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3. Februar 2022

«JEAN-FRÉDÉRIC SCHNYDER»

Ausstellung im Kunstmuseum Bern, vom 4. Februar bis am 29. Mai 2022

Bild oben: Jean-Frédéric Schnyder, Dritchi VI, 1986, Öl auf Leinwand, 120 x 160 cm, Kunstmuseum Bern, Sammlung Toni Gerber, Bern, Schenkung 1993 © Jean-Frédéric Schnyder

Bild: Jean-Frédéric Schnyder, Lorrainebrücke, 28.07.1983, Öl auf vorgrundierter Leinwand, 60 x 42 cm, Kunstmuseum Bern, Sammlung Toni Gerber, Bern, Schenkung 1993 © Jean-Frédéric Schnyder

Bern feiert den bedeutenden Schweizer Künstler Jean-Frédéric Schnyder. Neben einer Einzelausstellung in der Kunsthalle Bern zeigt das Kunstmuseum Bern eine Accrochage aus den eigenen Sammlungsbeständen. Der Künstler selbst hat dafür eine Auswahl von 68 frühen Werken getroffen und sie in einer Gesamtinstallation arrangiert.

Der 1945 in Basel geborene und in Bern aufgewachsene Jean-Frédéric Schnyder kam in den 1960er-Jahren autodidaktisch zur Kunst. Bereits mit 24 Jahren wurden seine Arbeiten in Harald Szeemanns epochaler Ausstellung «When Attitudes Become Form» gezeigt.

Die Ausstellung im Kunstmuseum Bern konzentriert sich vor allem auf Frühwerke aus den Jahren 1967–1985, welche die Herausbildung seines Kunstbegriffs und seine verschiedenen Herangehensweisen dokumentieren. Den Schwerpunkt bilden seine vielfältigen Bildserien.

Alles ist bildwürdig

Nach Anfängen im Skulpturalen wendet sich Schnyder Anfang der 1970er-Jahre gemeinsam mit seiner Ehefrau, der Künstlerin Margret Rufener, der Malerei zu. Nach einem Do It Yourself-Kurs von Walter T. Forster malen sie gewissenhaft leicht bekleidete Frauen, traurige Clownsgesichter und schwülstige Sonnenuntergänge.

Zum «ernsthaften» Maler wird Schnyder erst ab 1982, als er sich ein Rennvelo und eine Staffelei kauft, damit die Umgebung von Bern erkundet und im Tagesrhythmus 126 Berner Veduten malt. Im Unterschied zu den Berner Kleinmeistern, auf die er sich in Motiv und Format lose bezieht, konzentriert sich Schnyder nicht nur auf pittoreske Ansichten, sondern zeigt ebenso Einkaufszentren, Bürogebäude und Strassenunterführungen.

Die Suche nach dem Schönen im Durchschnittlichen, Banalen und Alltäglichen ist nicht nur in den Berner Veduten Programm: Bereits seine Skulpturen und Objekte realisierte der Künstler in Materialien, die der seriösen Kunst fremd sind, und er verarbeitete Kaugummi, Plastik, Räucherstäbchen, Zinn und Bananenschachteln.

Er malt in seiner Karriere Autobahnen und Weichspüler-Flaschen, Mickey Mouse und seinen Hund Dritchi in Serie und in den unterschiedlichsten Kontexten stets mit dem Ziel, Werke zu schaffen, die «einfach schön sind und Freude machen», also authentische Gefühle auslösen. Sein Stil variiert dabei zwischen naturalistisch, expressiv und ungegenständlich, je nachdem, welche Bildsprache aus Sicht des Künstlers am besten zum dargestellten Gegenstand passt.

Bild: Jean–Frédéric Schnyder, Bundeshaus, 10.01.1983, Öl auf vorgrundierter Leinwand, 45 x 60 cm, Kunstmuseum Bern, Sammlung Toni Gerber, Bern, Schenkung 1983 © Jean–Frédéric Schnyder

Auf Schnyderscher Gratwanderung

Schnyders Oeuvre zeichnet sich durch eine nicht-elitäre Kunstauffassung und einen beharrlichen Widerstand zum Modischen aus. So erinnert die vom Künstler als grosse Installation arrangierte Ausstellung im Kunstmuseum Bern an ein Kuriositätenkabinett aus verschiedensten Werkgruppen und Schaffensphasen mit überzeitlicher Ausstrahlung. Sie nimmt BesucherInnen mit auf eine Schnydersche Gratwanderung zwischen Kitsch, Humor, Provokation und Ernsthaftigkeit und lädt zu einer intensiven Begegnung mit seinem künstlerischen Kosmos.

Verschiedene Führungen sowie zahlreiche Angebote für Kinder und Familien runden die Ausstellung ab.

kmb

Kuratorin: Kathleen Bühler

Kontakt:

https://www.kunstmuseumbern.ch/de/sehen/heute/1079-jean-frederic-schnyder-120.html

#JeanFrédéricSchnyder #KunstmuseumBern #KathleenBühler #KunsthalleBern #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

Kooperation MIT KUNSTHALLE BERN

In der Kunsthalle Bern wird vom 25. Februar bis am 15. Mai 2022 das aktuelle Schaffen Jean–Frédéric Schnyders zu sehen sein. Die Ausstellungen und das gemeinsam erarbeitete Begleitprogramm ermöglichen zusammen die bisher umfassendste Begegnung mit seinem Werk in Bern.

Kontakt:

https://kunsthalle-bern.ch/ausstellungen/2022/jean-frederic-schnyder/

Bild: Jean–Frédéric Schnyder, Dritchi VIII, 1986, Öl auf Leinwand, 159,7 x 120,1 cm, Kunstmuseum Bern, Sammlung Toni Gerber, Bern, Schenkung 1993 © Jean–Frédéric Schnyder

 

 

 

 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 3. Februar 2022
  • Museum, Ausstellung, Galerie

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