmale halten, nennen die bis zu 54-Jährigen weit häufiger die gemeinsamen Wertvorstellungen (39 Prozent).

Zur Methode der Umfrage   

Vom 15. bis 20. Dezember 2010 befragte das Institut für Markt- und Meinungsforschung ISOPUBLIC im Auftrag von Reader’s Digest Schweiz landesweit repräsentativ 502 Personen. In Deutschland befragte das Meinungsforschungsinstitut Emnid im Auftrag von Reader’s Digest vom 14. bis 17. Januar 2011 bundesweit repräsentativ 1’002 Menschen.

ots

Kontakt:

http://www.readersdigest.ch


 

 

 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 23. Februar 2011
  • Politik und Gesellschaft

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