Bei den ersten drei Konzerten des Lucerne Festival Orchestra zu Beginn des Sommer-Festivals 2023 kommt es zu einer Umbesetzung am Dirigentenpult. Chefdirigent Riccardo Chailly musste sich aufgrund einer plötzlichen Erkrankung einer Operation unterziehen und kann nicht nach Luzern kommen. Paavo Järvi und Andrés Orozco-Estrada übernehmen seine Konzerte.

Bild: Das Lucerne Festival Orchestra und Chefdirigent Riccardo Chailly, 2022 © Priska Ketterer / Lucerne Festival
Alle drei Konzerte können stattfinden: Paavo Järvi wird sowohl den Eröffnungsabend am 11. August als auch die zweite Aufführung am 12. August leiten. Am 11. August erklingt, wie geplant, Mahlers grossangelegte Dritte Sinfonie; am Folgetag spielt dann Maria João Pires neu Mozarts leidenschaftliches Jenamy-Konzert, ein Paradestück des musikalischen «Sturm und Drang», bevor Järvi nach der Pause Brahms’ Vierte Sinfonie dirigiert. Paavo Järvi, der seit 2019 als Chefdirigent des Tonhalle-Orchesters Zürich amtiert und ausserdem die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen und das Pärnu Music Festival in seiner estnischen Heimat leitet, wird für seinen unkonventionellen, frischen Zugang zum Kernrepertoire gerühmt. Järvi ist mit diesen beiden Aufführungen erstmals beim Lucerne Festival Orchestra zu Gast.
Für das Konzert am 16. August konnte das Festival Andrés Orozco-Estrada gewinnen. Der 45jährige Kolumbianer, der seit vielen Jahren in Wien lebt, sprang bereits beim Mendelssohn-Fest im Frühjahr 2023 für Riccardo Chailly ein und begeisterte das Luzerner Publikum u. a. mit seiner ebenso feurigen wie beseelten Interpretation der Lobgesang-Sinfonie. Orozco-Estrada war langjähriger Chefdirigent des hr-Sinfonieorchesters in Frankfurt und des Houston Symphony Orchestra und dirigierte bereits alle grossen internationalen Sinfonieorchester, von Wien und Berlin bis New York und Boston. Das Konzert mit dem Lucerne Festival Orchestra eröffnet er mit Rachmaninows Rhapsodie über ein Thema von Paganini; den wegen seiner immensen Schwierigkeit gefürchteten Klavierpart spielt die italienische Virtuosin Beatrice Rana. Passend dazu steht nach der Pause Berlioz’ Symphonie fantastique auf dem Programm: Wie die Rachmaninow-Rhapsodie erzählt auch sie eine Künstlergeschichte und setzt das mittelalterliche Dies-irae-Motiv prominent ein.
Die Karten behalten ihre Gültigkeit.
Quelle / Mehr:
https://www.lucernefestival.ch/de/news/210
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Kommentare von Daniel Leutenegger