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11. September 2014

«Gelungene Wissensvermittlung»: Preisträger/innen des Prix Média 2014 der Akademien der Wissenschaften Schweiz

Im Rahmen des Schweizer Medienkongresses wurde heute in Interlaken der mit insgesamt 40'000 Franken dotierte Prix Média der Akademien der Wissenschaften Schweiz verliehen. Für ihre gelungene Wissensvermittlung ausgezeichnet wurden Julie Zaugg und Clément Bürge (Technische Wissenschaften), Catherine Riva (Medizin), Mathias Plüss (Geistes- und Sozialwissenschaften) und Nik Walter (Naturwissenschaften).

Die Akademien der Wissenschaften Schweiz sehen es als ihre Aufgabe an, den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu fördern. Diesen Dialog pflegen auch JournalistInnen und Forschende, die komplexe Themen für ein breites Publikum aufbereiten. Mit dem Prix Média würdigen die Akademien diese Vermittlungsarbeit.

Folgende Beiträge wurden am 11. September 2014 ausgezeichnet:

  • Julie Zaugg und Clément Bürge (Technische Wissenschaften)

Zweiteiliger Artikel zum Thema «Fracking», 26. September und 3. Oktober 2013, Wochenmagazin «L’Hebdo»

Julie Zaugg und Clément Bürge erhalten den Prix Média der Akademie der Technischen Wissenschaften (SATW) für ihren zweiteiligen Artikel zum Thema «Fracking» im Wochenmagazin «L’Hebdo». Der Artikel basiert auf Fakten aus Carrizo Springs in Texas und legt dar, wie in diesem Städtchen die Erdölproduktion in der Zeitspanne von 2008 bis 20013 mittels Fracking rund 30 Mal erhöht wurde und welche Auswirkungen das auf die Bevölkerung hatte, die exponentiell mit den Strukturen und Dienstleistungen gewachsen ist.

Die Autoren beschränken sich in ihrem Artikel nicht nur auf das Erklären der Fracking-Technik, sondern zeigen in kritischer Weise, aber konstruktiv, auch deren soziale und ökologische Auswirkungen auf. Der Artikel animiert den Leser, über die positiven und negativen Effekte nachzudenken, welche die neue Euphorie für das schwarze Gold ausgelöst hat.

Julie Zaugg ist seit August 2012 freie Journalistin in New York. Sie berichtet über die USA und die Bereiche Politik, Finanzen, Gesellschaft und Wissenschaft für Magazine wie L’Hebdo, Le Temps, Le Matin Dimanche, Swissquote oder Hémisphères. Vorher war sie freie Journalistin in London. Die 34-jährige Journalistin begann ihre Karriere bei der ATS, ging danach zur Presseagentur LargeNetwork und im Juni 2007 zu L’Hebdo.

Clément Bürge ist 25 Jahre alt und begann seine Karriere im Juli 2010 bei L’Hebdo. Seit August 2012 arbeitet er als unabhängiger Korrespondent in New York. Seine Texte und Photographien erscheinen in L’Hebdo, Le Matin Dimanche, Le Temps, Causette und in Fachmagazinen wie Swissquote, Reflex und In Vivo. Clément Bürge hat einen Master in Journalismus und Internationale Beziehungen der Universität New York und einen Bachelor der Université de Genève.

  • Catherine Riva (Medizin)

Zweiteiliger Artikel zum Mammographie-Screening, 13. Juni 2014, SEPT.info

Den Anstoss zu Catherine Rivas prämierter Arbeit gab die Kontroverse um das Mammographie-Screening zur Früherkennung von Brustkrebs, die durch den im Februar 2014 veröffentlichten Bericht des Swiss Medical Boards ausgelöst wurde. In diesem Bericht stellt das Swiss Medical Board das systematische Mammographie-Screening in Frage, was in Fachkreisen zu heftigen Reaktionen führte. Insbesondere die direkt mit dem Mammographie-Screening befassten Spezialisten lehnten die Empfehlungen mehrheitlich ab.

