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14. August 2019

DER SCHWEIZER FOTOGRAF, KAMERAMANN UND FILMREGISSEUR ROB GNANT IST GESTORBEN

Der am 8. August 1932 in Luzern geborene Schweizer Fotograf, Kameramann und Filmregisseur Rob Gnant (Bild) ist am 4. August 2019 in Zürich gestorben, wie erst jetzt bekannt wird.

Bild: Selbstportrait Rob Gnant, 2006, http://web.archive.org/web/20150219130216/http://robgnant.ch/lg_de/index.html

Rob Gnants Fotografie steht in der Tradition des wirklichkeitsnahen und gesellschaftskritischen Bildjournalismus, dem kein Bereich des Alltags fremd oder unwichtig ist.

Während heute viele Medien immer Extremeres als alltäglich präsentieren, zeigen Gnants Bilder das Aussergewöhnliche im Alltäglichen, das Schöne im Gewöhnlichen. Sein Blick ist nicht einfach sachlich, sondern von einer manchmal kühnen, meist aber klassisch strengen Ästhetik durchdrungen. Im Zentrum von Rob Gnants Fotografien stehen Menschen, die der Künstler in ihren Lebens- und Arbeitsräumen zeigt.

Rob Gnant wurde 1932 in Luzern geboren. Nach einer Fotografenlehre erregte er als 20jähriger Aufsehen mit einer Reportage aus den Kohlebergwerken im belgischen Borinage. Entdeckt und gefördert von Arnold Kübler und Gotthard Schuh, sicherte er sich als Mitarbeiter der Illustrierten «Die Woche«, der »Neuen Zürcher Zeitung« und der Zeitschrift »DU« einen Platz in der ersten Reihe der Schweizer Pressefotografen. Seit 1962 hat sich Rob Gnant auch als Kameramann von sechsundzwanzig Dokumentar- und fünf Spielfilmen (u.a. von Alexander J. Seiler, Richard Dindo, Rolf Lyssy) einen Namen gemacht. Ende 2003 würdigte die Fotostiftung Schweiz in Winterthur sein fotografisches Werk mit der Doppel-Ausstellung »Fokus 50er Jahre. Yvan Dalain, Rob Gnant und ‚Die Woche'».

http://web.archive.org/web/20150219130216/http://robgnant.ch/lg_de/index.html

Es waren die 50er-, 60er- und 70er-Jahre, das goldene Zeitalter der Bildzeitschriften. Bald fotografiert Rob Gnant für «Die Woche», das «DU» und die Bildbeilage der «NZZ». Seinen Jugendtraum erfüllte er sich in den 60er-Jahren: Er begann als Kameramann, Dokumentarfilme zu drehen. 31 sind es bis zum Schluss geworden, darunter 1964 der erste schweizerische Gastarbeiterfilm «Siamo italiani». Das Filmen drängte sein fotografisches Wirken ein wenig in den Hintergrund. «Dabei war für mich stets beides gleichwertig», sagt Gnant, «ich war sowohl Fotograf als auch Kameramann.»

Werner Schüepp

https://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/bellevue/Im-Hinterhof-des-Zuercher-Lebens/story/16858953

Seine häufig in Schwarz-Weiss gehaltenen Bilder sind durchdrungen von hoher ästhetischer und dokumentarischer Qualität und stehen in der Tradition des wirklichkeitsnahen und gesellschaftskritischen Bildjournalismus. Während 20 Jahren, von 1953 bis 1973, war Gnant freier Mitarbeiter der Illustrierten «Die Woche», für die zahlreiche Fotoreportagen entstanden. Schwerpunkte bildeten dabei die verschiedenen Arbeitswelten, die Aussenseiter der Gesellschaft sowie das Leben auf dem Land. Gnant lenkt den Blick der Betrachter auf das Aussergewöhnliche und Schöne im Alltäglichen. Brisante Themen von damals – der Gegensatz von Stadt und Land, die Verstädterung der Schweiz und die Neuerungen nach dem Krieg – beschäftigten den Fotografen.

https://www.stadt-zuerich.ch/ted/de/index/oeffentlicher_raum/kunst_oeffentlicher_raum/initiieren_produzieren/aaa/rob_gnant.html

 —

Der Fotograf hinterlässt ein Werk mit über 200’000 Negativen

Gnant habe mit seiner Fotografie das Anliegen verfolgt, Soziales mit Ästhetischem zu verknüpfen, schreibt die Stadt Zürich auf ihrer Webseite. Fachleute bezeichnen ihn als «Van Gogh der Fotografie».

chk/sda

https://www.derbund.ch/der-van-gogh-der-fotografie-ist-tot/story/16344153

«Die Armut hat ihn stark geprägt»

Peter Pfrunder im Interview mit SRF: «Er war ein bescheidener Mensch und hat sich nicht zu ernst genommen. Er war humorvoll, hat gerne Geschichten erzählt, sich aber nie in den Vordergrund gedrängt. Man musste ihm die Geschichten manchmal auch entlocken. Er war eher ein spröder Typ, aber wenn er mal in Fahrt kam, gingen die Geschichten los.»

mata/bera

https://www.srf.ch/kultur/kunst/schweizer-fotograf-gestorben-rob-gnant-suchte-nicht-den-augenblick-sondern-die-erzaehlung

«Ich war kein Heckenschütze»

Er zählte zu den bedeutenden dokumentarischen Fotografen und Filmern der Schweiz. Rob Gnant hat auf der Schattenseite des Wirtschaftswunders fotografiert.

Dieter Bachmann

https://www.nzz.ch/feuilleton/schweizer-fotograf-rob-gnant-mit-86-jahren-gestorben-ld.1501718

Video:

Rob Gnant

https://vimeo.com/96711449

Mehr:

http://web.archive.org/web/20141218035303/http://www.robgnant.ch/

https://mubi.com/bn/cast/rob-gnant

https://www.stadt-zuerich.ch/ted/de/index/oeffentlicher_raum/kunst_oeffentlicher_raum/initiieren_produzieren/aaa/rob_gnant.html

https://www.foto-ch.ch/?a=fotograph&id=21513&lang=en

https://www.fotostiftung.ch/archive-spezialsammlungen/archive-nachlaesse/rob-gnant/

https://fss.e-pics.ethz.ch/index.jspx?category=1733&r=1565749303172#1565749305305_0

https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&query=128801107

https://www.fotodok.ch/wiki/Rob_Gnant

https://de.wikipedia.org/wiki/Rob_Gnant

#RobGnant #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 14. August 2019
  • Bildende Kunst, Fotografie, Grafik, Architektur, Design

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