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25. Januar 2013

Mit Bildung gegen die Armut

250 Fachleute aus Politik, Wirtschaft und Sozialbereich diskutierten am Caritas-Forum in Bern.

Fehlende Bildung ist eines der grössten Armutsrisiken in der Schweiz. Noch immer entscheiden die soziale Herkunft und die damit verbundenen finanziellen Ressourcen darüber, wer in der Schweiz welches Bildungsniveau erreicht und damit auch über die Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Am heutigen Caritas-Forum in Bern wurden Massnahmen von der Frühförderung bis zur Nachholbildung diskutiert. 250 Personen aus Politik, Wirtschaft und dem Sozialbereich nahmen an der sozialpolitischen Tagung teil.

 

Armutsbekämpfung durch eine verbesserte Bildung beginnt im Kindesalter. Dass sie notwendig ist, unterstrich Regine Aeppli, Bildungsdirektorin des Kantons Zürich, in ihrem Referat: «Die Unterschiede zwischen den Schülerinnen und Schülerin, bezogen auf die soziale und kulturelle Herkunft, sind in keinem Kanton so gross wie im Kanton Zürich. Chancengleichheit ist daher eine grosse Herausforderung.» Ihr Fazit lautet: Investition in frühe Förderung lohnt sich und ist für die Chancengleichheit notwendig.

 

Fehlende Abschlüsse belasten öffentliche Finanzen

 

Pierre-Yves Maillard, Regierungsrat des Kantons Waadt, stellte in seinem Referat die wegweisende Reform vor, dank der im Kanton Waadt Jugendlichen ohne Ausbildung ein Berufsabschluss ermöglicht wird. Er stellte unmissverständlich fest: «Fehlende Berufsabschlüsse sind nicht nur Armutsfallen für die Betroffenen, sie sind auch eine enorme Herausforderung für die öffentlichen Finanzen.»

 

Auch Rudolf Strahm, der ehemalige Preisüberwacher und heute Präsident des Schweizerischen Verbandes für Weiterbildung, ortete in mangelnder Ausbildung das grösste Armutsrisiko: «Integration oder Reintegration in die Arbeitswelt ist die wichtigste Strategie zur Armutsbekämpfung.» Im heutigen System der Berufsbefähigung, Berufsbildung oder berufliche Nachholbildung erkennt er diesbezüglich Lücken.

 

Wirksam gegen Arbeitslosigkeit

 

«Ein angemessener Bildungsstand scheint ein Rezept zur Reduktion von Arbeitslosigkeit zu sein», konstatierte Walther Ch. Zimmerli, Professor für Philosophie und Präsident der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus. Und Thomas Baumeler, Leiter der Abteilung Diplomanerkennung und Recht im Bundesamt für Berufsbildung und Technologie, plädierte für Transparenz und gleichzeitig Offenheit für verschiedene Formen der beruflichen Qualifizierung. Denn: «Fachkräftemangel ist ein Fakt. Aufgabe des Staates ist es, gemeinsam mit der Arbeitswelt Regeln aufzustellen, die eine effektive und effiziente Umsetzung der bildungspolitischen Anliegen ermöglichen.» Eine zentrale Rolle komme dabei der Validierung von Bildungsleistungen zu.

 

Caritas Schweiz hat parallel zum Forum den Sozialalmanach 2013 dem Schwerpunkt «Bildung gegen Armut» gewidmet. Das Jahrbuch zur sozialen Lage der Schweiz ist zu beziehen unter:

www.caritas.ch

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  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 25. Januar 2013
  • Bildung und Arbeit

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