5. März 2022
DER DEUTSCHE ROMANIST UND GERMANIST, ESSAYIST UND LYRIKER HARALD WEINRICH IST GESTORBEN
Der am 24. September 1927 in Wismar geborene deutsche Romanist, Germanist, Linguist und Literaturwissenschaftler, Schriftsteller, Essayist und Lyriker Harald Weinrich (Bild) ist am 26. Februar 2022 in Münster gestorben. Seine beiden Textgrammatiken der französischen (1982) und der deutschen Sprache (1993) gelten als Standardwerke. Weinrich war Initiator des Adalbert-von-Chamisso-Preises für deutschschreibende Autorinnen und Autoren nichtdeutscher Herkunft. 1992 wurde er zum Professor am Pariser Collège de France ernannt, wo er als erster deutscher Wissenschaftler bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1998 lehrte.

Foto: © Universität Bielefeld, https://aktuell.uni-bielefeld.de/2022/03/02/die-universitaet-bielefeld-trauert-um-professor-harald-weinrich/ (Ausschnitt)
Das Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) trauert um Prof. Dr. Harald Weinrich (1927-2022)
Wie die Grenzen zwischen den Disziplinen überwand er auch die zwischen akademischer Forschung und Praxis und stieß an, dass die Linguistik eine Disziplin wurde, die sich auch damit befasste, zum Beispiel Gespräche zwischen Ärzt*innen und Patient*innen zu analysieren, um zu ihrer Verbesserung beizutragen.
https://www.uni-bielefeld.de/(de)/ZiF/Allgemeines/nachruf-weinrich.html
Das Institut für Deutsch als Fremdsprache nimmt Abschied von seinem Gründer
Mit dem Tode von Harald Weinrich verliert das Institut nicht nur seinen Gründer und langjährigen Unterstützer, sondern die Wissenschaftsgemeinde verliert damit auch einen der letzten universalen Philologen, der nicht nur in der Romanistik und Germanistik, sondern auch in Literatur- und Sprachwissenschaft in gleichem Maße zu Hause war und ein großartiges und lange nachwirkendes Oeuvre hinterlassen hat.
https://www.daf.uni-muenchen.de/aktuelles/aktuelles/nachruf/index.html
Kunst des Vergessens
Wer etwas Neues schaffen wolle, müsse Altes vergessen, lehrt Weinrich, zugleich aber gebe es kein Vergessen ohne Erinnern. Denn wer sich erinnere, fasse das Vergangene in einem Bild zusammen, und das sei ohne Vergessen nicht möglich.
Thomas Steinfeld
Schwarze Milch ist keine Lüge
Der Romanist Harald Weinrich war ein Sprachwissenschaftler, wie es sie heute kaum noch gibt: Er machte auf kühne Weise literarurwissenschaftliche Erkenntnisse auch für die Linguistik nutzbar – von Saussure zu Paul Celan und zurück.
Andreas Kablitz
Germanistisch-romanistische Doppelkultur
Er war ein Sprachgelehrter von europäischem Rang, der ein ganzes Fach aus der Taufe hob.
Niklaus Bender
Er gehörte zu den belesensten Literaturwissenschaftern unserer Zeit. Seine Bücher blieben dennoch schmal und waren ein umso grösseres Vergnügen.
Roman Bucheli
https://www.nzz.ch/feuilleton/zum-tod-des-romanisten-harald-weinrich-ld.1672722?reduced=true
Videos:
Le Temps, Canal U, Fondation maison des sciences de l’homme, Harald Weinrich, 2006
https://www.canal-u.tv/chaines/fmsh/weinrich-harald/le-temps
Harald Weinrich – Prix Européen de l’Essai 2013
https://vimeo.com/165015665?embedded=true&source=vimeo_logo&owner=36986690
Mehr:
https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&query=11863030X
https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/person/gnd/11863030X
https://www.landesbibliographie-mv.de/REL?PPN=235680710
https://de.wikipedia.org/wiki/Harald_Weinrich
#HaraldWeinrich #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+
Kommentare von Daniel Leutenegger