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22. September 2020

DER SCHWEIZER FOTOGRAF MARC PROGIN SOLL IN HONGKONG NICHT STRAFRECHTLICH VERFOLGT WERDEN

Reporter ohne Grenzen (RSF) International und RSF Schweiz haben sich zum Fall des Schweizer Fotografen Marc Progin geäussert, dem in Honkong eine Strafe von einem Jahr Gefängnis wegen «Störung der öffentlichen Ordnung» droht.

Die Mitteilung von RSF im Wortlaut:

»

Schweizer Fotograf Marc Progin in Hongkong zu Unrecht strafrechtlich verfolgt

Genf, 22. September 2020 – RSF fordert das Justizministerium von Hongkong auf, die Anklage gegen den Schweizer Fotografen Marc Progin fallen zu lassen. Ihm droht ein Jahr Gefängnis wegen, wie es in der Anklage heisst, ‚Störung der öffentlichen Ordnung‘. Dies, weil er über eine gewalttätige Episode der letztjährigen Proteste berichtete.

Die Schweizer Sektion von RSF ihrerseits erwartet von den Schweizer Behörden, dass sie ihm sorgfältig und gewissenhaft allen Schutz gewähren, der ihren im Ausland strafrechtlich verfolgten Staatsangehörigen zusteht.

Der Schweizer Staatsangehörige Marc Progin, 75, wurde in einem Prozess zwischen dem 9. und 16. September wegen ‚Störung der öffentlichen Ordnung‘ angeklagt; dafür droht ihm eine einjährige Gefängnisstrafe. Er hatte am 14. Oktober 2019 am Rande einer Demonstration im Central District von Hongkong eine Gewaltszene dokumentiert. In einem von der Agentur Bloomberg online gestellten Video ist zu sehen, dass der Fotograf dabei unabsichtlich den Weg eines Mannes blockiert, der sich mit Demonstranten stritt und wenige Augenblicke später körperlich angegriffen wurde. Das Urteil wird für den 13. November 2020 erwartet.

‚Marc Progin dokumentierte die Szene lediglich als Fotograf, ohne die Absicht, mit den Protagonisten zu interagieren. Er hätte niemals strafrechtlich verfolgt werden dürfen‘, betonte Cédric Alviani, Leiter des Ostasienbüros von Reporter ohne Grenzen (RSF). Er forderte das Justizministerium von Hongkong auf, ‚diese eindeutig missbräuchlichen Verfolgungen einzustellen und nicht einen Präzedenzfall zu schaffen, der Fotojournalisten davon abhalten würde, sich bei Demonstrationen dem Geschehen anzunähern‘.

Der Neuenburger Marc Progin, der seit seiner Pensionierung als Uhrmacher als Fotograf tätig ist, hat sich mit seinen dokumentarischen Arbeiten über die Mongolei und China einen Namen gemacht und im vergangenen Jahr über pro-demokratische Demonstrationen in Hongkong berichtet. Sein Prozess erinnert an einen ähnlichen Prozess im August, bei dem zwei Journalisten wegen ‚Teilnahme an einem Aufstand‘ angeklagt wurden, weil sie einfach nur am Schauplatz der kurzen Besetzung des Hongkonger Legislativrats im Juni 2019 anwesend waren.

In einer gemeinsamen Erklärung vom August 2020 äusserten Reporter ohne Grenzen (RSF) und eine Koalition von NGOs ihre Besorgnis über den Rückgang der Freiheiten in Hongkong, darunter auch der Pressefreiheit, der sich nach der Verabschiedung des Gesetzes zur nationalen Sicherheit am 30. Juni noch beschleunigte.

Hongkong, einst eine Bastion der Pressefreiheit, ist in der RSF-Weltrangliste der Pressefreiheit von Platz 18 im Jahr 2002 auf Platz 80 im Jahr 2020 gefallen. Die Volksrepublik China ihrerseits stagniert bei 177 von 180.

»

Kontakt:

https://rsf-ch.ch/de/reporter-ohne-grenzen/

#ReporterOhneGrenzen #RSF #RSFSchweiz #MarcProgin #PressefreiheitHongkong #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

  

 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 22. September 2020
  • Journalismus

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