8. Juni 2026
LUGANO DANCE PROJECT 2026: «DANCE & HERITAGE – TANZ & KULTURELLES ERBE»
Vom Mittwoch, 10., bis am Sonntag, 14. Juni 2026, kehrt das Lugano Dance Project mit seiner dritten Ausgabe zurück. Das alle zwei Jahre stattfindende Festival für zeitgenössischen Tanz ist dem Dialog zwischen Tanz und kulturellem Erbe gewidmet. Kyle Abraham, Pina Bausch / Meryl Tankard, Cecilia Bengolea, Chiara Bersani, Hamdi Dridi, Ghida Hachicho, Trajal Harrell, Yasmine Hugonnet, Camilla Parini und Omar Rajeh: Das sind die Namen der Künstlerinnen und Künstler, die im Mittelpunkt des Geschehens stehen. Das Publikum erwarten fünf Festivaltage mit einem reichhaltigen Programm aus Veranstaltungen, ortsspezifischen Performances, Workshops, Begegnungen und Filmvorführungen, die in den Räumlichkeiten und Schauplätzen des LAC sowie in der Stadt Lugano stattfinden werden.

Bild: «Kontakthof – Echoes of ’78», Pina Bausch – Foto: © Karl-Heinz Krauskopf / LAC Lugano Arte e Cultura
Entstanden aus einer Idee von Carmelo Rifici und Michel Gagnon, mit Lorenzo Conti als Kurator, wird das Lugano Dance Project zum Abschluss einer Tanzsaison präsentiert, in der weltbekannte Ensembles auf dem Programm standen, was die klare Ausrichtung des LAC auf die Ausdrucksformen der zeitgenössischen Kunst bekräftigen soll.
In einem globalen Kontext, der von Kriegen, wirtschaftlicher Unsicherheit, Klimakrisen, sozialen Ungleichheiten und digitalen Umwälzungen geprägt ist, kündigt das Lugano Dance Project seine dritte Ausgabe an, die dem Thema «Tanz und kulturellem Erbe» gewidmet ist. Diese Zeit lädt dazu ein, sich zu fragen, was die Menschen künftigen Generationen hinterlassen werden und wie sie die Erinnerungen des Körpers und der Bewegung bewahren, weitergeben und neu erfinden können.
Wie lässt sich die Weitergabe von Tanz und Erfahrungswissen fliessend und zugänglich gestalten? Wie kann durch den Tanz ein Gefühl von Identität und Kontinuität entstehen? Und wie lassen sich neue Formen von Tanz und Erkenntnis erschaffen, indem kollektive oder individuelle, im Körper gespeicherte Erinnerungen mit unterschiedlichen kulturellen Elementen aus verschiedenen Gesellschaften oder – innerhalb derselben Gesellschaft – aus unterschiedlichen Gruppen oder sozialen Schichten miteinander verwoben werden?
Einige der Höhepunkte des Festivals
Das Festival wird am Mittwoch, den 10. Juni 2026, um 20 Uhr (Wiederholung am Donnerstag, den 11. Juni, um 21 Uhr, Sala Teatro LAC) mit der Schweizer Erstaufführung von «Kontakthof – Echoes of ’78» eröffnet, einem Stück, das von der australischen Choreografin Meryl Tankard konzipiert und inszeniert wurde. Fast fünfzig Jahre nach der Uraufführung von «Kontakthof», einer Kreation von Pina Bausch, die die Geschichte der modernen Choreografie geprägt hat, arbeitet Meryl Tankard – die bereits als Tänzerin in dem Stück mitwirkte – erneut mit einigen der Tänzer:innen zusammen, die mit der berühmten deutschen Choreografin, der Mutter des Tanztheaters, zusammengearbeitet haben, und sie schafft so eine intensive Reflexion über das Vergehen der Zeit. «Kontakthof – Echoes of ’78», eine Koproduktion des LAC mit zahlreichen internationalen Partnern, bringt einen Wunsch von Bausch selbst zum Ausdruck: Es wird nämlich erzählt, dass sich die Choreografin bereits während der Proben im Jahr 1978 vorstellte, dass dieselbe Gruppe von Tänzer:innen das Werk nach vielen Jahren neu interpretieren würde.
