9. Dezember 2019
DER DEUTSCHE JAZZTROMPETER HERBERT JOOS IST GESTORBEN
Der am 21. März 1940 in Karlsruhe geborene deutsche Jazzkomponist, Jazztrompeter bzw. -flügelhornist und Grafiker Herbert Joos (Bild) ist am 7. Dezember 2019 gestorben.

Foto: Frank Schindelbeck, https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Frank_Schindelbeck – Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.en – Datei: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Herbert-Joos-Photo-Schindelbeck-FSP_8808-400.jpg
Der Mann des magischen Trompetentons ist tot
Herbert Joos war einer der ganz Grossen der Jazzszene im Land. 2017 wurde er mit dem Jazzpreis Baden-Württemberg für sein Lebenswerk geehrt. Jetzt ist der Trompeter im Alter von 79 Jahren gestorben.
Thomas Staiber
Kulturstaatssekretärin Petra Olschowski würdigte Joos als eindrucksvollen und faszinierenden Musiker mit Strahlkraft weit über Baden-Württemberg hinaus. «Herbert Joos kultivierte seinen eigenen Ton und entfaltete zugleich Klanggemälde, die so dicht, geheimnisvoll, manchmal kraftvoll, dann wieder mehrschichtig waren wie bei kaum einem anderen Musiker», sagte sie am Montag. Man werde den Musiker sehr vermissen.
dpa/lsw
Joos hatte ursprünglich Kontrabass studiert. Trompete und Flügelhorn lernte er als Autodidakt. Auf zahlreichen eigenen Platten und als langjähriger Solist des Vienna Art Orchestra hatte er seit den 1970er-Jahren seinen charakteristischen Sound entwickelt.
«Der Amerikanismus erdrückt uns. Einen guten Job kriegt man gerade, wenn mal eine einigermassen gute Platte herausgekommen ist – und dann haben die Konzertveranstalter wieder ihre Schuldigkeit getan. Die Amerikaner werden von Festival zu Festival gereicht, und wenn du irgendwo zweimal spielen willst, dann heisst es: Es geht nicht, das können wir nicht machen.» Das waren vor vier Jahrzehnten die immer noch gültigen frustrierten Worte des Flügelhornisten und Komponisten Herbert Joos. Mit seinem niveauvollen und subtilen Avantgarde-Jazz, der für manche Gemüter schon zu viel der «abstrakten» zeitgenössischen Musik in sich birgt, hatte es Joos auf der Szene ohnehin schwer – auf einer Szene, wo amerikanische Nationalität und (schwarze) Hautfarbe allzu häufig ungeprüft schon als Qualitätsmerkmal gelten.
Hans Kumpf
https://jazzpages.de/herbert-joos-ein-nachruf-von-hans-kumpf-1912072/
Grosse Anerkennung erfuhr Joos im legendären Vienna Art Orchestra, dessen Mitglied er drei Jahrzehnte lang war. Auch beim Salzburger Jazzherbst war Joos wiederholt zu Gast.
APA
https://www.diepresse.com/5735833/jazztrompeter-herbert-joos-gestorben
Videos:
duscha moja
https://www.youtube.com/watch?v=J9q_8EMawPU&feature=emb_logo
SALESNY/SCHABATA/PREUSCHL/JOOS: Jekyll & Hyde
JazzWerkstattWien
https://www.youtube.com/watch?v=Moj6-mgTIi4&list=PLEQOga0Cz66Dk64UouV3zfSDqsPYAYBF9&index=28&t=0s
Alexandra Lehmler invites… Franck Tortiller, Herbert Joos, Patrice Héral, Matthias Debus
ALQMusic
https://www.youtube.com/watch?v=By_4jjTr0q8
Mehr:
https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&query=119320355
http://www.kind-of-blue.de/seiten/joos.htm
https://www.discogs.com/artist/406579-Herbert-Joos
https://de.wikipedia.org/wiki/Herbert_Joos
#HerbertJoos #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

Foto Herbert Joos, Quelle: © Rüdiger Schestag, https://mwk.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/jazz-ehrenpreis-geht-an-herbert-joos/
Kommentare von Daniel Leutenegger