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28. Mai 2026

«VERNER PANTON. FORM, FARBE, RAUM»

Ausstellung im Vitra Design Museum, Vitra Schaudepot Weil am Rhein (D), bis am 9. Mai 2027

Bild: Installationsansicht
 «Verner Panton. Form, Farbe, Raum», Design von Verner Panton 
© Verner Panton Design AG
 – Foto: Vitra Design Museum / Franz Wamhof, 2026

Er liess Stühle schweben und verwandelte Räume in farbige Landschaften: Kaum ein Gestalter hat das Design der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts so geprägt wie Verner Panton (1926–1998). Zum 100. Geburtstag des dänischen Designers und Architekten widmet das Vitra Design Museum ihm eine umfassende Retrospektive im Vitra Schaudepot.

Die Ausstellung «Verner Panton. Form, Farbe, Raum» beleuchtet Pantons Werk in seiner ganzen Breite: von ikonischen Entwürfen wie dem Panton Chair, dem Cone Chair oder der Flowerpot-Leuchte über visionäre Wohnlandschaften bis hin zu selten gezeigten Möbeln und Architekturprojekten. Eine begehbare Rekonstruktion (Edition 1/8) der legendären Fantasy Landscape von 1970 macht Pantons Raumverständnis unmittelbar erfahrbar und lädt dazu ein, in seine skulpturalen, farbintensiven Welten einzutauchen.

Als Absolvent des Studiengangs Architektur an der Königlich Dänischen Kunstakademie in Kopenhagen war Verner Panton eigentlich in der Tradition des dänischen Möbeldesigns verwurzelt und sammelte erste Berufserfahrung im Büro des bekannten Architekten Arne Jacobsen. Doch schon früh orientierte er sich in eine andere Richtung: ab Ende der 1950er-Jahre entwickelte Panton radikal neue Raumkonzepte, in denen Farbe, Textilien und Licht eine tragende Rolle spielten.

Bild: Installationsansicht
 «Verner Panton. Form, Farbe, Raum», Design von Verner Panton 
© Verner Panton Design AG
 - Foto: Vitra Design Museum / Franz Wamhof, 2026

Bild: Installationsansicht
 «Verner Panton. Form, Farbe, Raum», Design von Verner Panton 
© Verner Panton Design AG
 – Foto: Vitra Design Museum / Franz Wamhof, 2026

Mit Schaukeln und Wohntürmen erfand er neue, spielerische Formen der Raumnutzung, mit Licht und geschickt eingesetzten Farbskalen modulierte er Stimmung und Charakter seiner Interieurs. Diese Wohnwelten spiegelten das neue, unbeschwerte Lebensgefühl der Nachkriegsjahre, doch gleichzeitig verfügte Panton über die Präzision eines Industriedesigners.

Bestes Beispiel dafür ist der Panton Chair, dessen Grundidee der Designer schon Mitte der 1950er-Jahre entwickelte und später mit der Firma Vitra zur Serienreife brachte. Als erster hinterbeinloser Stuhl aus einem Stück Kunststoff war der Panton Chair 1967 eine technische Meisterleistung und sorgte sofort für Aufsehen in den internationalen Medien.

Für die Ausstellung «Visiona II» schuf Panton eine seiner bekanntesten Installationen, die organisch geformte Fantasy Landscape (1970). Sie entstand im Auftrag der Firma Bayer und sollte die Möglichkeiten neuer Synthetikstoffe demonstrieren. Panton wusste die neuen Materialien so zu nutzen, dass mit der «Visiona II» ein Gesamtkunstwerk entstand, welches die Möglichkeiten des Wohnens radikal neu dachte und heute als Meilenstein des modernen Designs gilt.

Die chronologisch gegliederte Ausstellung zeigt, wie systematisch Verner Panton seine gestalterischen Vorstellungen verfolgte. Schon die ersten Interieurs in den 1950er-Jahren waren selbstbewusste, farbenfrohe Statements, mit denen er sich von den skandinavischen Designtraditionen emanzipierte. Pantons Zusammenarbeit mit der Firma Pluslinje führte zu den ersten international bekannten Sitzmöbeln wie dem tütenförmigen Cone Chair. In den 1960er- und 1970er-Jahren bildeten sich mehrere Schaffensbereiche heraus, darunter Wohnlandschaften und private Interieurs, modulare Möbelsysteme, Textilien, Leuchten und experimentelle Architekturen.

Mit Projekten wie dem Panton Chair wurde der Designer international bekannt, es folgten Grossaufträge wie die «Visiona»-Ausstellungen (1968 und 1970), die Einrichtung des Spiegel-Verlagshauses in Hamburg (1969) oder das Restaurant Varna (1971) in Aarhus. Hier konnte Panton die ganze Bandbreite seines Schaffens zeigen und zu einzigartigen Raumkunstwerken verbinden. Das Spätwerk der 1980er- und 1990er-Jahre verdeutlicht, wie er seine Formensprache stetig weiterentwickelte, seinen Grundthemen wie Farbe und einem spielerischen Gestaltungsansatz aber weiterhin treu blieb.

Eingebettet sind die Exponate in eine Ausstellungsarchitektur, die Pantons immersive Räume zitiert – ein farbiges Band durchzieht das gesamte Schaudepot und versetzt die Gäste selbst in eine Panton-Welt aus abgestuften Farbskalen. Alle Objekte stammen aus dem Panton-Archiv im Vitra Design Museum, welches Möbel, Prototypen, Modelle sowie mehr als 40’000 Dokumente umfasst, darunter über 20’000 Pläne und Zeichnungen. Auf dieser Grundlage kann die Ausstellung Werke aus allen Schaffensperioden Pantons präsentieren und ermöglicht einen differenzierteren Blick auf Panton als bisher.

So wird beispielsweise Pantons unrealisiertes architektonisches Werk erstmals ausführlicher gezeigt, und bei vielen Designprojekten wird der Entwurfsprozess beleuchtet. Die Ausstellung entstand in enger Zusammenarbeit mit der Verner Panton Design AG, die sämtliche Rechte am Werk Pantons hält. Sie wirft ein neues Licht auf einen Designer, dessen optimistischer Zukunftsglaube uns heute fern erscheint und doch nichts von seiner Faszination verloren hat.

Kuratorinnen: Susanne Graner, Nina Steinmüller

vmw

Kontakt:

https://www.design-museum.de/en/exhibitions/current-exhibitions.html

Bild: Installationsansicht
 «Verner Panton. Form, Farbe, Raum», Design von Verner Panton
 © Verner Panton Design AG
 – Foto: Vitra Design Museum / Franz Wamhof, 2026

#VernerPanton #VernerPantonFormFarbeRaum #VitraDesignMuseum #SusanneGraner #NinaSteinmüller #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 28. Mai 2026
  • Bildende Kunst, Fotografie, Grafik, Architektur, Design, Museum, Ausstellung, Galerie

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