Am Donnerstag, den 11. Juni 2026, um 19 Uhr wird im Palazzo dei Congressi – nur wenige Tage nach seiner Weltpremiere bei den Wiener Festwochen – «Music Music Histoire(s) du Théâtre VII» von Trajal Harrell präsentiert, einem der prägenden Protagonisten der zeitgenössischen Tanzszene, der bereits 2018 von der Zeitschrift «Tanz» zum «Tänzer des Jahres» gekürt wurde. Ein intimes und intensives Solo über die Transformation von Körper, Herz und Gedanken. «Music Music», eine Koproduktion des LAC und zahlreicher internationaler Partner, ist das siebte Kapitel der Reihe «Historie(s) du Théâtre» und konzentriert sich auf die Musik als zentrales Element seiner künstlerischen Praxis.
Am Freitag, 12. Juni 2026, zwischen 15 und 18.30 Uhr, und am Samstag, 13. Juni, zwischen 10 und 18 Uhr (mit mehreren Vorstellungen) findet in der Sala Refettorio des LAC die Aufführung von «Je suisse (or not)» statt, ein Stück von und mit der Tessiner Künstlerin Camilla Parini. Produziert vom Kollektiv Treppenwitz, spielt die Performance zwischen Realität und Fantasie, zwischen der Unfähigkeit, sich selbst zu definieren, und dem Bedürfnis, von sich zu erzählen – und das, während sie eine Eisbärenhaut trägt.
Die Vorstellung, die für jeweils ein oder zwei Zuschauer:innen konzipiert ist, ist auf Italienisch, Französisch, Deutsch und Englisch zu sehen. Am Freitag, 12. Juni, um 19 Uhr und um 21:30 Uhr wird im Teatro Foce die Aufführung von «Our Times» gezeigt. Das Stück stammt von Yasmine Hugonnet, die für Konzept und Choreografie verantwortlich zeichnet. In dieser Inszenierung wird die Schweizer Tänzerin und Choreografin auf der Bühne von Stephanie Bayle und Ilaria Quaglia unterstützt, während Michael Nick mit Live-Musik für die klangliche Begleitung sorgt.
Yasmine Hugonnet hat gemeinsam mit Silvia Costa das Konzept und die Choreografie von «Parentèle – Première relation» entwickelt – zu sehen am Sonntag, den 14. Juni 2026, um 11 Uhr im Teatro Foce – das Ergebnis einer ersten künstlerischen Residenz, die im LAC stattfand. Ein Werk, das aus dem Bedürfnis heraus entstanden ist, die bestehende Kluft zwischen Beruf und Elternschaft zu hinterfragen und zu überwinden. Die Protagonistinnen sind Choreografinnen, die zugleich Mütter sind und gemeinsam mit ihren Kindern auf der Bühne stehen.
Das Festival endet mit einer Weltpremiere: Am Sonntag, 14. Juni 2026, um 16 Uhr findet auf der Bühne der Sala Teatro des LAC die Uraufführung von «White Space» von Kyle Abraham statt, einem visionären amerikanischen Choreografen, der es versteht, klassischen Tanz, zeitgenössischen Tanz und Hip-Hop zu vereinen und so einen einzigartigen Stil zu schaffen.
nk
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IT:
Al binomio danza ed eredità è dedicata la terza edizione di Lugano Dance Project, festival di danza contemporanea internazionale che dal 10 al 14 giugno 2026 trasformerà la città di Lugano in una grande vetrina per artisti e operatori da tutto il mondo. Nuove coproduzioni ideate da affermati talenti della scena coreutica mondiale, performance site-specific, workshop, incontri e proiezioni: un ricco palinsesto di eventi che si svolgeranno al LAC e in altri luoghi della città.
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Bild: Ausschnitt Plakat © https://www.luganolac.ch/it/lac/rassegne/lugano-dance-project/ldp-2026/home.html
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Kommentare von Daniel Leutenegger