Catherine Rivas Recherchen legen den Schluss nahe, dass hinter die Unabhängigkeit einiger der vehementesten Kritiker des Medical-Board-Berichts zumindest ein grosses Fragezeichen zu setzen ist. Der zweite Teil des Artikels zeichnet nach, wie innerhalb der Medizin «Mythen» entstehen können, für die bei genauerer Betrachtung keine wissenschaftliche Evidenz gegeben ist.

Catherine Rivas Artikel steht in der Tradition eines kritischen, auf akribischer Recherche basierenden Journalismus, der unbequeme Fragen stellt und nicht davor zurückschreckt, auch die Haltung von fachlichen Autoritäten zu hinterfragen.

Catherine Riva ist seit 2003 freie Journalistin, die sich auf medizinische Themen spezialisiert hat. Sie schreibt für Medien wie SEPT.info, L’Hebdo, Le Matin Dimanche, Femina und Bon à Savoir. Zusammen mit Jean-Pierre Spinosa hat sie eine umfangreiche Recherche über die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs veröffentlicht («La piqûre de trop?», Xenia, 2010). Sie arbeitet ausserdem als Übersetzerin und hat einen Master in Französisch, Linguistik und Russisch.

  • Mathias Plüss (Geistes- und Sozialwissenschaften)

«Dreizehn populäre Irrtümer über Intelligenz», Das Magazin, 13. Dezember 2013

«Mit der Intelligenz ist es wie mit der Politik. Jeder hat seine Meinung, kaum einer eine Ahnung», führt uns Mathias Plüss in die Materie ein. Mit seiner spannenden und gut zu lesenden Reise rund um das Thema «Intelligenz» räumt Mathias Plüss fundiert und mit grossem Erkenntnisgewinn für die Leser mit alltagspsychologischen Allgemeinplätzen auf, zum Beispiel: «Intelligenz ist angeboren»; «Die Gesellschaft verdummt»; «Intelligenz macht glücklich».

Wer wissen will, was nach dem Aufräumen übrig bleibt, sei auf die Webseite mit dem Artikel verwiesen.

Mathias Plüss wurde 1973 in Zofingen AG geboren. Er studierte vier Jahre Physik, Mathematik und Musikwissenschaften an den Universitäten Zürich und Krakau (Polen). 1999-2000 besuchte Mathias Plüss die Journalistenschule des Ringier-Verlages, anschliessend arbeitete er als Regionalredaktor bei der «Aargauer Zeitung» und als Wissenschaftsredaktor bei der «Weltwoche». Seit 2008 ist er freischaffender Journalist, hauptsächlich für «Das Magazin» und «Annabelle». Sein journalistischer Schwerpunkt liegt im Bereich der Naturwissenschaften.

  • Nik Walter (Naturwissenschaften)

«Schlampereien im Tierlabor», Sonntagszeitung, 13. Oktober 2013

So nötig Tierversuche in der Forschung sind, so umstritten sind sie in der Gesellschaft. Nik Walter hat sich deshalb auf eine Gratwanderung begeben, als er in der Sonntagszeitung über eine laufende Debatte unter Forschenden berichtete (siehe auch das Forschungsmagazin «Horizonte», Juni 2013): die teils mangelnde Wiederholbarkeit von Tierversuchen. Walter hat genau recherchiert und die vielen Facetten der Debatte verständlich beleuchtet. Damit schafft er einen wertvollen Einblick in die Forschungspraxis und ein differenziertes Bild eines heiss umstrittenen Themas.

Nik Walter hat Biologie studiert und an der Universität Zürich in Entwicklungsbiologie doktoriert. Nach einem Aufbaustudium «science writing» an der University of California, Santa Cruz, begann er als Wissenschaftsjournalist bei der Sonntagszeitung, seit Ende 1998 als Ressortleiter Wissen.

cp

Links auf die Beiträge:

 

http://www.akademien-schweiz.ch/index/Foerderung-und-Preise/Preise/Prix-Media/2014.html

 

–

Mehr / Kontakt:

Valentin Amrhein

Akademien der Wissenschaften Schweiz

Petersplatz 13

4051 Basel

Tel. 079 848 99 33

valentin.amrhein@akademien-schweiz.ch

http://www.akademien-schweiz.ch/index/Foerderung-und-Preise/Preise/Prix-Media/2014.html

 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 11. September 2014
  • Journalismus

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