17. September 2010
anna keel gestorben
Die Malerin Anna Keel ist im Alter von 70 Jahren in Zürich gestorben. Dies teilte der Diogenes-Verlag in Zürich mit. Die Ehefrau des Diogenes-Verlegers Daniel Keel, die Friedrich Dürrenmatt einst als «Muse des Diogenes-Verlags» bezeichnet hatte, widmete sich vor allem der Porträt-Malerei.

Bild: Copyright © Christian Altorfer
In den vergangenen Jahren habe sie vor allem Stillleben und Interieurs geschaffen, heisst es in der Mitteilung des Verlages.
«In diesem Jahrhundert sind 90 Prozent der Erfindungen gemacht worden, und ich verbringe den Nachmittag in Gesellschaft von zwei Zitronen.» (Anna Keel)
Obwohl sie ihrem Beruf eine absurde Seite nicht absprechen konnte, malte Anna Keel, seit sie nach dem Sekretärinnenkurs ihre erste Stelle in einer Zürcher Galerie antrat und «aus Langeweile begann, die aufgehängten Bilder abzuzeichnen und die wenigen Kunden zu karikieren». Nach Au-pair-Stellen in Paris und London, wo sie nachmittags die Hammersmith School of Art & Building besuchte, wurde sie in Zürich Schülerin des Malers Albert Pfister. Es folgten Ausstellungen in Zürich, München, Mailand und im Essener Folkwang-Museum. Auch im «Salon d’Automne» und im Musée des Arts Décoratifs in Paris waren ihre Bilder zu sehen. 1984 erhielt sie ein Stipendium der Akademie der Künste in Berlin.
Quellen: Diogenes Verlag / dpa
http://www.diogenes.ch/leser/autoren/illustrator/a-z/k/keel_anna/biographie

Anna Keel
Bilder und Zeichnungen
Eine Porträtgalerie durchschauter Mitmenschen
Das erste Buch mit Werken von Anna Keel, die am liebsten Mitmenschen porträtierte. «Jemand zu porträtieren», sagte sie, «hat etwas von einer Sitzung beim Psychiater, schon weil man auch hier nicht genau weiss, wer der Arzt ist und wer der Patient. Jemand hat einmal gesagt, ein gutes Porträt sei immer auch ein Selbstporträt.»
Diogenes-Verlag
Kommentare von Daniel Leutenegger