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24. Januar 2023

STIFTUNG FÜR KUNST, KULTUR UND GESCHICHTE (SKKG): PROVENIENZFORSCHUNG UND UNABHÄNGIG ENTSCHEIDENDE KOMMISSION

Die Provenienzforschung hat in der Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte (SKKG) einen hohen Stellenwert. Ein siebenköpfiges Team unter der Leitung von Carolin Lange und Thomas Schmutz prüft derzeit in einer Initiierungsphase (Juli 2022 bis Dezember 2023) bis zu 700 Gemälde in einem Erstcheck. Eine unabhängige Kommission unter dem Präsidium von Andrea Raschèr entscheidet über den Umgang mit den Ergebnissen der Provenienzforschung. Grundlage für die Arbeit der unabhängigen Kommission sind die Grundsätze der Stiftung im Umgang mit NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturgütern und eine Geschäftsordnung.

Bild: Einblick in ein Depot der SKKG – Foto: © Bruno Augsburger, https://www.skkg.ch/stories/provenienzforschung-bei-der-skkg-2 

Die Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte (SKKG) «pflegt gemäss ihrer statutarischen Zweckbestimmung Kunst, Kultur und Geschichtswerte, fördert die Besinnung auf dieselben und trägt dazu bei, diese Werte der Öffentlichkeit zu vermitteln», wie sie auf ihrer Webseite schreibt. Und weiter: «Die Stiftung sieht sich hinsichtlich des ihr zugeflossenen Vermögens in der Verantwortung. Dazu nimmt sie unter anderem die Klärung der Provenienzen der in ihrem Vermögen vorhandenen Kulturgüter vor und sucht aktiv nach potentiellen vormaligen EigentümerInnen bzw. deren RechtsnachfolgerInnen.»

Die Stiftung veröffentlicht die Ergebnisse ihrer Untersuchungen zusammen mit den für das Verständnis notwendigen Grundlagen. Sie sieht in der Aufarbeitung der Provenienz auch das Potential für eine gesellschaftliche Diskussion zur Frage von Geschichte und Verantwortung.

Bei Kulturgütern, die NS-verfolgungsbedingt entzogen wurden und bislang nicht zurückgegeben werden konnten, bestehen bei einer traditionell-rechtlichen Betrachtung meist keine durchsetzbaren Ansprüche. Aber: «Die Stiftung fühlt sich ethisch verpflichtet, die vormalige Eigentümerstellung und die Entzugsumstände durch faire und gerechte Lösungen zu würdigen.»

Zweistufiges Verfahren

Die Stiftung hat ein zweistufiges Vorgehen gewählt und dazu zwei voneinander unabhängige Einrichtungen bestimmt:

  • Die internen Provenienzabklärungen und -untersuchungen werden von einer externen Projektleitung (Leitung Provenienzforschung der SKKG) geleitet und geprüft. Letztere unterbreitet ihre Ergebnisse einer vom Stiftungsrat eingesetzten Kommission.
  • Diese Kommission mit dem Namen «Unabhängige Kommission der Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte zur Klärung NS-verfolgungsbedingter Ansprüche» (Unabhängige Kommission SKKG) soll weisungsunabhängig sein. Sie trifft ihre Entscheide selbständig und unabhängig vom Stiftungsrat und der mit der Provenienzabklärung betrauten Einrichtung. Ihre für die Stiftung verbindlichen Entscheide trifft sie im Rahmen der Leitlinien – ex aequo et bono.

Quelle / Kontakt:

https://www.skkg.ch/stories/provenienzforschung-bei-der-skkg-2

Mehr:

Provenienzforschung: Eine Kulturstiftung will Pionierin werden

Wie soll mit Kunstwerken umgegangen werden, die jüdischen Sammlern im NS-Regime entzogen wurden? Die Schweizer Stiftung SKKG richtet dafür eine unabhängige Kommission ein und gibt ihr weitreichende Kompetenzen.

Ellinor Landmann

https://www.srf.ch/kultur/kunst/wie-umgehen-mit-raubkunst-provenienzforschung-eine-kulturstiftung-will-pionierin-werden

Auf ch-cultura.ch u.a. erschienen:

https://www.ch-cultura.ch/kulturfoerderung-kulturvermittlung-kultur-und-medienpolitik/explosive-schaetze-unter-dem-verwunschenen-schloss-brestenberg

#SKKG #Stiftung fürKunstKulturundGeschichte #Provenienzforschung #CarolinLange #ThomasSchmutz #AndreaRaschèr #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 24. Januar 2023
  • Kulturförderung, Kulturvermittlung, Kultur- und Medienpolitik

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