12. Mai 2026
«HÜHNER – UNTERSCHÄTZTES FEDERVIEH»
Sonderausstellung im Naturmuseum Solothurn, bis am 18. Oktober 2026

Bild: Ausschnitt Plakat «Hühner», © Naturmuseum Solothurn / Nina Waser, 2026
Viele Menschen kennen das Huhn vor allem als Spiegelei oder Chicken Nugget, doch das Wissen über eines unserer wichtigsten Nutztiere ist oft rudimentär. Die Sonderausstellung blickt über den Tellerrand hinaus und beleuchtet die Lebensweise der Tiere, ihre Ansprüche, die Zuchterfolge wie auch ihre Abstammung und schlägt einen Bogen zur zunehmend steigenden Bedeutung als Nahrungsmittellieferant.
Eine breite Palette an Hühnerrassen
Ob als Kämpfer, zum Eierlegen oder als Zierform – die Zucht der aus Asien stammenden Wildform unseres Haushuhnes hat einen langen Weg hinter sich. Vor zirka 3’500 Jahren hat sich der Mensch das Huhn zunutze gemacht. Aufgrund seines kämpferischen Wesens spielte es eine wichtige symbolische Rolle in verschiedenen Kulturen. Auch in unserem Sprachgebrauch ist das Huhn nicht mehr wegzudenken: Den Hühneraugen, dem Wasserhahn oder dem «dummen Huhn» begegnen wir im Alltag immer wieder.
Heute gibt es in Europa etwa 200 Hühnerrassen, weltweit dürften es rund 500 sein: Von Zwerghühnern über Paduaner oder Malaien ist eine kleine Auswahl dieser bunten Vielfalt in der Ausstellung zu bewundern.
Vom Wildtier über das Hoftier bis zum Stallhuhn
Die Entwicklung des Huhns ist einzigartig. Im Vergleich zu anderen Haus- und Nutztieren wie Hund, Schaf oder Katze wurde es vergleichsweise spät domestiziert. Dennoch hat es sich zum häufigsten Nutztier entwickelt und gilt heute als zahlenmässig häufigster Vogel der Welt.
In der modernen Gesellschaft begegnet uns das Huhn vor allem als jederzeit verfügbares Lebensmittel. Durch gezielte Zucht wurde das einstige Wildhuhn und spätere Hofhuhn in den vergangenen Jahrzehnten stark auf Leistung optimiert – und wurde zum Stallhuhn. So erreichte im Jahr 2021 der Bestand an Nutzhühnern in der Schweiz einen Rekord von knapp 15 Millionen Tieren. Konsumiert werden in der Schweiz durchschnittlich fast 200 Eier und 15 Kilogramm Pouletfleisch pro Kopf und Jahr. Dabei stammt nur rund zwei Drittel des in der Schweiz gegessenen Pouletfleischs aus Schweizer Produktion, mit steigender Tendenz. Ein Drittel stammt aus ausländischer Produktion, allen voran aus Brasilien.
Erstaunen mag, dass die auf Höchstleistung getrimmten Lege- und Masthühner immer noch Verhaltensweisen und Merkmale ihrer wilden Vorfahren zeigen, wenn man sie denn lässt. Artgerechte Haltungsbedingungen werden in den letzten Jahren vermehrt wieder verlangt, so dass das Stallhuhn wieder häufiger Auslauf erhält.
Ergänzendes spielend erfahren
Dass die Hühner nicht nur krähen oder gackern, kann an einer Audiostation angehört werden. Ihr Wortschatz besteht aus mindestens 20 Botschaften. Und auch Fake-News kennen sie: So lockt ein Hahn die Hennen mit dem Futterruf zu sich. Doch erwartet sie dort nicht ein gefüllter Napf sondern ein paarungswilliger Hahn.
Zum Ausstellungsabschluss werden Besuchende dazu eingeladen, ein Ei nach ihrem Bedürfnis zu «kaufen». So kann ausgewählt werden zwischen Bio-Ei, Ei aus der Freilandhaltung, der Bodenhaltung, einem Importei oder einem veganen Eiersatz. Ein partizipatives Element, mit dem sich das Kaufverhalten der Besuchenden abbilden lässt.
Insbesondere jüngere Besucherinnen und Besucher können den in der Ausstellung markierten «Hühnerstall» mit einem selbstausgemalten Huhn füllen. Das Museum hofft dabei auf eine bunte Palette an Kunstwerken.
Die Ausstellung stammt vom Museum zu Allerheiligen Schaffhausen und vom Naturmuseum Thurgau.
nms
Kontakt:
https://naturmuseum-so.ch/ausstellungen/aktuelle-sonderausstellung

Bild: Aus der Ausstellung «Hühner» – Foto: © Naturmuseum Solothurn, 2026
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Kommentare von Daniel Leutenegger