4. Juni 2018
ZUM TOD DES SCHWEIZER FOTOGRAFEN LEONARDO BEZZOLA
Der am 24. April 1929 in Bern geborene Fotograf, Zeichner und Filmer Leonardo Bezzola (Bild) ist am 9. Mai 2018 gestorben. Bekannt wurde er u.a. durch seine enge Zusammenarbeit mit Künstlern wie Bernhard Luginbühl und Jean Tinguely oder mit dem Fotografen Kurt Blum. Er hat zahlreiche Bücher und Schriften publiziert; sein Werk war an vielen Einzel- und Gruppenausstellungen im ganzen Land zu sehen. 1987 erhielt Leonardo Bezzola den Fotopreis des Kantons Solothurn und einen Anerkennungspreis des Kantons Bern, 2005 den Kunstpreis des Kantons Solothurn.

Foto: © Alexander Egger, 2014, https://www.alexanderegger.ch/
Leonardo Bezzola absolvierte eine Lehre als Retuscheur in der Clichéanstalt Denz und besuchte den Unterricht von Eugen Jordi an der Gewerbeschule in Bern (1945-1949), danach besuchte er während zwei Jahren die Kurse von Otto Morach an der Kunstgewerbeschule Zürich. Es folgten acht Arbeitsjahre in Grossdruckereien und Reproduktionsanstalten. Bezzola machte in dieser Zeit verschiedene Versuche mit Lithografie, Wandbildern, Fotografie und Kurzfilmen, aus denen sich seine fotografische Tätigkeit entwickelte. Ab 1959 war Leonardo Bezzola selbständiger Fotograf.
Nora Mathys
https://www.foto-ch.ch/?a=fotograph&id=1045&lang=de
Zur Verleihung des Solothurner Kunstpreises 2005 an Leonardo Bezzola:
In seiner Begründung zur Auszeichnung von Leonardo Bezzola hält das antragstellende Kantonale Kuratorium für Kulturförderung u.a. fest, dass im Atelier des Kunstpreisträgers über Jahrzehnte ein reiches Gedächtnis-Archiv entstanden ist, in dem Kunst und Kunstwerke ebenso lebendig sind wie die porträtierten Menschen. Zahlreiche Publikationen zeugen von der Spannweite des kulturellen Interesses. Schriftstellern, Musikern, Filmschaffenden, Sammlern, Ausstellungsmachern begegnet man in Leonardo Bezzolas Fotografien ebenso wie den bildenden Künstlern. Auch im öffentlichen Umfeld sieht er das Intime, das Individuelle. Er hält Menschen und Kunstwerke mit einer Leichtigkeit fest, die seinem eigenen diskreten, mit Vorliebe im klassischen aussagestarken Schwarzweiss gehaltenen Arbeiten entspricht.
Zu «Clic 1 – 3»:
Der 1929 geborene Bezzola verfolgt das Schweizer Kulturgeschehen von innen heraus. Einen besonderen Draht hat er zu den Eisenplastikern Tinguely, Luginbühl, Jordi und Hutter. Um sie drehen sich viele seiner zahlreichen Fotobücher, aber auch um die Halen-Siedlung von Atelier 5 oder den Möbelhersteller USM in Münsingen. Die Textautoren seiner Publikationen haben klingende Namen wie Peter Bichsel, Willy Rotzler oder Peter Zeindler. Und der Einführungstext zu «Clic 3» (…) stammt vom Kunstpublizisten Konrad Tobler.
Urs Steiner, 2012
https://www.nzz.ch/da-hat-es-klick-gemacht-1.16189164
Video:
Leonardo Bezzola, Swiss photographer
https://www.youtube.com/watch?v=iRlLR6J15hI&t=16s
Mehr:
http://www.sikart.ch/KuenstlerInnen.aspx?id=4002454&lng=de
https://www.foto-ch.ch/?a=fotograph&id=1045&lang=de
http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D27192.php
http://www.sokultur.ch/html/kulturschaffende/detail.html?q=&qs=3&artist_id=1292
https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&cqlMode=true&query=nid=119505002

Clic. 688 Fotos von Leonardo Bezzola kommentiert von Bernhard Luginbühl.
Solothurn, edition mb&t Medici Butters & Thomet, 1978
Kommentare von Daniel Leutenegger