Beim Schweizer Online-Magazin «Republik» ist es zu einem Datenleck gekommen: «Es sind Nutzer:innendaten, aber keine Kreditkarteninformationen abgeflossen», heisst es auf der Webseite des seit 2018 erscheinenden Magazins, das sich für den Vorfall «in aller Form entschuldigt» und offene Information über Vorfall und Folgen anbietet und für die Zukunft verspricht.

Bild: © «Republik», https://www.republik.ch/datenschutz
Eine E-Mail hat am späten Donnerstagabend viele der «Republik» Zugewandte aufgeschreckt: Es ging an alle ehemaligen und aktuellen Abonnent:innen.
Aus diesem Schreiben, das auch hier eingetroffen ist:
«Es tut uns leid, dass wir Sie über einen Sicherheitsvorfall informieren müssen, der auch Ihre Daten betrifft.
Was passiert ist
Unbekannte haben eine Sicherheitslücke in einem Analysewerkzeug (Metabase) ausgenutzt, das wir verwenden. So haben sie zwischen August und Mitte Oktober 2026 Lesezugriff auf eine Kopie unserer Datenbank erlangt. Betroffen sind Kontakt- und Verhaltensdaten unserer Leserinnen und ehemaligen Leser, nicht jedoch Passwörter oder Zahlungsdaten.
Wir haben den Vorfall am 14. Oktober 2026 entdeckt, den Zugang umgehend geschlossen und am Morgen des 15. Oktober den Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (Edöb) informiert.
Welche Daten betroffen sind
Nachweislich abgerufen haben die Angreifer:innen folgende Daten aller Nutzer:innen: Name, E-Mail-Adresse, Postadresse, Telefonnummer und Geburtsjahr, sofern sie diese bei uns hinterlegt haben, sowie Angaben zu ihren Abos und Käufen.
Zusätzlich haben sie aus allen weiteren Bereichen unserer Datenbank Stichproben abgerufen, darunter Kommentare im Dialog, Lesepositionen und andere Einstellungen. Ob Ihre Daten in diesen Stichproben enthalten sind, können wir nicht in jedem Fall feststellen.
Falls Sie im Dialog anonym kommentiert haben: Die Angreifer:innen hatten Zugriff auf die Daten, die Ihre Kommentare mit Ihrem Konto verknüpfen. Wir können deshalb nicht ausschliessen, dass sie wissen, welche anonymen Kommentare von Ihnen stammen.
Nicht betroffen sind Zahlungsdaten wie Kreditkarteninformationen. Auch Passwörter sind nicht auf unserer Datenbank gespeichert.»
«Zwei Punkte wiegen besonders schwer», hält die «Republik» fest:
«Der erste betrifft Kommentare, die im Dialog anonym verfasst worden sind. Die Kommentare selbst sind öffentlich. In unserer Datenbank ist aber festgehalten, wer sie geschrieben hat. Wer diese Verknüpfung kennt, kann einen anonymen Kommentar einer Person zuordnen. Betroffen wären im schlimmsten Fall rund 2’300 Personen. Kommentare enthalten oft politische Ansichten, und die gelten nach dem Datenschutzgesetz als besonders schützenswert (Art. 5 Bst. c Ziff. 1 DSG). Das ist auch der Hauptgrund, warum wir den Vorfall dem Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten gemeldet haben.
Der zweite betrifft Abstimmungen und Wahlen der Genossenschaft. Wie Sie abgestimmt haben, ist in unserer Datenbank mit Ihrem Konto verknüpft. Auch hier ist nur eine Stichprobe belegt, aber die Angreifer:innen könnten auf alle Abstimmungsdaten zugegriffen haben.»
Die «Republik» warnt: «Es kann auch passieren, dass Sie gefälschte Nachrichten im Namen der ‹Republik› per E-Mail, SMS oder Telefon erhalten. Diese können echt wirken, weil die Absender:innen Ihren Namen, Ihre Adresse und Ihr Abo kennen.»
Weitere Informationen sind fortlaufend auf der Webseite der «Republik» zu finden:
https://www.republik.ch/2026/10/15/hacker-erbeuten-republik-nutzerdaten
dlb
#Republik #RepublikGehackt #HackRepublik #DatenleckRepublik #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+
Kommentare von Daniel Leutenegger