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8. Juli 2020

«PATUMBAH LIEGT AUF SUMATRA»

Das Schweizer Heimatschutzzentrum ist seit 2013 in der Villa Patumbah in Zürich zu Hause. Nun eröffnet es die Ausstellung «Patumbah liegt auf Sumatra» und nimmt die Vorgeschichte des extravaganten Baudenkmals unter die Lupe, thematisiert die kolonialen Verflechtungen seines Bauherrn und anderer Schweizer in Südostasien und blickt auf die aktuellen Herausforderungen im einstigen Tabak-Eldorado. Die Sonderausstellung ist bis Ende Mai 2021 zu sehen.

Bild: Villa Patumbah, Zürich. Hier ist seit 2013 das Heimatschutzzentrum zu Hause – Foto: © Mathias Arnold

Patumbah – was geheimnisvoll und exotisch klingt, ist nicht nur der Name der Villa, es ist auch ein Ort im Nordosten der Insel Sumatra. Dort hat der Bauherr Carl Fürchtegott Grob mit Tabakplantagen ein Vermögen verdient. Die Villa Patumbah (1883-1885) erinnert bis heute an den Sumatra-Heimkehrer, der wie viele andere Schweizer in Südostasien sein Glück suchte.

Als die Niederländer nach 1860 ihre Kolonien im Nordosten Sumatras für internationales Kapital öffneten, konnten sich auch Schweizer an der aufkommenden Plantagenwirtschaft beteiligen. Grob und sein Partner gehörten zu den ersten Tabakpflanzern in der Region. Diese erhielten einfach Zugang zu Boden, etablierten Machtstrukturen und ein ausbeuterisches System der Kontraktarbeit. Tausende von Arbeitern wurden aus China, Java und Indien nach Sumatra geholt, um auf den Plantagen zu arbeiten.

Fotos und Objekte von Sumatra-Schweizern

Die Ausstellung zeigt Fotografien und Objekte, die von Grob und anderen Sumatra- Schweizern als Souvenirs nach Hause gebracht worden sind und gibt Einblick in das Leben der «Pflanzer» und das System der Plantagenwirtschaft. Die sozialen und ökologischen Auswirkungen dieses riesigen kolonialen Agrar-Projekts sind heute noch spürbar: Die indonesische Journalistin Dyna Rochmyaningsih zeigt in einem Video Eindrücke aus dem heutigen Sumatra und berichtet von einer multiethnischen Gesellschaft und der Ambivalenz der heutigen Palmöl-Plantagewirtschaft.

Was die Villa erzählt

Auch die Villa selbst erzählt vom Leben ihres Bauherrn, der sich seinen Erfolg als Tabakpflanzer für alle sichtbar in Stein hat meisseln lassen: zu finden sind Darstellungen von Tabak, exotischen Tieren oder eine echte Riesenmuschel aus dem Indischen Ozean. Mit dem Patumbah-Guide lassen sich die am und um das Haus angelegten Geschichten erkunden.

shs

Rahmenprogramm

Das vielfältige Rahmenprogramm lädt dazu ein, Themen wie die Beziehungen von Grob und anderen Schweizern mit kolonialen Räumen oder den Rückgang des Regenwaldes durch die Plantagen zu vertiefen (mit Anmeldung).

Do, 1.10. um 17 Uhr: / Di, 13.10. um 18 Uhr: Zürcher Plantagenherren auf Sumatra, Referat

Mi 04.11. 14-16:30 Uhr: Offenes Kinderatelier «Sumatra in der Villa Patumbah»

Do, 12.11. um 18 Uhr: Zu Besuch im Botanischen Museum, Führung

So, 10.01. um 10.30 Uhr: Familienatelier «Zu Besuch bei den Orang-Utans im Zoo»

Do, 21.01. um 18 Uhr: Tabak: Kulturgeschichte einer Nutzpflanze, Referat

Mi, 17.03. um 18 Uhr: Zu Besuch im Botanischen Museum, Führung

So, 21.03. um 14 Uhr: Auf Spurensuche in der Villa Patumbah

Führungen jeden Donnerstag, 12.30-13 Uhr

Jeden letzten Sonntag des Monats 14-15 Uhr

Workshops für Schulklassen und private Führungen für Gruppen auf Anfrage.

Die Ausstellung «Patumbah liegt auf Sumatra» ist vom 8. Juli 2020 bis zum 30. Mai 2021 im Heimatschutzzentrum zu sehen. In Deutsch und Französisch (mit Handout in Englisch).

Öffnungszeiten: Mi, Fr, Sa 14-17 Uhr / Do und So 12-17 Uhr.

Kontakt:

http://www.heimatschutzzentrum.ch/index.php?id=2265&L=0

#SchweizerHeimatschutzzentrum #HeimatschutzZentrum #VillaPatumbah #Sumatra #CarlFürchtegottGrob #TabakSumatra #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

sumatra patumbah

Bild: Arbeiter beim Sortieren des Tabaks, 1898 – Foto: Stadtarchiv Zürich

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 8. Juli 2020
  • Museum, Ausstellung, Galerie

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