6. August 2010
Lucerne festival im sommer
Vom 12. August bis zum 18. September 2010

«Eros» lautet das Motto von Lucerne Festival im Sommer 2010 – und die Liebe beflügelt das Programm. Berühmte Liebespaare der Musikgeschichte stehen im Zentrum der Konzerte: Mit Beethovens «Fidelio» stimmen Claudio Abbado (Bild) und das Lucerne Festival Orchestra gleich zur Eröffnung das Hohelied der unverbrüchlichen Treue an. Esa-Pekka Salonen bringt Wagners «Tristan und Isolde» in der Regie von Peter Sellars und mit Videos von Bill Viola zur Aufführung. Die anrührende Liebestragödie von Romeo und Julia erklingt in der Vertonung von Sergej Prokofjew, Pelleas und Melisande begegnen uns in Werken von Fauré und Sibelius.
Natürlich darf auch Don Juan nicht fehlen, ebenso wenig wie sein finnisches Pendant, der Lemminkäinen. Aber auch die inzestuöse Liebe ist vertreten mit Byrons «Manfred», den Schumann und Tschaikowsky in Musik setzten. Überdies werden wir Werke hören, die geheime Liebesbotschaften enthalten: tönende Bekenntnisse von Robert an Clara Schumann, von Gustav an Alma Mahler, von Alban Berg an Hanna Fuchs.
Als «artiste étoile» wird die französische Pianistin Hélène Grimaud alle Facetten ihrer Kunst vorstellen. Mit Dieter Ammann ist dieses Jahr ein Schweizer unser «composer-in-residence», wie ohnehin die rührige Schweizer Musikszene mit insgesamt 25 Uraufführungen und dem Programmschwerpunkt «(z)eidgenössisCH» gewürdigt wird. Neben dem Lucerne Festival Orchestra unter der Leitung von Claudio Abbado, das seinen Mahler-Zyklus mit der Neunten Sinfonie fortschreibt, sind das Cleveland Orchestra und Franz Welser-Möst, das Gewandhausorchester Leipzig und Riccardo Chailly, die Berliner Philharmoniker und Simon Rattle, das Koninklijk Concertgebouworkest mit Mariss Jansons und Ton Koopman, das San Francisco Symphony Orchestra und Michael Tilson Thomas sowie die Wiener Philharmoniker mit Nikolaus Harnoncourt und Gustavo Dudamel zu Gast. Pierre Boulez erarbeitet mit seiner Lucerne Festival Academy Werke von Mahler und Strawinsky: eine musikalische Liebeserklärung.
lf
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Kommentare von Daniel Leutenegger